Horizont: Mit TV-Historiker Guido Knopp im Privatjet ALBERT BALLIN nach Zentralasien

Horizont – im Privatjet ALBERT BALLIN nach Zentralasien. Mit an Bord ist einer der bekanntesten Historiker Deutschlands, Professor Doktor Guido Knopp. Im Interview mit dem PASSAGEN BLOG spricht er über die Bedeutung der Geschichte, über das deutsch-russische Verhältnis und über die Schönheit einer besonderen Landschaft

Datum: 16.06.2017
Tags: #privatjetalbertballin #zentralasien
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Passagen Blog: Lieber Guido Knopp, unzählige Recherche-Reisen haben Sie in diese Regionen der einstigen Sowjetunion geführt. Wenn Sie jetzt die Gäste im Privatjet ALBERT BALLIN erneut dorthin begleiten – auf welches Wiedersehen freuen Sie sich?

Guido Knopp: Ich finde, die Reise hat den richtigen Titel – Horizont. Und so freue ich mich vor allem auf die Landschaft und ihre Weite. Zum anderen freue ich mich auf die Menschen. Ich habe diese Region ja schon oft besucht. Und die Herzlichkeit der Menschen hat mich immer beeindruckt. Ob arm oder reich, Gastfreundschaft wird hier sehr groß geschrieben.

Wie bewerten Sie denn die momentane, politische Lage?

Interessant finde ich an der Beziehung zwischen Deutschland und Russland, dass es eigentlich egal ist, wie sich die Regierungen verstehen – die Völker haben ein symbiotisches Verhältnis. Putins kommen und gehen.

Doch nichts ergibt sich zwangsläufig. Wenn wir etwa die deutsche Einheit betrachten, so hat es dagegen in Russland auch viele Widerstände gegeben. Ein Putsch – und 1990 waren wir kurz davor – hätte die Wiedervereinigung wohl verhindert. Ich finde ganz passend, was Helmut Kohl dazu sagte: Der liebe Gott hat uns geholfen…

Wie sind Sie eigentlich zum „Chef-Historiker“ des ZDF geworden?

In den Medien kam Geschichte eigentlich kaum vor, die BBC hatte eine entsprechende Abteilung. Und bei den deutschen TV-Sendern gab es bei der ARD bereits eine Geschichtsredaktion. Ich habe den Intendanten des ZDF überredet, ebenfalls eine solche aufzubauen und konnte mir dafür sogar die Mitarbeiter selbst aussuchen. Unser Anspruch war: Geschichte für alle zu machen – von Golo Mann bis Lieschen Müller.

„Histotainment“ nennt man die populäre Auseinandersetzung mit Geschichtsthemen. Heute bieten viele Medien populär aufbereitete Geschichts-Themen an. Warum ist die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit so wichtig?

Histotainment ist ein gutes Schlagwort, aber als Bezeichnung nicht immer ausreichend. So vermitteln wir ja auch den Forschungsstand der Wissenschaften. Das zeigt sich an der Bewertung des 20. Jahrhundert, wenn heute etwa einige Historiker von einem 30-jährigen Krieg in Europa sprechen – von 1914 bis 1945.

Wie wichtig ist es für die Deutschen, sich mit Geschichte zu befassen?

Wir erleben gerade die beste Phase der deutschen Geschichte. Freiheit, Frieden, Einheit. Doch die Kontinuität der deutschen Geschichte liegt in der Kleinstaaterei – wir sind ein Land der Stämme und Regionen. Kaiser Otto hatte dieselben Probleme wie heute Bundeskanzlerin Merkel. Schon deshalb finde ich es wichtig, sich mit Geschichte zu befassen.


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Manche Orte, die man bereist, um die Geschichte eines Landes zu verstehen, sind beeindruckend. An welche wird diese Reise im Privat führen?

Spannend wird Irkutsk. Die Stadt ist die heimliche Hauptstadt Sibiriens, in die einst viele Gegner des Zaren verbannt wurden. Die so genannten Dekapristen haben Irkutsk geprägt als Ort der Freiheit und Demokratie „in the middle of nowhere“.

Und dann die asiatische Steppe. Es ist eine besondere Welt, an die sich vor allem Pferde und Reiter angepasst haben. Sie können in hohem Tempo über Wochen weite Strecken zurück legen. Das Reich Dschingis Khans ist auf dem Rücken der Pferde entstanden. Es gibt ein sehr hübsches Sprichwort: „Ein Pferd ohne Reiter, ist immer noch ein Pferd. Ein Reiter ohne Pferd, ist nur ein Mensch.“

Dschingis Khan wurde lange als Geißel der Menschheit betrachtet. Hat sich das geändert?

Dass die Bewertung von Geschichte ständigem Wandel unterliegt, belegt auch die Auseinandersetzung um Dschingis Khan. In der Sowjetunion war er eine persona non grata, der Name war verpönt. Heute wird geradezu ein Kult betrieben um seine Person. Er ist eine Identitätsfigur, der prominenteste Mongole überhaupt.

Auch unser Bild von Dschingis Khan sollte sich ändern. Wir pflegen das Vorurteil des blutigen Tyrannen, nennen ihn in einem Atemzug mit Hitler und Stalin. Dabei war Dschingis Khan der Herrscher über ein Weltreich von Südrussland bis an Japanische Meer. Und es war ein erstaunlich modernes Reich, so garantierte ein allmongolisches Gesetz die religiöse Freiheit des einzelnen.

In einem Interview sprachen Sie über die Entdeckerlust, die Sie nie so recht losgelassen habe. Welches andere Land würden Sie gern mit dem Privatjet ALBERT BALLIN erkunden?

Ach, da will ich mich gar nicht auf ein Ziel festlegen. Ich war mal ganz kurz am Amazonas. Was es da an Tieren gibt, wie die Menschen in dieser Welt leben, das hat mich fasziniert. Da würde ich gern tiefer einsteigen.

Indien ist ein Kontinent, der von Geschichte nur so strotzt. Ich war eigentlich noch nie wirklich dort, hatte nur zwei kurze Stopps, einen in Delhi, einen in Mumbai.

Und nicht zuletzt: Afrika, der deutsche Schicksalskontinent, in dem die Kolonialzeit bis heute nachwirkt. Besonders die Region südlich der Sahara würde ich gern intensiver bereisen.


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Interview: Dirk Lehmann, Fotos: Archiv



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