Expedition Weddell-Meer. Interview mit Kapitän Ulf Wolter zu einer besonderen Reise mit der HANSEATIC inspiration

Der antarktische Kontinent ist umgeben von 14 Randmeeren. Das größte davon ist das Weddell-Meer. Es ist das Ziel der HANSEATIC inspiration auf ihrer aktuellen Expedition. Wir sprachen mit Kapitän Ulf Wolter über seine Erwartungen an diese Reise.

Datum: 08.02.2020
Tags: #kapitänulfwolter

Hapag-Lloyd Cruises Blog: Lieber Kapitän Ulf Wolter, das Weddell-Meer ist eines der 14 Randmeere der Antarktis. Was zeichnet es aus?

Ulf Wolter: Viel Eis und unberührte Natur. Eines der letzten Naturparadiese auf der Welt. Wir können im Grunde nur einen ganz kleinen Teil mit dem Schiff befahren, wenn sich das Eis im kurzen Südsommer zurückzieht.

Wann haben Sie zuletzt das Wedell-Meer besucht?

Zuletzt war ich im Februar 2016 in dieser Region unterwegs. 

Welche Orte werden Sie mit der HANSEATIC inspiration anfahren?

Der Plan sieht vor, drei Tage im Weddell-Meer zu verbringen. Das grobe Ziel ist es, James Ross Island zu umrunden. Ob das gelingt, müssen wir sehen. Den Kurs bestimmen die Eislage und das Wetter. Die Eisfahrt mit der HANSEATIC inspiration an sich ist schon ein eindrückliches Abenteuer. Je nach Eislage bieten sich einige Möglichkeiten, anzulanden. Naturstopps oder ein Besuch auf einer Forschungsstation sind denkbar.

Das Weddell-Meer ist Ort für einige bis heute bemerkenswerten seemännischen Abenteuer: Nordenskjöld und Shackleton verloren da ihre Schiffe, der deutsche Forscher Wilhelm Fichtner ließ sich mit seinem Schiff einfrieren und entdeckte so die für dieses Meer besonderen Strömungsverhältnisse. Wie sehr befassen Sie sich mit den frühen Abenteurern? 

Wir sind sozusagen auf den Spuren der alten Explorer unterwegs, und womöglich werden wir versuchen, historische Plätze zu besuchen. Die Leistungen und Schicksale der Abenteurer werden von unseren Experten vermittelt. Das ist ein wichtiger Bestandteil der Reise, und ich bin sicher, spätestens dann springt der Expeditionsfunke über.

Ich selbst lese seit vielen Jahren immer wieder gerne Berichte über die Entdecker.

Welche Leistung hat Sie besonders beeindruckt? 

Mich beeindruckt besonders, unter welchen lebensfeindlichen Bedingungen, und mit welch einfachen Mitteln es den Abenteurern jener Zeit gelungen ist, Entdeckung und Forschung zu betreiben. Nicht zu vergleichen mit dem Komfort und der Sicherheit, die wir heute auf unserer HANSEATIC inspiration vorfinden.

Die HANSEATIC inspiration will besonders weit in das Weddell-Meer vordringen. Was bedeutet eine solche Expedition für ein neues Schiff?

Die große Eisklasse der HANSEATIC Inspiration – PC 6 – wird voll zum Tragen kommen. Das Schiff wird seine Stärken ausspielen. Es sind genau die Bedingungen, für die das Schiff gebaut ist, nämlich Expeditionsreisen.

Die Eissituation bestimmt den Kurs und wird uns die Grenzen aufzeigen.  Erzwingen kann man in der Region nichts.

Worauf dürfen sich die Gäste freuen?

Auf viel Eis, Tafeleisberge in den skurrilsten Formen, fulminante Landschaften. Gutes und schlechtes Wetter. Das besondere Licht des Weddell-Meeres. Gerne zeigen sich Wale und Orcas. Viele Pinguine. Mit etwas Glück sichtet man sogar Kaiserpinguine. Die gibt es nur in dieser Gegend.


Expedition Chilenische Fjorde – Kaleidoskop der Kontraste

Datum: 07.03.2021 bis 25.03.2021 | 18 Tage
Schiff : HANSEATIC nature
Reisenummer: NAT2105
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Expedition Chilenische Fjorde – Südamerikas Dramatik der Natur

Datum: 28.02.2022 bis 18.03.2022 | 18 Tage
Schiff : HANSEATIC spirit
Reisenummer: SPI2204
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Fotos: Archiv, Interview: Dirk Lehmann

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