Eine emotionale Saison: Isolde Susset zum neuen Katalog der Expeditionsschiffe 2018/2019

Eine emotionale Saison: Der neue Hauptkatalog für die Expeditionsschiffe von Hapag-Lloyd Cruises bietet viele Abenteuer. Es wird aber auch eine Saison der Emotionen. Im Interview mit dem PASSAGEN BLOG äußert sich Isolde Susset, Leiterin Produktmanagement Expedition Cruises, zu den Highlights und zu einem bewegenden Abschied

Datum: 21.03.2017
Tags: #mshanseatic #msbremen

Antarktis 2011: Deception Island. MS Bremen im Eis.

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PASSAGEN BLOG: Liebe Frau Susset, es wird eine emotionale Saison und eine abenteuerreiche. HANSEATIC und BREMEN waren schon überall auf der Welt. Wird es dennoch Premieren geben?

Isolde Susset: Auch in einer scheinbar völlig erschlossenen Welt, gibt es noch Ziele und Regionen, die bisher nahezu unbekannt sind und abseits gängiger Kreuzfahrtrouten liegen. Genau dort sind die BREMEN und die HANSEATIC in ihrem Element und entdecken Neuland. Im neuen Programm gehören dazu unsere Pazifikrouten mit den Marschall-Inseln, Karolinen, östlichen Philippinen und den Okinawa-Inseln. Und im Eis der Arktis nehmen wir uns die Zeit, so weit wie möglich in den hohen Norden vorzudringen, wenn wir auf „Kurs Nordpol“ und ins Herz der Nordwestpassage fahren. Etwas, was Sie bei anderen Expeditions-Anbietern so nicht finden werden.

Neu ist ein spektakuläres Angebot an die Gäste der Expeditionsschiffe – eine Übernachtung im Zelt in der Antarktis. Da es dort keine Zeltplätze gibt, wie läuft das ab?

Man braucht einen geschützten Ort, und die Wetterbedingungen müssen stimmen. Dann ist das Ganze ein einmaliges Erlebnis, vom Abend bis zum nächsten Morgen. Ein kleines Team von Bord macht sich mit maximal acht Gästen auf den Weg. Das gesamte Equipment wird vom Schiff mit dem Zodiac an Land gebracht und dann beginnt der gemeinsame Aufbau der 2-Personen-Zelte. Die Ausrüstung ist polarerprobt, und auch unser Team ist sehr erfahren. So wird es ein gemeinschaftliches Erlebnis mitten in einmaliger Natur. Und natürlich achten wir sehr darauf, dass wir an Land keine Spuren hinterlassen und uns jederzeit rücksichtsvoll gegenüber der sensiblen Umwelt verhalten.

Den Reiz einer Expeditionsreise macht nicht immer nur das Ziel aus, sondern oft auch die Kombination der angelaufenen Häfen. Welche Reiseziele werden mit den Schiffen auf besondere Weise erschlossen?

Die atlantischen Inselwelten sind ein gutes Bespiel, etwa die Azoren und Madeira. Sie sind mit dem Flugzeug nicht leicht zu erreichen, ein individuell organisiertes Inselhopping kostet sicherlich viel Zeit und auch Nerven. Die BREMEN kombiniert die Inseln im Frühling zur besten Reisezeit. Mit den Zodiacs kommen wir überall an Land, wo es besonders schön ist. So lassen sich diese Inselperlen intensiv in Expertenbegleitung erleben, und das in relativ kurzer Zeit. Das ist ein großer Vorteil vor allem kleiner Expeditionsschiffe.


Milford Sound, Fjordland-Nationalpark, Neuseeland / Milford Soun


In der Saison 2018 wird die HANSEATIC den wilden Norden Europas erkunden und sich auf ganz neue Routen rund um Schottland und Island begeben. Was können die Gäste erwarten?

Gemeinsam mit unseren Gästen entdecken wir dabei die ursprünglichen Seiten Europas, die bisher noch weitgehend unbekannt sind. Auf kleinen Inseln, in entlegenen Buchten, in charmanten Küstenstädtchen. All das, was eine Expeditionsreise ausmacht, lässt sich so auch fast „vor der Haustür“ erleben, ohne lange Flüge. Das Naturerlebnis steht dabei klar im Vordergrund und insbesondere die Vogelwelt ist zur Reisezeit im Mai und Juni besonders aktiv und somit faszinierend zu beobachten. Aber auch das Licht und die Farben des Frühsommers in dieser rauen Landschaft werden unsere Gäste begeistern.

Die BREMEN begibt sich auf Entdeckungstour im Pazifik – viele Inseln stehen erstmalig auf dem Programm, etwa die japanischen Okinawa-Inseln – was waren die Herausforderungen bei dem Routing?

Wir haben intensiv recherchiert, uns mit unseren Experten und Kapitänen beraten, aber auch lokale Partner gehabt, die uns unterstützt haben. Denn die meisten Ziele sind nicht auf gängigen Routen zu finden, es gibt wenig Erfahrungswerte. Die Herausforderung ist, die gesammelten Informationen zusammenzubringen, das Für und Wider mancher Routenoptionen gut abzuwägen und dann eine Reise zu planen, die unseren Gästen das größtmögliche Erlebnis bietet. Und die lokalen Behörden müssen auch mitspielen. Wir sind stolz, eine ganz besondere Route kreiert zu haben.

Welches Routing stellte bei der Planung der Reisen eine besondere Herausforderung dar?

Neben den beschriebenen Premierenrouten sicherlich die Nordostpassage. An diese Route ist ein extrem aufwändiges Genehmigungsverfahren gekoppelt, dem wir uns bei dieser legendären Strecke, die kein anderes nicht-russisches Schiff anbietet, aber gerne stellen.


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In der letzten Saison war die Semi-Circumnavigation der Antarktis die längste Expeditions-Kreuzfahrt. Welche Reise sticht 2018/2019 hervor?

Es ist die Vielfalt unserer Reisen, die einzigartig ist. So sind wir sehr erfahren im Eis, sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis. Aber wir haben auch in den Tropen ein anspruchsvolles Programm. Neben dem Amazonas und dem Pazifik gehören dazu sicherlich auch unsere Mittel- und Südamerikarouten, bei denen die BREMEN in 2019 sogar mehrfach durch den Panamakanal fährt.

Viele Gäste der HANSEATIC und BREMEN sind Stammgäste – bei der Planung gehen Sie sicherlich immer auch auf die Wünsche der Gäste ein. Welche Reise wäre ohne diesen Input vielleicht gar nicht entstanden?

Viele unserer Gäste werden sich freuen, dass die HANSEATIC nach langer Zeit mal wieder die Ostsee besucht. Und dass noch vor der Hochsaison im Frühjahr, so dass man sich Zeit nehmen und in Ruhe die kulturellen Höhepunkte besichtigen kann. Beide Ostseereisen lassen sich übrigens wunderbar zu einem Gesamterlebnis „Ostsee“ kombinieren, so dass man komfortabel ab/bis Hamburg reist. Oder man reist bis St. Petersburg und entdeckt mit unseren Vor- und Nachprogrammen die Seele Russlands.

Die HANSEATIC wird 2018 die Flotte verlassen – wohin wird die Abschieds-Kreuzfahrt führen, und wie wird der Abschied begangen?

Auf die HANSEATIC wartet ein furioses Finale in der Arktis – von der Disko Bucht im Westen Grönlands bis in den entlegenen Osten der größten Insel der Welt. Zu einer Zeit, in der immer wieder mit den berühmten Polarlichtern gerechnet werden darf. Am Ende heißt es dann Abschiednehmen in Hamburg, wenn sich dort am 1. Oktober 2018 ein Kapitel Seefahrtgeschichte schließt. Das wird sicherlich für uns alle, unsere Gäste und unsere Crew, aber auch für unser Team an Land ein bewegender Moment. Wobei wir die Expeditionsgeschichte mit dem Namen „HANSEATIC“ ja fortschreiben, wenn im Frühjahr und Herbst 2019 unsere beiden neuen Expeditionsschiffe in See stechen werden: HANSEATIC nature und HANSEATIC inspiration. Darauf freuen wir uns sehr!


© Helmut Harringer / www.speedlight.at

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Interview: Dirk Lehmann, Fotos: Archiv



 

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Die Welt entdecken mit den Expeditionsschiffen von Hapag-Lloyd Cruises. MS BREMEN und MS HANSEATIC sind sehr wendig und verfügen beide über die höchste Eisklasse für Passagierschiffe. Bewertet mit vier bzw. fünf Sternen (laut Berlitz Cruise Guide) bieten die Schiffe Platz für maximal 150 bis 170 Passagiere.

Den neuen Katalog können Sie hier bestellen oder auf unserer Website online durchblättern, und die darin angebotenen Reisen ab sofort im Reisefinder buchen.

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