Start der Antarktis-Saison: Stationen einer Expedition ins Ewige Eis

Antarktis-Saison 2016/2017: MS HANSEATIC und MS BREMEN machen sich auf den Weg ins Ewige Eis. Hier ist alles anders – auch die Landgänge. In mehreren Beiträgen stellen wir die Stationen der Antarktis vor. Den Anfang macht diese Übersicht zu den Inselgruppen und Orten

Datum: 23.11.2016
Tags: #expeditionen #mshanseatic #msbremen
HeaderAntarktis
011Antarctic_Sound011
021Melchior_Island009
08_Petermann Island_15

Mit MS HANSEATIC und MS BREMEN auf Entdeckungsreise ans Ende der Welt. Wenn im November die Temperaturen am Südpol langsam steigen, öffnet sich der Zugang zur größten Wildnis der Erde – zur Antarktis. 89 Prozent der gesamten Eismassen des Planeten befinden sich auf dem Sechsten Kontinent. Und der ist ein Reich der Extreme. Nirgends ist es trockener, und nirgends sind die Bedingungen extremer. Im antarktischen Winter fallen die Temperaturen auf bis zu 70 Grad unter Null, die Windgeschwindigkeiten steigen auf bis zu 250 Km/h.

Kaum zu glauben, dass es vor mehr als 50 Millionen Jahren hier so warm gewesen sein soll, dass Palmen entlang der Küste wuchsen. Heute liegt die Antarktis unter einem dicken Eispanzer, der an manchen Stellen 4.500 Meter misst. Es ist eine extreme Welt, aber eine Welt voller Wunder, Südpol-Pionier Roald Amundson nannte sie ein „Märchenland“.

Die gefrorene Landmasse wird von einem Eismantel umgeben, der sich nur von Mitte Oktober bis Ende Februar zögerlich zurück zieht. Der antarktische Sommer ist kurz, aber spektakulär: Wenn die Eisdecke in Schollen zerbricht, kommen Wale in die nährstoffreichen Gewässer, um sich satt zu fressen. Die Pinguine beginnen mit der Balz, die Riesensturmvögel legen ihre Eier ab. Im Dezember brüten Millionen Pinguine und die antarktischen Seebären bekommen Nachwuchs. Mit Glück kann man im Januar die größten Räuber der Antarktis, die Seeleoparden, bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten.

Sobald die Wetterbedingungen es gestatten, bahnen sich HANSEATIC und BREMEN ihren Weg vom südlichsten Zipfel Südamerikas bis an die antarktische Halbinsel. Ausgestattet mit der höchsten Eisklasse, dringen beide Schiffe auch in dichte Eisfelder vor. Und doch gleicht keine Reise der anderen. Am Ende der Welt regiert die Natur. Fernab der Zivilisation gibt es keine Städte und keine Häfen. Und so besteht die einzige Möglichkeit, einen Fuß auf antarktischen Boden zu setzten, darin in ein Zodiac zu steigen und an Land zu fahren. Die robusten Schlauchboote sind die Vehikel für Abenteuer in der Antarktis.


022Melchior_Islands010
06_Paradise Bay_16
001New_Island009
03-NewIsland031

Falkland Inseln

  • Anzahl der Inseln: ca. 700
  • Hauptstadt: Stanley
  • Einwohner: 2.955
  • Must-do: ein Falkland Islands Ale im Pub „Globe Tavern“

Im Südatlantik liegen die Falkland-Inseln, bzw. die Islas Malvinas. Sowohl Großbritannien als auch Argentinien erheben Anspruch auf das kleine Archipel. Doch die Hauptbewohner des Inselreichs kümmern sich nicht über politische Befindlichkeiten. Sie sind mehr daran interessiert, einen perfekten Nistplatz zu finden: Mehr als 60 verschiedene Vogelarten – vom Magellan-Pinguin bis zum mächtigen Albatros sind hier anzutreffen. Die meisten der knapp 3.000 menschlichen Einwohner leben in der Hauptstadt Stanley, die mit viktorianischer Baukunst und britischem Charme punktet.


10-Grytviken+Maiviken026


Südgeorgien

  • Anzahl der Inseln: ca. 50
  • Hauptort: Grytviken
  • Einwohner: 30 (im Sommer)
  • Must-do: an Shackletons Grab anstoßen

1.400 Kilometer vom nächsten Festlands entfernt liegt Südgeorgien. Schroffe Berge, riesige Gletscher, harte Bedingungen. Anfang des 20. Jahrhunderts diente die Haupt-Insel als Walfangstation, mehrere Orte entstanden hier, zeitweise lebten einige tausend Menschen da. Einer davon ist die ehemalige Walfangstation Grytviken, in der der Antarktis-Forscher Sir Ernest Shackleton starb. In den 1960er Jahren wurde Grytviken aufgegeben und schließlich zum Museumsdorf umgewandelt. Südgeorgien ist vor allem berühmt für seine unglaubliche Tierwelt. Mehr als 50.000 Königspinguine bevölkern die Salisbury Plain, am Strand von Gold Harbour tummeln sich Seebären und Seeelefanten.


ANT_ALL_02000479
14_Half Moon Bay_06

Antarktis 2011: Halfmoon Island: Zuegelpinguine.


Süd Shetland-Inseln

  • Anzahl der Inseln: 11
  • Haupinsel: King George Island
  • Einwohner: 0 (einige in den Forschungsstationen)
  • Must-do: ein Spaziergang auf den 332 Meter hohen Goddard Hill von Deception Island

Basaltfelsen ragen hoch über die eisige See und schwarze Lavastrände säumen die blau-weiße Küste. Das Archipel ist historisch signifikant: unzählige Fossilien gewähren Einblicke in die Erdgeschichte. Auf dem felsigen Elephant Island überwinterten einst Shackletons Männer, nachdem ihr Schiff im Eis gekentert war. Der fremde Kontinent ist schon ganz nahe, nur eine etwa 150 Kilometer breite Wasserstraße trennt die Inseln vom antarktischen Festland. Auch völkerrechtlich gehört die Inselgruppe bereits zur Antarktis – und somit keinem souveränen Staat an.


013Antarctic_Sound017
013Antarctic_Sound015

Antarktische Halbinsel

  • Länge: 1.200 Kilometer
  • Hauptort: -
  • Einwohner: 0
  • Must-do: letztes Pinguin-Foto

Wenn das Eis sich weit genug zurückgezogen hat, können HANSEATIC und BREMEN bis zur Antarktischen Halbinsel und den vorgelagerten Inseln vordringen. Nur wenige Menschen betreten je das antarktische Festland. Wo genau die Zodiacs anlanden, lässt sich nicht vorhersagen. Vielleicht in der Nähe der Paradise Bay? Oder in Neko Harbour? Die Schiffe passieren haushohe Eisberge und schneebedeckte Gipfel – und oft den spektakulären Lemaire-Kanal. Bis zu 1000 Meter hohe Berge flankieren rechts und links die Meerenge.


Ushuaia10


Tierra del Fuego: Ushuaia. Antárctica Chilena: Puerto Williams

  • Ushuaia: 64.000 Einwohner
  • Must-do: Pub-Stroll durch das Nightlife nach Wochen antarktischer Abgeschiedenheit
  • Puerto Williams: 2290 Einwohner
  • Must-do: Pisco Tour im „Club Naval“ in einem Rheinschiff, das im Hafen liegt

Eine jede Antarktis-Kreuzfahrt führt nach Ushuaia. Hier treffen die Ausläufer der Anden auf den Ozean. Argentinien und Chile teilen sich die Insel Feuerland an der Spitze des südamerikanischen Kontinents. Beide Länder streiten sich darum, wer die südlichste Stadt der Welt sein eigen nennen darf. Aber ist nun das argentinische Ushuaia mit seinen vielen Pubs und Restaurants das Tor zu der Welt aus Eis? Oder ist es doch eher das verträumte Puerto Williams, wo der Hauch der Antarktis durch die Straßen weht? Beide sind eine Reise wert.


007Salisbury_Plain003


Text: Bianca Klement; Fotos: Archiv



Expedition Antarktis

Hier finden Sie die Übersichtsseite mit den Berichten über die Reisen in die Antarktis im PASSAGEN BLOG.

Hier finden Sie aktuelle Angebote mit den Antarktis-Reisen von Hapag-Lloyd Cruises.

Vorheriger Beitrag

Start der Antarktis-Saison: Die Tierwelt im Ewigen Eis

...

Nächster Beitrag

Bilder des Tages: MS BREMEN – Auftaktbesuch bei den Pinguinen

...
Auch interessant...

Mehr Beiträge zum Thema »

MS BREMEN und MS HANSEATIC: Die Antarktis-Saison – ein Rückblick in Bildern

Beitrag lesen »
 

Semi-Circumnavigation Antarktis: das große Abenteuer der BREMEN

Beitrag lesen »
 

MS BREMEN im Ewigen Eis: Neujahr in der Antarktis

Beitrag lesen »