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von Nadine Armbrust (Text) und Silke vom Wege (Bild)


Expedition Spitzbergen. Das Wetter ist wunderbar und das Programm gut gefüllt als wir uns aufmachen, die nördlichste Siedlung auf Spitzbergen zu besuchen: In Ny-Ålesund gibt es das „nördlichste Postamt der Welt“. Man verschickt gern ein paar Postkarten von hier und spaziert ein wenig umher in dem Ort mit seinen offiziell 34 Einwohnern (im Sommer sind es allerdings gut 100), man wandelt auf den Spuren von Roald Amundsen. Mittags sehen wir uns Ny-London an, eine Bergbau-Siedlung, die errichtet wurde, um die hiesigen Marmorvorkommen abzubauen. Doch das Projekt mit dem großen Namen scheiterte kläglich. Heute ist es nurmehr eine Ruine des Fortschritts inmitten wunderbarer Landschaft – zerfallende Hütten, rostende Dampfmaschinen.

Um 16 Uhr heißt es in Ny-London „Anker auf“, und wir beginnen die Fahrt nach Möllerhavn. Alle freuen sich schon auf das angekündigte Barbecue. Doch auf dem Weg ruft einer der Matrosen: „Wal! Wal! Backbord voraus!“ Und wir trauen unseren Augen kaum als vor uns ein Blauwal auftaucht. Das größte Lebewesen der Erde zeigt sich in voller Pracht, schwimmt neben dem nun ruhig da liegenden Schiff auf, atmet laut und vernehmlich, meterhoch schießt der Blas, macht einen Buckel und zeigt die Fluke, bevor er abtaucht… Ein wahres Spektakel.

Nach einer Weile hat der Blauwal genug gespielt und taucht ab. Wir nehmen Kurs auf Möllerhavn. Dort angekommen, starten die Mitarbeiter des Hoteldepartments ihre beeindruckende Aufbau-Show für das BBQ: Es werden Biertische und Bänke, Stehtische und ein dreibeiniger Grill, Getränke und der große Kessel mit feiner „Windjammer Suppe“ hinausgefahren. Und als das Feuer unter dem Topf zu prasseln beginnt, heißt es für die Gäste: „Es ist angerichtet!“ Mit den Zodiacs setzen wir über. Unter den aufmerksamen Blicken der Eisbärenwächter erkunden einige Gäste die Landschaft rund um den natürlichen Hafen im Nordvest-Spitsbergen Nasjonalpark.


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Im „Lloyd Hotel“ werden heute keine Zimmer benötigt, auch die Tische bleiben unbesetzt – aber ein Blick hinein lohnt immer. Die Schutzhütte wurde 1913 (oder vielleicht doch erst 1926, man ist sich nicht ganz sicher) von Seeleuten des Norddeutschen Lloyd als einfache Notunterkunft errichtet und legendär als Lloyd-Hotel geadelt. Wir füllen die Notfall-Apotheke der Unterkunft auf, den Proviant-Vorrat und fegen einmal durch.

Dann geht es zum Lagerfeuer, wo schon alle beisammen sitzen zu einem vorzüglichen Abendessen. In geselliger Runde werden Erinnerungen ausgetauscht, neue Freunde gefunden und das ganze untermalt von Lagerfeuer-Atmosphäre mit Gitarrenmusik. Das Wetter zeigt sich von bester Seite – die Sonne scheint lang und länger und noch viel mehr, und es weht kein Lüftchen. Da fällt es richtig schwer, den Platz wieder gen Schiff verlassen zu müssen.

Nachdem alles Material und alle Gerätschaften wieder eingeladen sind, fahren wir weiter – zum nahen, allerdings sehr beeindruckenden Lilliehöökfjord. Mittlerweile ist es Mitternacht, und durch die Strahlen der tief stehenden Sonne kreuzt die BREMEN vor der imposanten Gletscherkante. Anschließend liegt das Schiff noch eine Weile ruhig da. Um dann langsam aufzubrechen in die taghelle Nacht – zum nächsten Ziel der Expedition Spitzbergen….


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Reisen in die Arktis sind ein besonderes Erlebnis: Nur für einen kurzen Zeitraum gewährt die Welt im Norden den Menschen Zugang. Erfahrene Experten ermöglichen den Zugang. Hier finden Sie weitere Expeditionen und Kreuzfahrt-Angeboten in die Region.

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