Style-2-Sea: 10 Trends für den Juni, Teil 1

Datum: 21.06.2015
Tags: #fashion #reisebegleiter #mode #style2sea

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von Kerstin Walker

Style-2-Sea. Das Fashion-Format im E2MAG. 10 besondere Stücke für Ihre Reise mit der EUROPA 2

Es gibt Menschen, die auf Reisen ihre Yogamatte mit nehmen oder die Laufschuhe einpacken. Menschen wie mich, die es nicht lassen können, an Deck eines Schiffes, am entlegenen Strand in Südafrika oder auf 1.800 Metern Höhe in den Alpen im herabschauenden Hund zu verweilen. Vielleicht, weil das genau genommen nur eine Möglichkeit von vielen ist, Landschaften oder eine Destination zu erleben. Mir genügen zum Sport T-Shirt und Gymnastikhose. In diesem Allzweck-Outfit für Fernreisen bin ich übrigens schon durch New York gejoggt. Und um eine kleine, bezaubernde Malediveninsel gewalkt. Zugegeben, ein Look, der extrem unauffällig ist.

Dass es auch anders geht, will ich Ihnen mit dieser Auswahl zeigen. Fashionable Sportswear ist ein dehnbarer Begriff. Wir verstehen darunter feinstoffliche Kreationen, die zwischen Designeroutfit, Streetstyle-Look und Sportswear angesiedelt sind. Yohji Yamamoto, Stella McCartney, Alexander Wang – das sind die Meister dieser Disziplin, die für das eigene Label und für große Modeunternehmen entwerfen. Auch bekannte Sportler werden kreativ. Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch etwa ließ ihre Expertise als Spitzensportlerin in eine Kollektion für ein großes Versandhaus einfließen.

Dass diese „Sportswear“ nicht nur – und bizarrerweise manchmal gar nicht so richtig – für den Sport geeignet ist, das zählt zu den schönen Mysterien der Mode. Deshalb sind einige meiner Favoriten sowohl bestens geeignet für das Fitnessprogramm* an Bord, für eine Yogastunde im Stillen oder für den kurzen Stop Over in einer Metropole. Es gilt das Motto: Sich bewegen tut gut. Dabei gut aussehen, fühlt sich noch besser an. Style-2-Sea.

Y3 Menswear Spring Summer 2015 Paris Fashion Week June 2014
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Y3Menswear Spring Summer 2015 Paris Fashion Week June 2014
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Yohji Yamamoto  EINS – setzt Trends, ohne mainstream zu sein. Für mich sind seine Entwürfe deshalb so anziehend. Über seine ersten Jahre in der Modebranche sagte er mir in einem Interview: „Als ich von der Uni kam, war ich planlos. Statt als Jurist zu arbeiten, studierte ich Mode in Tokio. Ich ließ mich einfach treiben. Dabei konnte ich nicht mal das Wort Mode leiden. Trends interessierten mich nicht. Statt die Hauptstraße zu nehmen, ging ich lieber abseits auf kleinen, gewundenen Wegen.“ Mit Rei Kawakubo, seiner damaligen Weggefährtin kreierte Yamamoto den Hiroshima Chic. Der wurde sehr bald Mainstream, doch da war der Designer längst auf anderen Pfaden unterwegs.

Seine Zusammenarbeit mit dem Sportswear Label Adidas www.y-3.com beruht auf diesem unkonventionellen Yamamoto-Stil. Seit 2003 gibt es die Zusammenarbeit zwischen Yamamoto und den drei Streifen – Y-3. Die Sommerkollektion ist durch die Surfer Szene geprägt, was glücklicherweise nicht bei jedem Outfit gleich ins Auge springt. Die Männer trugen bei der Show in Paris gemusterte Board Shorts mit japanisch angehauchten Hawaii-Prints. Bei den Frauen dominieren bequeme Schnitte, transparente Hawaiihemden, umspielende Dreiviertel-Hosen, Zipfelröcke und kastig geschnittene Blazer. Einige Kreationen wie diese Hose mit Tunnelzug am Saum bestehen aus technischen, futuristisch anmutenden Materialien. Andere zeigen traditionelle Dessins. Überraschungseffekt im Schwarz-Weiß-Silber Mix sind verspielte Details wie Hawaiiblumen auf den Sneakers.

Wellness-Wear – ZWEI – : Gerade auf einer Reise braucht man ein Lieblingsstück, das dieses Gefühl von Cocooning vermittelt. Sich in weiche Maschenware einkuscheln. Nach einem langen Tag mit vielen Erlebnissen entspannen, und völlig man selbst sein. In so einem Moment streife ich ein Kapuzenshirt über. Am Liebsten eines aus reiner Baumwolle wie das Raglan-Shirt von Hanro. Neben entspannenden Rückzugsmomenten sorgt es für den schicken Auftritt: Es kommt zur Chino ebenso gut wie zur Yogg-Pants oder einem Rock.

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Barcelona, City-Guide Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. E2MAG. ©Susanne Baade
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Auch NikeDREI – betreibt eine eigene Kreativschmiede, in der innovative Kollektionen unter dem Einfluss internationaler Designer entstehen. Sacai-°©Gründerin Chitose Abe, Japanerin wie Yamamoto, entwickelt die Kollektion NikeLab x sacai. Sportswear, aber eben durch und durch feminin. Dieses futuristische Sweatshirtkleid ist vorn beeindruckend pur und geradlinig geschnitten. Auf der Rückseite blitzt ein Ausschnitt mit Mesheinsatz und großer Kellerfalte. Das Netzmaterial mit Spitzenkante als subtile Interpretation von Weiblichkeit ließ die Japanerin, die in Tokio ein eigenes Modehaus führt, übrigens eigens für Nike entwickeln. Dazu Neongrün, als gänzlich unjapanischer Farbfleck.

VIER – Ray Ban Sonnenbrille. Obwohl mega angesagt, sind mir Brillen mit getönten oder gar verspiegelten Gläsern viel zu auffällig. Sie stehen Film Stars, Piloten oder angesagten DJs. Wobei: Die federleichte Ray Ban Lite Force ist eine tragbare Ausnahme. Eine sportliche Mischung aus Trendsetter und Kultobjekt, und dank des leichten Kunststoffgestells superbequem.

 

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Im Interview mit der englischen Vogue sagte Firmengründer Adam Brown  – FÜNF –, er könne es nicht ausstehen, eine große Tasche mit an den Strand nehmen zu müssen. Nach dem Schwimmen müsse es schnell gehen, wenn er ins Restaurant oder die Bar zum Lunch gehen will. Deshalb gehört das elastische Langarmshirt von Orlebar Brown zu meinen absoluten Favoriten. Mit den sich im Wind biegenden Palmen ist dieses Longsleeve eine tolle Variante des Lycrahemds. Das praktische Oberteil tragen Surfer unter ihren Neoprenanzügen, einfach weil es bequemer ist. Orlebar Brown entwickelt daraus die tragbare Casual-Version. Nichts für darunter, sondern ein Hingucker für modemutige Kombinierer. Das Langarmshirt besteht aus schnell trocknendem Material und ist mit einem 50+ Sunblocker ausgestattet.

* Seit Mai wird an Bord der EUROPA 2 das Fitnessprogramm BE.YOU. angeboten, das die mehrfache Weltmeisterin und Olympia-Medaillengewinnerin Maria Höfl-Riesch exklusiv für das Schiff entwickelt hat. „Es geht um Ausdauer und Kraft, um Selbstbewusstsein und Stabilität. BE.YOU. ist für jeden geeignet“, sagt Maria Höfl-Riesch. Das Programm wird zuzahlungsfrei angeboten.


vitaKerstin Walker, freie Journalistin aus Hamburg, hat Modedesign studiert, für einen Trendforscher gearbeitet und für große Modekonzerne. Sie schreibt für Spiegel online, Zeit online, Manager Magazin online, für das Zeit Magazin, Geo Saison, Luna, Grazia, Sonntag Aktuell und die Neue Zürcher Zeitung. Im PASSAGEN BLOG stellt sie monatlich ihre liebsten 10 Reisebegleiter vor – Mode, Style, Gadgets.

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