Start der Antarktis-Saison: Die Tierwelt im Ewigen Eis

Antarktis-Saison 2016/2017: MS HANSEATIC und MS BREMEN machen sich auf den Weg ins Ewige Eis. Hier ist alles anders – auch die Landgänge. In mehreren Beiträgen stellen wir die Stationen der Antarktis vor. Linda Rudin schreibt über die Tierwelt im Ewigen Eis

Datum: 17.11.2016
Tags: #expeditionen #mshanseatic #msbremen
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Linda Rudin (Text und Bild)


Antarktis. Ein Wort voller Mystik und Versprechungen. Ein Ort, so schwierig zu erreichen wie wenige andere. Eine Welt, von welcher unzählige Bilder in meinem Kopf umher schwirren, während ich voller Vorfreude meine Koffer packe. Er ist nicht einfach zu beschreiben, der eisige Kontinent – eine völlig eigene Welt und ein absolutes Paradies für jeden Tierliebhaber.

Man mag im Voraus gelesen haben, wie viele Pinguine in manchen Kolonien auf Südgeorgien oder auf der antarktischen Halbinsel brüten. Aber trotzdem ist es ein überwältigender Anblick, direkt vor einer solchen Vielzahl von Tieren zu stehen. Je nach Windrichtung mag aber das Ohr oder die Nase bereits vor dem Auge eine Ahnung bekommen, womit hier zu rechnen ist – Pinguinkolonien sind erstaunlich laut und streng riechend.

Wer sich jedoch vom Geruch nicht abhalten lässt, für den gibt es zu jeder Zeit etwas zu sehen: am Anfang der Saison Balzverhalten und Nestbau; etwas später ab und zu ein Blick auf ein Ei, auf ein Küken unter dem Elterntier; ein paar Wochen darauf fluffige Kleine allein unterwegs oder in so genannten Kinderkrippen zusammen gehudert. Mit etwas Geduld gibt es unglaublich lustige und herzerwärmende Momente: das Pinguinküken, das mit seinem Geschwister kuschelt, oder Eltern, die von älteren Jungtieren regelrecht belagert und verfolgt werden – und sich dabei gerne auch mal auf dem Bauch rutschend auf die Flucht begeben.

Und während wir Besucher selber nur kurz den oft ziemlich harschen Elementen ausgesetzt sind, ist es umso beeindruckender zu sehen, wie erfolgreich die verschiedenen Tierarten in der Sub- und Antarktis an die Umweltbedingungen angepasst sind. Und wie sie die kurze Sommerzeit perfekt nutzen, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen und groß zu ziehen.


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Nicht nur die Pinguine besiedeln zu dieser Jahreszeit in großer Anzahl die Strände, Hänge und das Wasser in und um die Antarktis. Auf dem Weg zwischen dem südamerikanischen Festland, den Falklandinseln, Südgeorgien und der antarktischen Halbinsel wird das Schiff oft von Seevögeln begleitet. Unter ihnen einer der größten überhaupt – der Wanderalbatros mit einer Flügelspannweite von bis zu dreieinhalb Metern. Elegant segelt er zusammen mit anderen Vögeln um unser Schiff und hält Ausschau nach Nahrung.

Davon gibt es im südlichen Ozean mehr als genug. Der Krill, eine Art Leuchtgarnele, ist hier in Mengen zu finden, die jegliches Vorstellungsvermögen sprengen. Heutzutage geht man davon aus, dass diese kleinen Tierchen vom Gewicht her das häufigste Tier auf der Welt sind. Sie sind nicht nur Nahrung für Pinguine und Seevögel, sondern auch für die Meeressäuger, die an Land und im Wasser leben.

Die Kolonien der Pelzrobben stehen jenen der Pinguine nur wenig nach. Allerdings empfiehlt es sich, gebührenden Abstand zu halten, denn Pelzrobben sind sehr schnell und verteidigen ihr Territorium. Im Gegensatz zu der eher gemütlichen Familie der Hundsrobben, die an Land, im Wasser und auf Eisschollen immer wieder anzutreffen sind.

Den Blick aus den großen Augen eines See-Elefanten vergisst man ebenso wenig wie das reptilienhafte Antlitz des räuberischen See-Leoparden. Mit etwas Glück kriegt man auch den anderen großen Räuber des Meeres zu Gesicht: den Orca, auch Killer- oder Schwertwal genannt. Im Gegensatz zu den Bartenwalen ist diese Art leicht an der hoch aufgerichteten, schwarzen Rückenflosse zu erkennen. Normalerweise ist in jeder Gruppe ein dominantes Männchen zugegen.

Die großen Bartenwale dagegen sind eigentlich Einzelgänger. Auch sie sind im südlichen Ozean weit häufiger vertreten als in anderen Regionen der Welt. Es sind magische Momente, wenn das Schiff auf allen Seiten von ihnen umgeben ist und man die Atemwolken und langen Rücken sieht, wohin man auch schaut. Und während sich die Wale schon vor einiger Zeit auf die lange Wanderung in Richtung Antarktis gemacht haben, gilt dies nun auch für MS BREMEN und MS HANSEATIC…


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Linda Rudin ist Naturwissenschaftlerin und begleitet als Lektorin die erste Expedition der BREMEN in die Antarktis.


Expedition Antarktis

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