Abenteuer Canaima: HANSEATIC und die Wasserfälle

Expedition Panamakanal. Mit der HANSEATIC zweimal über den Äquator und einmal um die Nordspitze Südamerikas. Zudem bieten diverse Exkursionen Gelegenheit, tiefer vorzudringen in die Dschungel Süd- und Mittelamerikas – wie dieser eindrucksvolle Ausflug in die Welt der Wasserfälle und XXL-Duschen Venezuelas zeigt

Datum: 06.04.2015
Tags: #mshanseatic #expeditionen #venezuela #canaima

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von Dietmar Neitzke


Exkursion Canaima. So sieht sie also von oben aus, die Welt, durch die wir seit einiger Zeit mit der HANSEATIC reisen. Eine Gruppe von Reise-Teilnehmern haben sich für die heutige Exkursion auf zwei kleine Propellermaschinen aufgeteilt. Schon am frühen Morgen ging es los. Kleiner und kleiner wurde sie unter uns die venezolanische Isla Margarita, auch “Insel unter dem Winde” genannt, weil sie nur selten von den Passaten gestreift. Ziel unseres Ausfluges ist der Nationalpark Canaima in der Gran Sabana, der Großen Savanne Venezuelas. Aus den kleinen Fenstern genießen wir den Blick auf das türkisfarbene Meer, die zackige Küste mit ihren von dichtem Regenwald gesäumten Lagunen und Flüssen.

90 Minuten dauert der Flug, dann tauchen die ersten Tepui auf, jene berühmten Tafelberge des uralten Guayana-Schildes, die mit ihren senkrechten Felswänden die Ebene hoch überragen, und von denen ein jeder eine einzigartige, oft endemische Flora und Fauna beherbergt. Leider ist der Tepui, von dem der Salto Angel herab stürzt, der höchste Wasserfall der Welt, in dichte Wolken gehüllt. Und deshalb wird es erstmal nichts mit dem Vorbeiflug. Am Nachmittag aber sollen wir eine zweite Chance erhalten.

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Doch erstmal geht es vom Flugplatz in Canaima per Bus in die Lodge am Ufer der gleichnamigen Lagune. An ihr liegt ein Dorf der Pemón-Indianer. Wir ziehen uns um und besteigen im Tarzan-Kostüm – Badekleidung – motorisierte Einbäume (immerhin schon das fünfte Fortbewegungsmittel heute). Darin geht es in einer großen Schleife vorbei an wunderbaren Stränden, üppigem Wald und den breiten Kaskaden von vier Wasserfällen, über die sich der Rio Carrao in die Lagune ergießt. Eine staunenswerte Menge Wasser, obwohl wir mitten in der Trockenzeit sind. Jetzt aber können wir die teils mit leuchtend grünem Moos bewachsenen rötlichen Felsen sehen und auch die feinen, leicht rosa schimmernden Sandstrände.

An einem solchen Quarzstrand, garniert mit malerisch rundgeschliffenen Felsen, steigen wir aus und erkennen am Quietschen unserer Schuhsohlen, dass dies tatsächlich ein Strand aus Quarz ist, mit dem sich auch Glas herstellen ließe. Nun geht es mit dem sechsten Fortbewegungsmittel weiter – Schusters Rappen, vulgo Badeschlappen. Diverse Wanderwege führen durch die Landschaft, in der sich dichter tropischer Wald mit Savannen abwechselt. Einige von uns wandern zum Wasserfall des Frosches (Salto Sapo), andere zu einer weiteren kleinen Lagune. Hier nehmen wir ein Bad im wunderbaren Schwarzwasser, welches so sauber ist, dass man es trinken kann.

Vögel, Kaulquappen und Eidechsen werden gesichtet, und die Früchte der wilden Moriche-Palme probiert. Aus ihnen kann man Saft und Eiscreme gewinnen, aus ihren Blättern Fasern, aus ihrem Holz Einbäume und aus dem kohlenhydrathaltigen Mark in ihrem Stamm eine Art Sago-Mehl. Oder man züchtet in dem Baum proteinreiche Nahrung – Würmer, die als Leckerbissen gelten. Eine überaus praktische Pflanze also, zumal sie zu den wenigen bestandsbildenden Bäumen im Regenwald gehört.

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Durch üppigen Regenwald klettern wir an einer Felswand hinauf, und stehen plötzlich direkt neben den dröhnenden Wassermassen des Salto Hacha, des Axt-Falles. Kameras werden in Plastiktüten verstaut, und nur in Badekleidung geht es auf leicht rutschigen, aber gut begehbaren Pfaden direkt hinter die gewaltige Wasserwand. Ein etwa 50 Meter langes Felsband führt uns ganz auf die andere Seite, wo man unter einem Wasserstrahl sogar duschen kann.

Ein einmaliges Erlebnis, das wir gebührend auskosten, bevor uns die Langboote wieder abholen und in die Lodge bringen. Umziehen, an die schön gedeckten Tische setzen zum Mittagsbuffet. Aus dem großen palmblattbedeckten Pavillon geht der Blick weit über die Lagune. Wir essen, genießen. Werden schweigsamer. Was ein Tag.

Auf dem Rückflug klappt es sogar noch mit dem Salto Angel. Der zerstäubt zwar in der Trockenzeit schon auf halbem Wege seines fast 1000 Meter freien Falles, aber der Flug in die bizarre Szenerie der Tafelberge, deren zerklüftete Felswände neben der Maschine aus dem üppigen Grün des Waldes aufragen, dramatisch umweht von Wolkenfetzen, ist grandios. Auf der Rückfahrt zum Schiff machen wir noch einen Stopp an einer Lagune der Isla Margarita, auf der weit über Hundert rosa Flamingos aus nächster Nähe zu beobachten sind. Und dann geht er zu Ende der Tag – mit einem karibischen Dinner und Musik unter dem Sternenhimmel.

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Hier finden Sie weitere Informationen über die Expedition Panamakanal mit der HANSEATIC. Im Frühjahr 2016 führt die Expedition Süd- und Mittelamerika durch die Breveskanäle im Amazonas-Delta und über die San Blas Inseln bis hinauf nach Costa Rica.

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