Expedition West-Japan: Mit MS BREMEN zu den Inseln der Herzlichkeit

Expedition West-Japan: Diese Reise mit der BREMEN von Shanghai nach Otaru führt entlang der Westküste Japans. Eine Seite, die eher selten mit Schiffen angelaufen wird. Expedition West-Japan zu den Inseln der Herzlichkeit. Schöne Parks, traditionelles Brauchtum – und bewegende Abschiede

Datum: 24.05.2017
Tags: #expeditionen #msbremen
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von Nadine Armbrust (Text) und Page Chichester (Fotos)


Expedition West-Japan: Mit MS BREMEN zu den Inseln der Herzlichkeit. Es ist eine Premierenroute, die uns von Shanghai nach Otaru führt – mit vielen Erstanläufen in West-Japan. Doch mit Kanazawa erreichen wir einen Hafen, in dem BREMEN schon häufiger zu Gast war. Der Empfang ist dennoch überwältigend. Damen in Kimonos, teilweise aufwändig gearbeitete Schätze, winken uns beim Anlegen zu und begrüßen uns persönlich. Bei einer Willkommens-Zeremonie, die die Freundschaft zwischen Hapag-Lloyd Cruises und Kanazawa unterstreicht, nehmen der Kapitän, seine Stellvertreterin und die Küchenchefin einen Willkommensgruß entgegen.

Dann starten die Ausflüge. In Kanazawa zeugen noch heute zahlreiche Gebäude von der Zeit der Maeda, der zweitgrößten Adelsfamilie Japans. Von 1580 bis ins 19. Jahrhundert hatte die Familie ihren Sitz in einer Burg oberhalb der Stadt und zählte zu den wohlhabendsten Feudalherren der Edo-Zeit. Leider wurde die Originalburg in einem verheerenden Brand zerstört. Nur das Tor „Ishikawamon“ hat die Feuer überstanden und ist heute noch zu sehen. Die übrige Burg ist eine Replik.

Besonders sehenswert ist der sie umgebende, zehn Hektar große Garten – der Kenroku-en-Park. Er zählt zu den drei schönsten Landschaftsgärten Japans, denn er entspricht vollkommen den sechs klassischen Vorzügen, die für das japanische Maß der Schönheit unabdingbar sind: Er besitzt Weite, Würde, Vornehmheit, reichlich kühles Wasser und besticht durch kunstvolle Anordnung und die Ästhetik der Landschaft. Fast 200 Jahre dauerte es, dieses Park zu gestalten. Seit 1871 ist er für die Öffentlichkeit zugänglich. Und wir verbringen hier viel Zeit. Am Abend verabschiedet uns eine lokale Tanzgruppe auf der Pier mit einer Flaggenzeremonie.


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Tagsdrauf erreichen wir die Insel Sado und den Hafen von Ogi. Die Landschaft ist durch Vulkanismus geprägt. Im Jahr 1601 entdeckte Toyotomi Hideyoshi hier große Gold-Vorkommen. In den Minen mussten Strafgefangene unter Aufsicht der Samurai im Tagebau hart arbeiten. Deshalb wurde Sado nicht nur Gold-, sondern auch Todesinsel genannt. Viele Arbeiter starben, während im äußerst profitablen Bergbau jährlich 400 Kilogramm Gold und 40 Tonnen Silber geschürft wurden.

Heute leben nur noch ca. 70.000 Menschen auf Sado, und immer mehr ziehen weg. Im kleinen Hafenort Ogi, bekannt für seine Perlenfischerei, nutzte man früher große hölzerne Tröge – Taraibune – als Wasserfahrzeuge, um Muscheln und Seetang zu sammeln. Unsere Gäste haben heute viel Spaß daran, mit einem solchen „Boot“ eine Fahrt zu unternehmen.

Aus Ogi stammt auch die international bekannte Taiko-Trommlergruppe Kodō (übersetzt: Herzschlag). Bei einem Besuch haben wir die Möglichkeit, auch selber die Trommeln zu schlagen. Nach einer kurzen Einführung geht es voller Energie an die Trommeln. Kodō wurde 1981 von ehemaligen Mitgliedern der Gruppe Ondekoza gegründet und hatte noch im selben Jahr ihr Debüt auf dem Berlin Festival. Die nächsten sieben Jahre verbrachte die Gruppe damit durch Europa, Japan, Nord- und Südamerika und den Nahen Osten zu touren.

Am Abend werden wir an der Pier mit einem besonders berührenden Ritual verabschiedet. Dazu erhalten alle Gäste an Bord eine bunte Papierrolle. Das eine des Papierbandes hält man fest, dann werfen wir auf Kommando die Rolle an Land. Die nimmt einer der Einheimischen auf. Solange wie möglich soll man das Band festhalten – und so unsere Verbundenheit zeigen. Man empfindet richtiggehend ein Stück Wehmut, wenn beim Auslaufen schließlich irgendwann das letzte bunte Papierband reißt. Aber allen ist klar – es wird ein Wiedersehen geben.


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Der Hafen Funagawa liegt auf der Halbinsel Oga, die uns an einem sonnigen Tag mit ihren ganz eigenen Bräuchen empfängt. Ursprünglich war Oga eine Insel, doch durch Ablagerungen verbindet inzwischen ein Tombolo, ein Dünenstreifen, den Inselkern mit Honshu, wie in Japan das Festland genannt wird. Wir erleben traditionelles Brauchtum, wenn etwa beim Namahage Kostüme und Masken sowie Capes aus Stroh getragen werden. Trotz unserer frühen Anreise, begrüßt uns auf der Pier der Bürgermeister. Zur traditionellen Willkommens-Zeremonie auf der Pier werden Plaketten ausgetauscht.

Bei den Ausflügen wird unter anderen die Hauptstadt der Präfektur besucht, Akita, wir erhalten einen Einblick in das Leben der Samurai. Und manche Gäste statten einer lokalen Sake-Brauerei einen Besuch ab. Erneut fällt der Abschied wieder sehr herzlich aus. Viele Menschen sind auf die Pier gekommen, um die BREMEN in Richtung Hakodate zu verabschieden. Wir sehen traditionelle japanische Tänze und zum ablegen ein „Tageslicht-Feuerwerk“, das gut 10 Minuten andauert und allen die Sprache verschlägt – die Gastfreundschaft Japans ist beeindruckend. Und berührt uns alle sehr tief.


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JAPAN MIT HAPAG-LLOYD CRUISES

Diese Übersichtsseite führt zu Kreuzfahrt-Angeboten mit unseren Schiffen nach Japan. Und hier finden Sie die bisherigen Beiträgen von Bord des Expeditionsschiffs im PASSAGEN BLOG über die Japan Premieren-Route der BREMEN. Mit diesem Link geht es zu einem Interview mit Kapitän Roman Obrist zum Charme dieser West-Japan-Reise.

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