Mit HANSEATIC inspiration in die Antarktis. Die bewegende Geschichte der Falkland-Inseln

Sie sind ein Stopp auf vielen unserer Reisen in die Antarktis und ein letzter Außenposten der Zivilisation – die Falklands, mit ihren roten Telefonhäuschen und goldgelben Ginsterbüschen. In unserem Blog berichtet Peter Marr über die historischen Auseinandersetzungen um die Inselgruppe.

Datum: 06.03.2020
Tags: #hanseaticinspiration #antarktis

Friedlich liegen sie da, die Falkland-Inseln, als wir morgens mit der HANSEATIC inspiration in den Naturhafen von Port Stanley einlaufen. Es ist eine kleine, verschlafene Hafenstadt am Ende der Welt. Lediglich 2.000 Menschen leben hier. Als britisches Überseegebiet gehören die Falkland-Inseln zum Vereinigten Königreich, waren bis vor kurzem noch Teil der Europäischen Union. Das Staatsoberhaupt heißt Queen Elisabeth II. In Stanley fährt man auf der linken Straßenseite, die Architektur wirkt vertraut britisch, und zum Straßenbild gehören die typischen roten Telefonzellen.

Die Inseln befinden sich cirka 400 Kilometer östlich von Argentinien und somit etwa 14.000 Kilometer vom englischen Mutterland entfernt. Dieser Umstand ist seit ihrer Entdeckung Grund dafür, dass die Falklands zum Zankapfel mehrerer Nationen wurden. Wir schlendern durch die Straßen und lassen die beschauliche Stimmung auf uns wirken. Beim Besuch des Dockyard Museums bekommen wir einen lebhaften Einblick in die Geschichte der Falklands. Wir können kaum glauben, dass der Krieg bis in diesen entfernten Winkel der Welt vorgedrungen ist.

Die Briten waren anfangs nicht interessiert – an den Falklands

 

Bevor europäische Seefahrer die Inselgruppe besuchten, war sie unbewohnt. Als erster sichtete sie wohl der englische Kapitän John Davis, 1598. Aber es dauert fast 100 Jahre, bis John Strong 1690 die Inseln erstmalig betrat. Er war es auch, der die Grundlage für den heutigen Namen legte. Nach dem Schatzmeister der Royal Navy benannte er die Meerenge zwischen den beiden Hauptinseln – Falkland-Sound. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde der Name zum Synonym für die gesamte Inselgruppe.

Die Briten zeigten ursprünglich wenig Interesse. Und so war es dann auch ein Franzose, der hier die erste Siedlung gründete. Der Weltumsegler Luis Antoine de Bougainville baute im Jahr 1764 Port-Louis auf Ost-Falkland, benannt nach dem damaligen französischen König. Schon zwei Jahre später waren die Franzosen genötigt, die Siedlung an die Spanier zu verkaufen. Diese beriefen sich auf den Vertrag von Tordesillas, wonach alle Länder, die westlich einer Demarkationslinie entdeckt würden, automatisch spanisch wären. Der Papst hatte im Jahr 1494 diesen Vertrag zwischen den beiden führenden Seefahrernationen Spanien und Portugal geschlossen. Er wollte Frieden zwischen den christlichen Nationen, dass sie sich aufs Missionieren und nicht auf Kampfhandlungen untereinander konzentrieren. Îles Malouines hatten die Franzosen die Inseln genannt, es waren bretonische Fischer, der Name eine Anlehnung an ihre Heimat St. Malo. Die Spanier übernahmen die Bezeichnung, sie kennen die Falklands als Islas Malvinas.

Die Spanier hatten offenbar auch nur wenig Interesse an der Inselgruppe und stellten den Unterhalt alsbald ein – ohne aber auf die Hoheitsansprüche zu verzichten. Da Argentinien sich als offiziellen Rechtsnachfolger des spanischen Kolonialreiches in Südamerika betrachtet, erhebt der südamerikanische Staat seit 1833 Anspruch auf die Islas Malvinas. Aber auch die Engländer etablierten einen Flottenstützpunkt, um ihrerseits Hoheitsansprüche geltend zu machen. Die Engländer argumentieren mit dem Recht des Entdeckers. Die Argentinier argumentieren mit dem Recht der geographischen Lage.

Die Situation eskalierte im Jahr 1982. In beiden Mutterländern mussten wohl interne Probleme in der Politik kaschiert werden. Eine offizielle Kriegserklärung hat es jedenfalls nie gegeben. Am 2. April besetzte die argentinische Armee mit einer kleinen Truppe unerfahrener und unterversorgter Soldaten die Inseln und annektierten sie. Sieben Wochen später landete Großbritannien mit Elitetruppen auf den Inseln und konnte diese nach kurzen, aber heftigen Kämpfen wieder für das Vereinigte Königreich sichern. Argentinien wurde zur Aufgabe gezwungen. Schon am 14. Juni, nach nur vier Monaten, war die argentinische Herrschaft beendet. Der Falkland-Krieg forderte 1.000 Menschenleben.

Wir schlendern durch das hübsche Städtchen

 

Während wir so durch die Straßen spazieren, die gepflegten Gärten mit dem leuchtend gelben Ginsterbüschen und die Häuschen im gregorianischen Stil betrachten, können wir uns kaum vorstellen, dass vor fast 40 Jahren Panzer durch dieses Idyll fuhren. Seither sind ständig 1.500 britische Soldaten auf den Inseln stationiert. Doch Argentinien erneuert regelmäßig die Herrschaftsansprüche an den Islas Malvinas, im Jahr 2013 forderte die argentinische Präsidentin Cristina Kircher von James Cameron, die Falkland-Inseln an Argentinien zu übergeben. Doch der britische Premierminister sagte, er werde alles tun, um die Interessen der Falkland-Bewohner zu verteidigen – diese hätten in einem Referendum eindeutig den Wunsch geäußert, britisch bleiben zu wollen.

In neuester Zeit haben Erdölexplorationen den ungeklärten Konflikt wieder aufleben lassen. Es liegen wohl enorme Reserven an Erdöl und Erdgas im Bereich um die Inseln. Schon im Jahr 2010 sollte mit der Förderung begonnen werden…


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Peter Marr, 1977 auf der Schwäbischen Alb geboren, studierte Geographie, Geologie und Städtebau. Er engagierte sich bei verschiedenen Umweltschutzeinrichtungen an der Ostküste der USA, arbeitete als Projektleiter für innerstädtische Brachflächenreaktivierungen und machte sich in der Branche selbständig. Als zertifizierter Wanderführer und Trekking-Guide begeistert er Reisende, unter anderem für die historische Geographie der Arktis und Antarktis.

Fotos: Archiv, CruiseVision

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