Expedition Amazonas: Postkarten-Grüße aus dem Dschungel

Eigentlich war es nur ein Spaß, als es am Telefon hieß: „Wir freuen uns auf eine Postkarte aus dem Dschungel“. Doch der Journalist Jochen Müssig hat die Idee aufgegriffen – und mehr verfasst als einen Gruß von einer Expeditionsreise mit der HANSEATIC

Datum: 12.04.2017
Tags: #mshanseatic
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Piranhas, Punker und Postkarten


Expedition Amazonas: Postkarten-Grüße aus dem Urwald. Eigentlich war es nur ein Spaß. Als der Journalist Jochen Müssig sich am Telefon auf seine Reise mit der HANSEATIC verabschiedete, rief ihm Hapag-Lloyd Cruises Pressereferentin Anne Berger scherzhaft zu, sie freue sich auf eine Postkarte – von seiner Expedition Amazonas. Ein Spruch, eher aus einer Laune heraus. Und so schnell vergessen wie ausgerufen. Bis im Mai vergangenen Jahres plötzlich Post aus Brasilien kam: zwei Ansichtskarten mit etwa zweimonatiger Verspätung.

Es sind mehr als nur zwei nette Miniaturen von unterwegs.

1.

Hallo Hamburg,
gestern war Schwimmen angesagt: im Rio Negro. Temperaturen um 30 Grad, Farbe wie Tee, aber weißer Sand (stammt noch vom Ur-Amazonas, der im Tschad entsprang!!!). Rote Sonnenschirmchen am Strand und Gelati vom Zodiac. Piranhas sind auch im Wasser. Millionenfach. Aber keiner ließ sich blicken. 
Liebe Grüße
Jochen


Tatsächlich war der Amazonas ursprünglich ein so genannter transkontinentaler Fluss. Er entstand vor rund 12 Millionen Jahren und gehörte zum Proto-Amazonas-Kongo-Flusssystem, dessen Quelle im heutigen Afrika zu finden wäre. In jener Phase der Erdgeschichte hatte sich der Superkontinent Gondwana noch nicht in die heute bekannten Kontinente aufgeteilt. Der Amazonas Südamerikas gilt als der mächtigste Strom der Erde. Da sucht das Expeditions-Team der HANSEATIC eine passende Bucht für einen Bade-Ausflug. Und statt eines Eis-Wagens kommt das Eis-Boot.

Dass die Piranhas im Fluss Menschen angreifen und innerhalb von Minuten knochenblank nagen, ist eine weitverbreitete Legende über die Amazonasfische. Selbst als die Gäste im weiteren Verlauf der Expedition Amazonas unter Anleitung eines kundigen Guides mit Rindfleischbröckchen nach den vermeintlich so gierigen Fischen angeln, passiert vor allem – nichts. Und so erlebt man einen völlig unbeschwerten Bade-Tag im weichen, aber nährstoffreichen und deshalb dunklen Wasser des Rio Negro.


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2.

Auf dem Fluss des Lebens mit Tuki-Tuki in Iquitos/Peru, stolzen Frauen in Leticia/Kolumbien, sowie Brasilien mit mächtig viel Amazonas-Flora und -Fauna: Geier, Papageien und Ibisse, wandernde Palmen, Ameisenbäume und zarte Blüten. Die 1. Woche war schon was geboten. Und wenn Ihr nicht wisst, was ein Punker namens Hoatzin ist, müsst Ihr halt mal ins Netz schauen.
Liebe Grüße
Jochen


Im Disney-Film „George of the Jungle“ heißt der Tukan einfach Tooky-Tooky, denn der Vogel mit dem großen gelben Schnabel hat einen charakteristischen Ruf „Ah-ah-ie-ie-tookie-tookie“. Die Tukane gehören zu den Spechtvögeln, sie sind typisch für den Amazonas-Dschungel und in vielen Varianten anzutreffen. Der prachtvolle Großtukan mit seinem riesigen, aber leichten Schnabel ist sicherlich der bekannteste.

Weniger kennen wohl den Hoatzin. Er wird auch Schopfhuhn oder Stinkvogel genannt und wurde erstmals im 18. Jahrhundert beschrieben. Gelegentlich heißt es, das recht große Tier – der Hoatzin wird immerhin 70 Zentimeter lang und wiegt bis zu 900 Gramm – sei der Missing Link zwischen Archaeopteryx und Ur-Vogel. Sehr auffällig ist der eigenartige Vogel auf jeden Fall mit seinen Kopf-Federn wie eine Irokesen-Frisur. Daher auch die Bezeichnung „Punker“.

Wir haben uns jedenfalls sehr gefreut über die Postkarten aus dem Amazonas, die nicht einfach nur Grüße aus dem Urwald sind, sondern auch Rätsel von unterwegs. Und sie machen Lust auf die neue Amazonas-Saison, die im April beginnt. Und auf die nächsten Berichte aus dem Dschungel.


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Hier finden Sie die Übersichtsseite zu den Expeditionsreisen auf dem Amazonas mit MS BREMEN und MS HANSEATIC. Und dieser Link führt zur Kategorie Amazonas im PASSAGEN BLOG mit den Beiträgen von Jochen Müssig und Margit Kohl, der Reise-Reporterin der Süddeutschen Zeitung.

 

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