Semi-Circumnavigation Antarktis: Die besondere Reise der MS BREMEN

Semi-Circumnavigation Antarktis Rückblick: die besondere Reise der MS BREMEN. Von Ushuaia in Feuerland nach Bluff in Neuseeland führt diese mehr als 30-tägige Expedition. Inzwischen hat das Schiff sein Ziel erreicht. Und im Interview berichtet Kapitän Jörn Gottschalk von den Höhepunkten dieser Kreuzfahrt…

Datum: 04.03.2017
Tags: #expeditionen #msbremen #semicircumnavigation #diesüdlichsteposition
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  • Datum: 1. März 2017 

  • Position: Bluff in Neuseeland

  • Wetter: 14 Grad, bewölkt, starker Wind, leichter Regen

  • See: bewegt

  • bisher zurück gelegte Seemeilen: 7.327 nm (ca. 13.570 Kilometer) seit Ushuaia

  • noch verbleibende Seemeilen: 0


Lieber Kapitän Gottschalk, Semi-Circumnavigation Antarktis: Rückblick auf eine besondere Reise – an welche Momente werden Sie sich noch lange erinnern?

Es sind sicher viele Erlebnisse und Erinnerungen, die ich für immer in Gedanken behalten werde. Oft wurde man vom Anblick des besonderen Lichtes in der Antarktis überwältigt. Vor Stonnington sind wir in den Abendstunden bei unbeschreiblichen Rottönen durch das Eis gefahren, man wurde von den Farben förmlich überwältigt. Eine besondere Erinnerung ist der Besuch der Scott Hütte am Cape Evans. Hier konnte man die vergangene Zeit der Entdecker fast greifen. Eindrücklich waren auch die Beobachtungen der Kaiserpinguine und das Rauschen des Wassers durch Tausende von Königspinguinen in der Lusitania Bay bei Macquarie Island.

Die Gäste der BREMEN haben nicht nur besondere Momente erlebt, sondern auch Rekorde – etwa die wohl auch südlichste Position, die bisher je ein Schiff erreicht hat…

Ich bin mir sicher, dass ein nicht für polare Gebiete gebautes Schiff nicht so weit in solche Gebiete vordringen kann oder vordringen sollte. Mit der Bremen haben wir uns vorsichtig an die Shelf Ice Kante herangetastet und konnten schließlich diese Position auf unseren Geräten ablesen. Die südlichste Position war aber eher eine nette Begebenheit am Rande. Das wirklich Beeindruckende an diesem Tag war die Natur – und die Vorstellung, dass man von der Back aus nun direkt gen Südpol hätte wandern können, zumindest theoretisch.

Nachdem die BREMEN die Antarktis verlassen hat, ist das Schiff in die selten bereiste, neuseeländische und australische Subantarktis vorgedrungenen. Was können Sie über diese Welt berichten?

Dieses Jahr waren die Balleny-Inseln nicht vom Eis umschlossen, aber das unfreundliche Wetter ließ eine Anlandung nicht zu. Besonderes Augenmerk hatten wir deshalb auf eine andere subantarktische Insel gesetzt: die australische Macquarie Island, die uns mit einer großen Kolonie Königspinguine und Seeelefanten zu begeistern wusste. Hierfür haben wir unseren Fahrplan auch den Wettervorhersagen entsprechend angepasst, um das beste Zeitfenster bei Macquarie zu erwischen.


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Nach Wochen in der Eis-Wüste – wann sind Sie zum ersten Mal wieder auf einen Ort mit (menschlichen) Einwohnern getroffen? Und ist das dann tatsächlich ein wenig ungewohnt?

Der erste Ort, den wir am Ende der Reise gesehen haben war Bluff, ganz im Süden Neuseelands. Bis dahin hatten wir eine Strecke von 6.754 Nautischen Meilen – das sind exakt 12.508 Kilometer – zurückgelegt, ohne eine von Menschen bewohnte Siedlung zu sehen, seit der Forschungsstation Rothera im Süden der antarktischen Halbinsel. Das ist dann schon ein besonderes Gefühl, wieder zurück in der uns bekannten Zivilisation zu sein und theoretisch die Möglichkeit zu haben, einfach in ein Geschäft oder einen Kaffee trinken zu gehen und die Menschen eines fremden Landes beobachten zu können.

Rund vier Wochen war die BREMEN unterwegs – sind nicht manche Vorräte knapp geworden?

Dank jahrelanger Erfahrung und guter Planung musste auf nichts verzichtet werden. Der hohe Standard konnte bis Ende der Reise gehalten werden, auch wenn wir später mit dem DIN A4 Papier haushalten mussten ;-). Mich hat es besonders gefreut, das Schiff und alle Menschen an Bord sicher nach Neuseeland gebracht zu haben, auch wenn wir solch exponierte Seegebiete wie das Rossmeer, das Bellinghausen- und Amundsen Meer sowie die Roaring Forties und Screaming Sixties befahren haben. Wir sind in Bluff mit fantastischen Erinnerungen im Gepäck angekommen und können uns über eine glückliche Heimkehr freuen.


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Expedition Antarktis

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