Paula bloggt: Premiere MS HANSEATIC – Expedition Island-Umrundung

Premiere MS HANSEATIC: Unzählige Reisen zu dieser besonderen Insel stehen im Logbuch des Schiffes. Doch nun startet die erste Circumnavigation. In ihren WhatsApps von Bord berichtet Bloggerin Paula über die Expedition Island-Umrundung – über Naturgewalten, Wunder und über einen Abschied, der ihr nicht leicht fällt…

Datum: 12.06.2018
Tags: #expeditionen #mshanseatic #island
DSC07478 Stokkur (3)
DSC07440 Gullfoss
DSC07526 Islandpferde

+++Premiere und Abschied – die Island-Umrundung wird meine letzte HANSEATIC-Reise+++

Ja, ich freue mich auf die Premiere, auf die neuen Ziele. Doch da ist auch ein mulmiges Gefühl. Denn diese Reise wird für mich der Abschied sein von „meiner“ Hanse. Am 1. Oktober wird die HANSEATIC die Flotte von Hapag-Lloyd Cruises verlassen. 38 Reisen haben mein Mann und ich mit diesem Schiff gemacht, es ist ein Teil unseres Lebens geworden. Wenn wir von Bord gehen – nehmen wir Abschied. Und so sehr ich mich auf die neuen Expeditionsschiffe HANSEATIC nature und HANSEATIC inspiration freue, es wird ein emotionaler Tag für mich.

Auch deshalb sind mein Mann und ich schon einige Tage vor Reisebeginn nach Reykjavik geflogen. Wir erkunden die Region um den Eylafjallajökull, dessen Ausbruch 2010 für Ausfälle im Flugverkehr sorgte. Bei schönstem Wetter genießen wir das Vulkan-Panorama. Zartes Grün zeigt sich an noch immer verkohlten Bäumen, Islandpferde und Schafe mit ihren Jungtieren säumen unseren Weg. Wir fahren zum Großen Geysir, der mit seinen 70 Meter hohen Fontänen als Namensgeber für Naturphänomene dieser Art gilt. Er scheint müde geworden zu sein, nur noch selten bricht er aus. Während der kleinere Bruder Stokkur (Butterfass) alle 5 bis 10 Minuten das heiße Wasser 25 Meter hoch in den blauen Himmel über Island prustet. Und dann stehen wir vor Gullfoss. Über den „Goldenen Wasserfall“ tost der Gletscherfluss Hvítá 32 Meter in die Tiefe.

Mit seinen Naturgewalten steht Island für Ende und Neuanfang. Es ist eigentlich das passende Ziel für eine Abschiedsreise – spektakulär, unerbittlich, faszinierend.


DSC07592 Heimæy Museum

DSC07586 Heimæy
DSC07596 Heimæy

+++Eine neue Insel und ein Wunder – Vestmannaeyjar und Heimæy+++

Góðan dag Vestmannaeyjar! Wir umrunden die Insel Surtsey. Mit einer Größe von 1,4 Quadratkilometern ist sie die jüngste der 15 Westmänner-Inseln, sie entstand 1963 während eines Vulkanausbruchs. Benannt wurde sie nach dem Feuergott Surtr. Die Insel wurde zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt und darf nur zu Forschungszwecken betreten werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Surtsey in Folge von Erosion weiter schrumpfen wird – auf etwa ein Viertel ihrer momentanen Größe. Uns fasziniert die schroffe Insel, die von Pflanzen und Vögeln bevölkert wird.

Dann geht es für die HANSEATIC durch die spektakuläre Hafeneinfahrt nach Heimæy. Beim Ausbruch 1973 spuckte der Vulkan Eldfell 158 Tage lang Lava. Insgesamt 250 Millionen Tonnen Seewasser wurden in den Schlot gepumpt, um die Hafeneinfahrt zu retten. Es gelang, doch es geht eng zu. Wir besuchen das Vulkanmuseum Eldheimar, eine Ausgrabung eines Hauses, das unter der Vulkanasche begraben lag. Eindrücklich erzählt dieser Ort die Geschichte der Vestmannaeyjar und ihrer Vulkane, etwa am Vortag des Ausbruchs ein Sturm tobte und die gesamte Fischereiflotte der Insel im Hafen lag. Alle Menschen konnten evakuiert werden. Wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden.


DSC07884 Bakkagerði


+++Bunte Höhlenbewohner – die Puffin-Kolonie von Bakkagerði+++

In kleinen Ort Bakkagerði – mit nur rund 100 Einwohnern – bietet sich uns die Möglichkeit, Papageientaucher ganz aus der Nähe zu beobachten. Der Mai war kalt, die Kolonie ist in den Vorbereitungen, wir können den Vögeln dabei zusehen, wie sie ihre Bruthöhlen säubern. Diese können bis zu drei Meter weit in den Fels hinein führen. Die Papageientaucher sind etwa so groß wie eine Haustaube.


DSC08393 Siglufjörður

+++Heringe und Tunnel – Siglufjörður+++

Siglufjörður – deutsch: Schiffsmastfjord – ist die nördlichste Stadt Islands. Hier lebten zu Zeiten des Heringsbooms mehr als 3.000 Menschen. Der begann genau am 8. Juli 1903. Da lief das erste norwegische Fischerboot ein, um seine Heringe einsalzen zu lassen. Die Isländer übernahmen diese Technik. Das goldene Zeitalter begann. 1968 hatte man an den Folgen der Überfischung zu leiden, 1980 war der Boom vorbei. 2010 sorgte der Bau eines Tunnels für eine ganzjährige Verbindung der Stadt mit ihrem Umland, mit dem sie in den langen Wintermonaten nur über enorme Umwege erreichbar war. Heute lebt Siglufjörður vom Tourismus. Ein preisgekröntes Heringsmuseum – das größte Meeres- und Industriemuseum Europas – erzählt mit viel Tempo, wie früher Heringe im Akkord verarbeitet wurden. Es war Knochenarbeit. Als zum Abschluss der Darbietung die Fischköpfe auf die Pier geworfen werden, beginnt die wildeste Möwenshow…


DSC08454 Siglufjörður
DSC08417 Siglufjörður

Paula-Bloggt-1Seit einiger Zeit gibt es im PASSAGEN BLOG die Kategorie „Paula bloggt“. Dahinter verbirgt sich: Constanze Hoffmann. Seit 2005 reist sie als Gast mit den Schiffen von Hapag-Lloyd Cruises, rund 150.000 Seemeilen hat sie bisher auf ihrem Konto – das sind fast 280.000 Kilometer. An Bord hat sie den Namen „Paula“ erhalten. Der ist ihr inzwischen so lieb, dass sie ihn als zweiten Vornamen verwendet. Über ihre Reisen berichtet sie in ihrem privaten Reise-Blog und hin und wieder auch im PASSAGEN BLOG. Wir freuen uns immer auf ihre WhatsApp von Bord…


 


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