Vulkan-Inseln von Chile: MS BREMEN auf Kurs Richtung Juan Fernández Archipel

900 Menschen leben auf den schroffen Inseln weit im südlichen Pazifik. Die oft raue See macht es Besuchern nicht leicht, hier anzulanden. Die BREMEN versucht es dennoch. Expertin Monika Trümper berichtet über Herausforderungen und Momente, die in Erinnerung bleiben.

Datum: 14.05.2019
Tags: #msbremen

von Monika Trümper 

 

Wir haben Valparaiso am Abend verlassen und nehmen Kurs auf die Isla Alejandro Selkirk. Sie ist die Größte der drei Inseln, die den Juan Fernández Archipel bilden, mit der gleich großen Isla Robinson Crusoe und der kleineren Insel Santa Clara. Zusammen mit einigen weiteren Unterwasservulkanen und Guyots prägen sie den Juan Fernández-Rücken, der sich in West-Ost-Richtung vor der chilenischen Küste ausbreitet. 

Der Auslöser für die Ausbildung dieses Rückens ist ein an einen festen Hotspot gekoppelter Intraplattenvulkanismus unter der Nazca-Platte. Die Bewegung der Nazca-Platte mit einer Geschwindigkeit von 6 bis 8 Zentimetern im Jahr sorgt dafür, dass immer wieder neue ozeanische Lithosphäre diesen Punkt passiert und dadurch neue Vulkane entstehen, die wie an einer Schnur aufgereiht sind. Ein weiteres prominentes Beispiel für einen Hotspot-Vulkanismus sind z.B. die hawaiianischen Inseln.

Geübt holen die Fischer unser Abendessen aus den Reusen – Langusten

 

Wir erreichen unser erstes Ziel dieses Archipels in den frühen Morgenstunden. Voller Spannung und Neugier genießen wir die Ankunft an dieser einzigartigen und atemberaubenden Insel. Allerdings ist das Meer recht aufgewühlt. Aufgrund des starken Swells ist eine Anlandung auf Alejandro Selkirk nicht möglich. Die Insel ist ein großer Nationalpark und – abgesehen von einigen Langustenfischern mit ihren Familien – unbewohnt. 

Das Dorf der Fischer können wir uns nicht anschauen, aber das Wetter kann uns nicht daran hindern, frische Langusten für das Abendessen einzukaufen. Wir beobachten von Deck aus, wie die lokalen Fischer Ihre Boote ins unruhige Wasser lassen, Langusten geübt aus den Reusen holen, die Küchenchefin diese begutachtet und im tosenden Ozean die wertvollen Tiere den Besitzer wechseln. Mit Hilfe der Zodiacs werden diese an Bord der BREMEN gebracht. 

Der Kapitän lässt das knapp 50 Quadratkilometer große Felsen-Eiland einmal umrunden und gibt uns so die Gelegenheit, prächtige magmatische Gesteinsgänge, sogenannte Dykes anzuschauen. Dann machen wir uns auf den Weg zur Insel Robinson Crusoe, wo wir am folgenden Morgen ankommen werden.


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Die Robinson Crusoe-Insel empfängt uns mit rötlichen Farben in einem atemberaubenden Sonnenaufgang. Robinson Crusoe ist dauerhaft bewohnt und zusätzlich noch per Flugzeug erreichbar. Die Wellen sind immer noch stark und unstetig, allerdings liegen wir im Norden der Insel in einer etwas geschützteren Bucht und können an einer Pier an Land gehen. Unsere Wanderer machen sich sogleich auf den Weg zum Mirador Selkirk, einem Pass über den man von der Nord- auf die Südseite der Insel gelangt und von dem man einen wunderschönen Ausblick in beide Richtungen genießen kann. 

Andere Teilnehmer unserer Expedition erkunden die Plazoleta el Yunque, eine Lichtung auf der neben endemischen Pflanzen auch viele Kolibris, unter anderen der vom Aussterben bedrohte Juan Fernández-Kolibri beobachtet werden kann. Kolibris kann man aber nicht nur dort, sondern überall auf dieser traumhaft schönen Insel sehen. Wer Glück hat, kann tolle Fotos von einer Bank auf dem Hauptplatz machen oder bei einem Pisco Sour von der Terrasse eines der netten kleinen Restaurants. 

Wir sind dankbar, diese einzigartige Welt gesehen zu haben

 

Auch für Geschichtsliebhaber haben die Inseln einiges zu bieten. In der Nähe des kleinen Leuchtturms kann man noch die Einschusslöcher der Granaten sehen, die zwei englische Kriegsschiffe 1915 auf den deutschen Kreuzer Dresden abgefeuert haben. Die Dresden liegt heute in der Cumberland Bucht, unweit von unserem Ankerplatz entfernt. Das Wrack ruht in circa 60 Metern Tiefe, nachdem das Schiff am 14. März 1915 von seinem Kapitän versenkt wurde.

Trotz der schwierigen Witterung sind wir dankbar, diese einzigartige Inselgruppe kennengelernt zu haben.

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