Expedition Südsee: MS BREMEN besucht Rurutu – ein besonderer Tag im Pazifik

Von Tahiti zur Osterinsel führt diese Expedition. Die BREMEN besucht dabei einige Ziele, die nur selten auf den Routen eines Schiffes liegen – das Ducie-Atoll, die Gambierinseln, die Austral-Inseln. Zu letzteren gehört Rurutu. Ein besonderer Tag mit schweren Steinen, einer mystischen Tropfsteinhöhle und 4711…

Datum: 04.12.2018
Tags: #msbremen

von HaJo Lauenstein (Text und Bild)

Ein winziges Eiland in der Unendlichkeit des pazifischen Ozeans. 22 Quadratkilometer groß, der Gipfel des höchsten Berges misst 385 Meter über dem Meeresspiegel: Rurutu. Es ist ein gehobenes Atoll, ein untergegangener Vulkan, der durch tektonische Kräfte wieder aus dem Meer emporgehoben wurde. Der Kern der Insel besteht aus Basalt, der von einem Korallenriff überkrustet wurde. Fast 100 Meter ragen die Kalksteinklippen aus dem Wasser empor. Nur etwas mehr als 2000 Menschen leben, über drei Dörfer verteilt, auf diesem kleinem, aber üppig bewachsenen Stückchen Land, inmitten der blauen Weite der Südsee. Was, so mögen einige wohl gedacht haben, kann man hier an Großartigem oder Interessantem wohl erwarten. Eher nichts. Doch alle, die so dachten, werden am Abend wohl Abbitte leisten müssen: Denn diese kleine Insel beschert uns einen der schönsten und unvergessenen Tage unserer Reise.

 

Zur Begrüssung werden wir symbolisch gereinigt mit Babypuder und 4711

 

Unsere Zodiacs landen an der kleinen Pier des Dorfes Moerai an. Fast das gesamte Dorf ist zusammengekommen um uns zu begrüßen. Unermüdlich empfängt uns die Gruppe der Trommler mit heißen Rhythmen, deren Klang und Faszination auch beim größten Musikmuffel tanzartige Bewegungen auslöst. Wir werden mit Blumenkränzen behängt und bahnen uns unseren Weg durch fröhlich winkende, tanzende und singende Polynesier. Dabei werden wir symbolisch gereinigt, mit Babypuder und – Eau de Cologne. Ich traue meinen Augen kaum, als ich diese Aufschrift auf einer Flasche sehe. Vielleicht sollten Köln und Rurutu eine Städtepartnerschaft eingehen. Schwierig allerdings, da es auf Rurutu keine Stadt gibt. Dann müssen wir eben eine Städte-Dorf-Partnerschaft erfinden.


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Es folgt die offizielle Willkommenszeremonie, wiederum mit Tänzen und heißen Trommelklängen. Kaum hat sich unsere Verwunderung gelegt, dass mitten im Nirgendwo „4711“ gibt, erkennen wir weit gereiste MS BREMER verblüffende Gemeinsamkeiten zwischen Rurutu und Schottland: Eine beliebte Sportart auf der Südsee-Insel, sowohl für Frauen als auch für Männer, ist das Steine stemmen. Wie bei den schottischen Highland Games. Dazu dienen schwere, von Meer und Wind geschliffene Basaltsäulen. Die Frauen wuchten 60-80 kg schwere Brocken auf ihre Schultern, die Männer, in bester Obelix-Manier, stemmen Hinkelsteine mit einem Gewicht von 120 Kilogramm oder mehr. Gummistiefelweitwurf ist auf Rurutu allerdings unbekannt. Da müsste eher Flip-Flop Weitwurf erfunden werden. Bevor es auf die Ausflüge geht, dürfen wir uns an einem unglaublich liebevoll gestalteten Früchtebuffet verköstigen.

 

…einfach hier bleiben, bis die BREMEN wieder vorbei kommt

 

Ein besonderes Highlight der Insel ist eine riesige Höhle, die über Jahrtausende hinweg durch Regenfälle aus dem Kalkstein herausgearbeitet wurde. Die Höhle allein, mit ihren Stalagmiten und Stalaktiten, ist schon atemberaubend. In ihrem vorderen Teil wachsen große Farne. Aber die Inszenierung, die nun für uns stattfindet, übertrifft alles bisher gesehene. Überall in der Höhle brennen Fackeln. Rauch steigt auf. Durch eine Öffnung im Fels dringt die Sonne in das Innere der Höhle. Magisch verstärkt zeichnen sich ihre Strahlen im Rauch ab. Nun werden uns von verkleideten Tänzern und Trommlern die Geschichten erzählt, die sich hier einst abspielten: In der Höhle wurden hier viele Schlachten geschlagen, Intrigen gesponnen, Könige gekrönt und Verlierer enthauptet. Wir sind beeindruckt von dem Schauspiel. Ein Ereignis, dass wir so schnell nicht vergessen werden.

Und so fällt es uns schwer, sehr schwer, dieses winzige Eiland mit seinen so unglaublich freundlichen Menschen, seinen duftenden Blumen und seiner Tropfsteinhöhle, zu verlassen. Manch einer mag gedacht haben: Bleibe ich doch einfach hier, bis irgendwann die BREMEN auf ihrer nächsten Expedition Südsee wieder vorbei kommt – im Jahr 2020.

zusätzliche Fotos: Archiv und Nasa

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