Weltreise mit Stil: MS EUROPA im Great Barrier Reef

Mit MS EUROPA von Miami nach Dubai – in 141 Tagen von der Neuen in die Alte Welt: Panamakanal, Südsee, Osterinsel, Great Barrier Reef, Philippinen, Indien, Dubai. In den 20 Wochen berichten wir immer wieder von Bord, führen Interviews, publizieren Nachrichten von vor Ort – Statusmeldungen einer sehnsüchtig machenden Reise. Das Schiff hat Sydney verlassen, und Kapitän Olaf Hartmann hat Zeit für ein kurzes Interview über den aktuellen Reiseabschnitt – zum Great Barrier Reef

Datum: 16.01.2015
Tags: #kapitänhartmann #141tage #mseuropa #salomonen

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Miami • La Guaira • Valparaiso • Papeete • Auckland • Sydney • Manila • Ho-Chi-Minh-Stadt • Rangun • Colombo • Dubai

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In der Korallensee

Interview mit Kapitän Olaf Hartmann

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PASSAGEN BLOG: Fünf Tage wird die EUROPA die Küste Australiens hinauf fahren. Auf welche Stationen freuen Sie sich besonders?

Kapitän Olaf Hartmann: Ohne Zweifel ist schon der Abgangshafen „Sydney“ ein Traumziel. Die Fahrt durch den einzigartigen „Port Jackson“ mit den weltberühmten Wahrzeichen der Stadt – Oper und Harbour Bridge –  tolles Erlebnis und ein wahrer Genuss. Ganz gewiss freue ich mich auch auf die anderen Reiseziele an der Ostküste Australiens, wie Brisbane und Cairns, die eine Vielzahl hochinteressanter Aktivitäten anbieten.

Das Great Barrier Reef wird sicherlich eines der Highlights sein. Welche Inseln im Korallenmeer können direkt angelaufen werden?

Das Große Barriereriff ist das größte Korallenriff der Erde und wird als eines der sieben Weltwunder der Natur bezeichnet. Seit 1981 ist das Riff ein UNESCO Weltnaturerbe, das sich über 14 Breitengrade oder 2300 Kilometer erstreckt. In seiner gewaltigen Dimension ist das Great Barrier Reef kaum vorstellbar. Allerdings ist es kein zusammenhängendes Riff, sondern ein riesiges Gebiet, das aus 2900 einzelnen Inseln und Riffen besteht. Mit der EUROPA werden wir Hamilton Island anlaufen, das zu den besonders schönen Whitsunday Inseln gehört. Von Cairns aus werden wir Tauch- und Schnorchelausflüge zum Riff anbieten.

Great Barrier Reef in Australia From Above

Das Korallenmeer ist ein besonders sensibles Seegebiet. Welche Anforderungen ergeben sich daraus an Schiff und Mannschaft?

Der Status eines Weltnaturerbes verlangt hohe Umweltstandards, und dies gilt selbstverständlich auch für das Große Barriereriff. Den Touristen ist beispielsweise die Einfuhr von Lebensmitteln oder Pflanzen verboten; darüber und über anderes mehr muss durch tägliche Durchsagen an Bord aufmerksam gemacht werden. Vor den Landgängen werden Kontrollen durchgeführt. Generell herrscht an Bord ein sehr hohes Umweltbewusstsein. Es wäre für uns gänzlich unakzeptabel, wenn wir den Fortbestand dieses sensiblen Ökosystems im Korallenmeer in irgendeiner Weise gefährden würden.

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Von Australien führt die Reise weiter zu den Salomoninseln, die verblüffender weise etwa 200 Jahre „verloren“ waren. Noch heute werden die Salomonen nur von wenigen Reisenden besucht. Was erwartet die Gäste da?

Das „Verschwinden“ der Inselgruppe nach der Entdeckung 1568 ist dadurch zu erklären, dass seinerzeit die geographische Länge nur ungefähr ermittelt werden konnte. Auch die Position von Pitcairn Island wurde beispielsweise zunächst um 180 Seemeilen falsch errechnet. Erst nachdem John Harrison ein genaues Chronometer entwickelt hatte und der Bezug zu Greenwich festgelegt war, konnten exakte Karten erstellt werden. Nach den Kämpfen im Zweiten Weltkrieg und dem späteren Rückzug der Briten, wurden die Salomonen 1978 unabhängig. In den 90er Jahren führten die Stämme der Inseln gegeneinander kriegerische Auseinandersetzungen. Heute herrscht Frieden, und sehr freundliche Menschen lassen uns an ihrer ursprünglichen Kultur und vielfältigen tropischen Landschaft teilhaben. Der Tourismus ist noch in den Anfängen, die EUROPA wird erstmalig die Insel Santa Ana und die Hauptstadt Honiara besuchen.

In Papua-Neuguinea wird die EUROPA zum Expeditionsschiff, die Gäste schwärmen mit den Zodiacs aus in die Mündung des Sepik-Flusses. Werden Sie an den Ausflügen teilnehmen?

Schon auf den Salomonen werden wir unsere Schlauchboote vielfach einsetzen, um unsere Gäste durch die Riffe an die Strände zu bringen. Die Exkursion auf dem Sepik-Fluß, an der unsere gesamte Flotte von 12 Booten beteiligt ist, hat eindeutigen Expeditionscharakter. Auf der 3,5 stündigen Rundreise werden wir durch Dschungelwälder und Sumpfgebiete fahren und ein Stelzen-Dorf besuchen. Natürlich hoffe ich, auch eine Fahrt begleiten zu dürfen, denn diese Exkursion ist ein eindrucksvolles Erlebnis.

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Ein Astronom wird an Bord sein und die Sterne des Südhalbkugelhimmels zeigen. Wie gut kennen Sie die?

Ich bin sehr froh, dass wir einen Fachmann für die Astronomie dabei haben, denn das Interesse daran ist bei vielen Gästen groß. Jeder möchte das magische Kreuz des Südens gezeigt bekommen und die anderen Sternenbilder, die hier, in der Nähe des Äquators, in klaren Nächten wunderbar zu sehen sind. Ich selbst gehöre zu der Generation, die als 3. oder 2. Offiziere astronomische Ortsbestimmungen durchführen mussten, weil es das Global Positioning System noch nicht gab. Insofern ist noch ein bisschen allgemeines Wissen über den Sternenhimmel bei mir hängen geblieben.

Was sind aus Ihrer Sicht die Highlights dieses Reiseabschnitts für die Weltreisenden an Bord?

Grundsätzlich tue ich mich schwer damit, eine Wertung unserer Reiseziele vorzunehmen, denn sie sind mit Sorgfalt und der Erfahrung vieler guter Mitarbeiter festgelegt worden. Jedes Ziel hat eine wirkliche Berechtigung und steht für sich, alles zusammen ergibt ein rundes Bild. Für unsere Weltreisegäste ist dieser Reiseabschnitt ein weiterer Baustein des „Gesamtwerks“, und ich bin mir dabei sicher, dass jeder von uns eine andere Reihenfolge der Höhepunkte nennen wird: vielleicht Sydney oder Hamilton Island, Mbike, Santa Ana, den Sepik-River oder Koror – es gibt viele Paradiese auf dieser Reise zu erleben.

HL_OCV2_158412068   MS EUROPA, Cruise Days Hamburg, © Susanne Baade, push:RESET

Was werden Sie am 25. Januar machen?

Wir werden morgens in den Hafen von Manila einlaufen und mein ablösender Kollege, Kapitän Mark Behrend, wird das Schiff für die nächsten Monate übernehmen. Gewiss freue ich mich auf mein Zuhause, die Familie und unsere Freunde. Andererseits verlasse ich zunächst meine „Familie“ an Bord dieses einmaligen Schiffes, und das macht wehmütig. Schließlich kennen wir einander schon lange, arbeiten und leben zusammen und sind vielfach Freunde geworden, die gerne und mit Herzblut ihre Aufgaben versehen. Natürlich gehören unsere Gäste ebenso zur „Bordfamilie“, die ich vermissen werde. Auf das Wiedersehen mit dem Schiff, seinen Gästen und seiner Besatzung freue ich mich jedes Mal. Die EUROPA hat eine wunderbare Seele.

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Weitere Informationen zur Weltreise mit der EUROPA finden Sie hier.

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