Entdeckungsreise Ostsee: Mit MS HANSEATIC zu den schönsten Gärten – ein Stück China in Stockholm

Expedition Ostsee. Nach mehr als sieben Jahren begibt sich die HANSEATIC wieder auf eine Expedition in das Mare Baltikum. An Bord der Gartenkunsthistoriker Dr. Carsten Seick. Im PASSAGEN BLOG berichtet er über die Ausflüge zu den schönsten Gärten dieser Reise. In Stockholm steht der Besuch eines Stücks China auf dem Plan…

Datum: 30.04.2018
Tags: #mshanseatic #schweden
Schärengarten(C)Seick
Stockholm(C)Seick
Stockholm,Vaasa.Museum(C)Seick

von Dr. Carsten Seick (Text und Fotos)


Expedition Ostsee: Mit MS HANSEATIC zu den schönsten Gärten – ein Stück China in Stockholm. Schon die vormittägliche Fahrt mit der HANSEATIC durch den Schärengarten vor Stockholm mit seinen rund 30.000 Inseln und Schären – kleine, meist nicht dauerhaft bewohnte Felseninseln – ist bei dem brillanten Sonnenschein ein wunderbares Erlebnis. Dann öffnet sich die fantastische Kulisse der schwedischen Hauptstadt vor uns, und das Expeditionsschiff macht am Kai von Södermalm fest. Unser Ausflugsziel sind das königliche Schloss und der Park von Drottningholm.

 

„Mama, ich habe hier etwas für euch…“

 

„Sehr geehrte Frau Mama, ich habe hier etwas für Euch“, sagte der kleine Gustav. Und er hielt seiner Mutter ein Brokatkissen hin, auf dem ein goldener Schlüssel lag. Königin Lovisa Ulrika hatte Geburtstag, und ihr Sohn, der später als Gustav III. den schwedischen Thron besteigen sollte, wurde zu diesem Anlass wie ein chinesischer Mandarin gekleidet. So durfte er das Geschenk seines Vaters Adolf Frederick übergeben. „Plötzlich wurde ich Teil eines Märchens“, schrieb Lovisa Ulrika später in ihren Annalen. Was muss die Königin für Augen gemacht haben, als sie in den südwestlichen Parkteil geführt wurde und dort ihr Präsent entdeckte – ein ganzes chinesisches Dorf. Mit dem Schlüssel, den ihr Klein-Gustav überreichte, schloss sie den zentralen Pavillon auf…* 


SchlossDrottningholm(C)Seick


So oder ähnlich wird es sich am 24. Juli 1753 zugetragen haben, berichte ich den Gästen, die heute mit mir den königlichen Park von Drottningholm besuchen. Ich male aus, wie hier der China-Mode Rechnung getragen wurde: Man importierte feinstes Porzellan für die Tee-Zeit, man bewunderte chinesische Möbel für ihre große Handwerkskunst. Und wenn man von all dem nichts besaß, ließ man es sich eben vor Ort bauen. So wie das chinesische Dörfchen, das doch mehr der schwedischen Vorstellung vom Land der Mitte entspricht, als dass es uns Heutige ins ferne Märchenreich versetzen würde. Sogar die bunten Papageien in der Volière unter den gemalten Palmen sind nur aus Holz geschnitzt.

 

Papageien aus Holz und gemalte Palmen – ein Stück China in Schweden

 

Sie täuschen uns aber nicht darüber hinweg, dass wir uns hier im schwedischen Frühling befinden. Die Narzissen und Stiefmütterchen in den Porzellantöpfen sind echt. Sie mögen zwar nicht aus China stammen, dennoch erfreut dieser phantasievolle Rokoko-Garten unsere Herzen.


* Zunächst wurden einige Zimmer im großen Schloss im Stil der China-Mode gestaltet. Diese ließ Adolf Frederick zu einem ersten Schlösschen zusammenbauen, das der Königin zum Geburtstag geschenkt wurde. Daraus wurde in den Jahren 1763-1769 dieses Gebäude-Ensemble – das „Kina slott“.    


Chinesisches Schloss Drottningholm, Narzissen+Stiefmütterchen (C) Seick
Drottningholm-ChinoiseOfen(C)Seick-1
Chinesisches Schloss Drottningholm, Detail (C) Seick

PortraitZur Person: Dr. Carsten Seick, Gartenkunsthistoriker, Landschaftsgärtner und Reiseveranstalter. Seine Dissertation schrieb er über das Thema „Landschaftsgärten in Westfalen Lippe“. Er hat im Fach Gartenkunstgeschichte und Gartendenkmalpflege in Berlin, München, Bayreuth und London gearbeitet und ist seit 1981 Reiseleiter. Seit vielen Jahren begleitet er die Gartenreisen von Hapag-Lloyd Cruises.

 

 


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