Weltumrundung mit MS EUROPA: Abenteuer Alaska – ein Reisetagebuch

337 Tage: Weltumrundung mit MS EUROPA. Im PASSAGEN BLOG begleiten wir die große Reise. Auf der Reise von Vancouver hinauf ins Ewige Eis Alaskas spüren die Gäste an Bord des 5-Sterne-Schiffs der Faszination des Goldrauschs nach

Datum: 23.06.2017
Tags: #mseuropa #weltumrundung #337tage
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EUR_Alaska_Vancouver

von Dr. Christine Reinke-Kunze (Text) und Vivienne Druwe (Fotos)


Weltumrundung mit MS EUROPA: Abenteuer Alaska – ein Reisetagebuch. Schon am Morgen nach der Abfahrt aus Vancouver ruft uns Kapitän Mark Behrend um 8 Uhr mit einer Durchsage auf die Außendecks. Das Schiff hat die Seymour Narrows erreicht, an ihrer schmalsten Stelle nur eine halbe Meile breit. Diese Passage zwischen Vancouver Island und Quadra Island gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf den Charakter dieser Reise – wir werden viele besondere Momente erleben.

Ein Luxusschiff auf den Spuren der Expeditionsschiffe. MS EUROPA wird durch die Inside Passage von Vancouver bis hinauf nach Alaska fahren. Wir werden raue Natur erleben, Bären und Wale sehen, schließlich das Ewige Eis. Und um uns darauf vorzubereiten, werden am ersten Seetag sogar Parka und Gummistiefel ausgegeben. Ein wenig fühlen wir uns wie Abenteurer.

Doch bis diese beginnen, können wir uns in einigen Vorträgen darauf vorbereiten. Bordfotografin Vivienne Druwe gibt Hinweise zur bestmöglichen Nutzung der Kamera, Sylvia Stevens spricht zum Thema: „Die einmalige Reise des pazifischen Lachses.“ Und am Abend erwartet uns Kapitän Mark Behrend zum Empfang mit Fototermin. Der Kapitän stellt sein Team vor, die engsten Mitarbeiter und gibt einen Überblick zum geplanten Verlauf der Reise.

Am frühen Morgen fährt die EUROPA durch den Low Inlet Grenville Channel, eine reizvolle Wasserstraße mehr als 100 Meter tief. Überraschend springt ein junger Buckelwal aus dem Wasser, kaum jemandem gelingt es, so schnell ein Foto zu machen. Und auch das ist ein Vorgeschmack auf diese Reise – wir werden Erinnerungen sammeln. Manche so besonders, man kann sie gar nicht fotografieren.


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Wir genießen den Seetag, lassen uns von Personal Trainerin Lena Wießner die Fitnessgeräte zeigen, erhalten von Staff Kapitän Dolf Jenckel die obligatorische Zodiac-Einweisung. Touristik Managerin Sonja Schwalbe stellt die Landausflüge vor. Und am Abend erreichen wir Ketchikan, die südlichste Stadt Alaskas. Viele von uns nutzen das schöne Wetter zu einem Spaziergang.

Auch am nächsten Tag begrüßt uns strahlender Sonnenschein in der Stadt, die eigentlich in einer der niederschlagsreichsten Regionen dieses Landstrichs liegt. Angeblich regnet es hier fünf mal so viel wie in Deutschland. Wir können bei schönstem Wetter diverse Ausflüge unternehmen – der Kultur der Ureinwohner begegnen, die Zipline am Bear Creek ausprobieren, im Wasserflugzeug die Misty Fjords überfliegen oder eine Jeep- und Kanufahrt nach Revilliago Island unternehmen.

Am frühen Abend finden wir uns wieder an Bord ein, und unter den Klängen der Hymne „Fabula Maris“ legt die EUROPA ab. Es geht weiter durch die Inside Passage. In Wrangell, einem Ort, der in der Zeit des Goldrauschs Bedeutung erlangte, faszinieren uns die Petroglyphen am Strand. Die Felsritzungen sind wohl einige tausend Jahre alt und stellen die Wissenschaftler bis heute vor zahlreiche ungeklärte Fragen.

Es geht weiter nach Juneau, Regierungssitz von Alaska – und die einzige Bundeshauptstadt der USA, die nur per Flugzeug oder Schiff zu erreichen ist. Die Stadt wurde 1880 vom Goldschürfer Joe Juneau geprägt. Für uns wird es ein Tag voller Abenteuer: Wir beobachten Wale, unternehmen Flüge in die Umgebung und besuchen den Mendenhall-Gletscher. Wir erkunden die Stadt mit ihrem weltberühmten „Red Dog Saloon“, in dem der Revolver der US-Legende Wyatt Earp hängt. Landgangsende ist gegen 23.00. An Bord erfreuen uns die „Jukebox Nights“ im Gatsby’s.


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Am Rande der Glacier Bay macht MS EUROPA in Point Adolphus fest. Der Ort ist bekannt für seine Whalewatching-Touren, vor allem kann man die 12 bis 15 Meter langen Buckelwale sehen. Bevor wir uns auf die Pirsch machen, lenkt uns eine Gruppe Bären ab, die plötzlich am Strand auftaucht. Sie sind mit den Ferngläsern gut auszumachen.

Kaum haben sich die Bären in den Wald verzogen, sehen wir Wale. Sie gleiten majestätisch durchs Wasser und tauchen fast zeitgleich in die Tiefe ab, um in einer gemeinsamen Formation zurück an die Wasseroberfläche zu kommen. Ein imposantes Schauspiel. Schließlich macht die EUROPA am Icy Strait Point fest. Es ist das erste Mal, dass ein Schiff von HAPAG-LLOYD Cruises diesen Punkt besucht.

Bei bedecktem Himmel und bewegter See erreicht die EUROPA den Hubbard Gletscher. Lektor Dr. Franz Gingele stellt den 122 Kilometer langen und bis zu zehn Kilometer breiten Eis-Strom vor. Behutsam steuert Kapitän Behrend das Schiff an der Eiswand entlang. Mit donnerndem Getöse brechen immer wieder gewaltige Brocken ab und lösen große Wellen aus.

Während uns die Städte Valdez und Homer mit viel Regen erwarten, ist die Wettervorhersage für die Amalik Bay gut. Wir hören einen Vortrag von Prof. Dr. Ingo Heidbrink zum „Goldrausch am Klondike“. Und kaum beginnen wir in die Zodiacs zu steigen, bricht die Sonne durch die Wolken. Der Anblick der grünen Uferlandschaft vor den schneebedeckten Bergen ist atemberaubend.

Immer wieder tauchen kleine Seeotter auf, die uns neugierig beäugen. Aus fast allen Booten heraus lassen sich Braunbären am nahen Ufer beobachten. Wie sie am Strand nach Muscheln graben. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, diese Tiere in der freien Natur beobachten zu können.


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Am nächsten Tag macht MS EUROPA an der Pier von Kodiak fest. Was erst verspricht, ein sonniger Tag zu werden, wird bald zum Spielball der typischen Wetterlaune Alaskas. Die Temperaturen fallen, der Wind nimmt zu, kurze und heftige Regenschauer ziehen über uns hinweg.

In Kodiak ist viel los. Drei Tage lang feiert man hier das Krabben-Festival. Wir mischen uns unter die Besucher, schlendern an den aufgebauten Buden im Hafen entlang, einige von uns lassen sich zu einem deftigen Imbiss verführen. Zurück an Bord treffen wir uns um 21.45 zum Vortrag von Sylvia Stevens: „Iditarod und das 1925 Serumrennen nach Nome.“

Nach vielen erlebnisreichen Tagen mit unzähligen Eindrücken freuen wir uns über einen Tag an Bord unserer schönen EUROPA. Wir haben Zeit, Erlebtes zu verarbeiten, Fotos zu sortieren, uns auszuruhen. Plötzlich der Ruf: „Orcas voraus!“ Wir greifen zu den Kameras und Ferngläsern und stürmen auf die Decks. Zahlreiche Orcas – geschätzt etwa 25 Tiere – zeigen sich immer wieder in Sichtweite des Schiffes. Ein Sonntag in den Gewässern vor Sitka.

Nach der Passagefahrt entlang der Küste des schönen Vancouver Island erreicht die EUROPA die Pier von Victoria. 1858 wurde die hübsche Hafenstadt zum boomenden Angelpunkt des Goldrausches. Heute gilt Victoria mit seinen Gärten als „good old England am Pazifik“. Das englische Image wird hier sehr gepflegt: mit roten Telefonzellen, roten Doppeldeckerbussen und Häusern im viktorianischen Stil. Mit Tanzmusik im Gatsby’s lassen wir den letzten Tag der Reise ausklingen. Gegen Mitternacht nimmt unser Schiff Kurs auf das letzte Ziel der Reise: Vancouver.

4.044 nautische Meilen (7.489 Kilometer) durch die Inside Passage bis hinauf nach Alaska. Und jetzt heißt es Abschied nehmen von der EUROPA – von Kapitän Mark Behrend und seinem Team. Ein letztes Händeschütteln, ein letztes Winken. Und der Dank für eine großartige Reise.


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Weltumrundung – mit MS EUROPA

In 337 Tagen von Hamburg nach Hamburg. Die Links führen zu den Kapitäns-Interviews im PASSAGEN BLOG:

Und hier geht zur Weltreise 2017/2018 von Nizza nach Dubai

 

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