In 72 Tagen um die Arktis. Weltpremiere mit MS BREMEN

Erstmals wird ein Schiff in einer Reise die Nordwest- und die Nordostpassage durchfahren. Zwei Kapitäne – Ulf Sodemann und Jörn Gottschalk – führen abwechselnd das Kommando über die BREMEN. Interview zu einer besonderen Expedition.

Datum: 23.08.2019
Tags: #msbremen

Hapag-Lloyd Cruises Blog: Lieber Kapitän Jörn Gottschalk, die BREMEN befindet sich auf einer epischen Reise, die eine Weltpremiere ist – eine Arktis-Umrundung in 72 Tagen, das Schiff wird Nordwest- und Nordostpassage durchfahren. Wie viel Planung steckt in dieser zweieinhalbmonatigen Expedition?

Kapitän Jörn Gottschalk: Kapitän Ulf Sodemann hat mit der Umrundung der Arktis in Tromsø am 15. Juli begonnen und führte das Schiff von Norwegen nach Kangerlussuaq in Grönland, wo ich übernommen habe. Mit der Ankunft in Nome wird Kapitän Sodemann wieder das Kommando übernehmen, so dass er den Beginn und das Ende der Arktisumrundung gestaltet. Von den drei Abschnitten der Umrundung, habe ich die Aufgabe übernehmen dürfen, mit der BREMEN und ihrer Crew die Nordwestpassage zu befahren.

Ein Teilabschnitt stellt der Peel- und der Larsen Sound dar. In diesen Teilstrecken kann das Eis durchaus die Durchfahrt behindern oder gar eine Weiterfahrt unmöglich machen. Daher haben viele Kolleginnen und Kollegen an Land und auch andere Kapitäne aus der Flotte von Hapag-Lloyd Cruises intensiv die Eisentwicklung im genannten Seegebiet verfolgt.

Eine große Herausforderung besteht darin, alle erforderlichen Genehmigungen zu erhalten. Die Andere ist die Eislage. Wie planen Sie ein, dass diese Reise eventuell einen anderen Verlauf nimmt als vorgesehen?

Auf unseren Expeditionsreisen müssen wir uns immer an die verschiedenen klimatischen Bedingungen anpassen, dabei die aktuellen Wetter- und Eissituationen in Betracht ziehen, so dass man sich nicht mit einem Plan B zufrieden geben kann. Sondern wir suchen immer rechtzeitig auch nach Alternativen. Das macht den besonderen Reiz dieser Reisen aus!

Wie lange kann die BREMEN eigentlich auf See sein, ohne einen Hafen anzulaufen, um frische Lebensmittel und Kraftstoff aufzunehmen? 

Unsere treue BREMEN hat eine sehr große Reichweite, wir können mit ihr Reisen in der Größenordnung um einen Monat bestreiten. 

Es heißt, nur ein eingespieltes Team, das diese Regionen und das Schiff kennt, kann eine solche Reise überhaupt angehen. Das müssen Sie uns erklären…

In solch exponierten Fahrtgebieten wie der Arktis, ist Erfahrung unerlässlich um diese Reisen sicher zu planen und auch ebenso durchzuführen. Hapag-Lloyd Cruises kann dabei auf einige Jahrzehnte an Kompetenz auf verschiedenen arktischen Routen zurückgreifen. Dies ist bereits die dritte Reise, die die BREMEN durch die Nordostpassage unternimmt, auch wenn sie erstmals in Ost-West Richtung erfolgt. In dieser Richtung fuhr auch seiner Zeit die HANSEATIC als erstes nicht russisches Passagierschiff durch die Nordostpassage.

Die BREMEN ist das Schiff mit Pioniergeist. Inwiefern eignet sich ein kleines Expeditionsschiff besonders für eine solche Reise?

Ein kleines wendiges Schiff mit möglichst wenig Tiefgang und hoher Eisklasse, bietet einem in der Navigation mehr Spielräume, um auch entlegene Ziele erreichen zu können.

Manchmal wird die Eislage aber auch für die BREMEN zu mächtig sein. Wie geht es an solch schwierigen Stellen weiter? 

Bezüglich der Durchfahrt sind auf der Nordwestpassage anfangs der Lancaster Sound und der Peel- sowie der Larsen Sound von großer Bedeutung. Insbesondere die letzten beiden, können uns die Weiterreise gen Westen erschweren oder gar unmöglich machen. Hier sind wir in diesem Jahr  auf Eisbrecher Unterstützung angewiesen und freuen uns über den Escort der „Terry Fox“, ein Eisbrecher der kanadischen Regierung. Auch hier ist die Planung von großer Bedeutung, und um die Wege kürzer zu halten, erfahren wir Hilfe durch einen lokalen ice master an Bord der BREMEN, der bereits auf Eisbrechern als Kapitän gefahren ist. Im weiteren Reiseverlauf wird noch im Amundsen Golf mit Eis zu rechnen sein.

Sie selbst kennen sowohl die Nordwestpassage als auch die Nordostpassage. Auf welche Momente freuen Sie sich besonders?

Ich freue mich insbesondere wieder die Routen der vergangenen Explorer zu „erfahren“ und auch neue Ziele für mich zu entdecken. Die Route durch die Nordwestpassage ist nicht immer die gleiche, so dass es immer wieder neue Dinge zu entdecken gibt. Große Freude bereitet mir nach wie vor die Beobachtung von Tieren, insbesondere auf dem Eis in ihrem natürlichen Lebensraum. Das ist immer wieder ein ganz besonderes Gefühl!


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Interview: Dirk Lehmann, Fotos: CruiseVision

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