Der Kapitän wird das Licht auf dem Oberdeck ausschalten lassen und ein wenig Fahrt raus nehmen, so dass das Schiff ruhig über die fast schwarze See gleitet. Eingepackt in dicke Jacken werden sich die Gäste an Bord versammeln, die Augen gegen den Himmel gerichtet. Obwohl mitten in der Nacht, zieht es alle in den Bann: das grüne Leuchten in sonst sternenklarer Nacht, es flirrt vor und zurück, entfaltet sich, bedeckt plötzlich weite Teile des sichtbaren Firmaments, zieht sich wieder zusammen. Ein lautloser Tanz, magisch, mystisch. Polarlichter!

Die Völker Lapplands vermuteten in dem Himmelsleuchten böse Vorzeichen. Die Samen hielten vor allem die roten Polarlichter für die Geister ihrer Toten – man wartete schweigend in den Hütten, bis der Himmel wieder klar war. Und die Wikinger sahen darin das Licht des Mondes, das sich in den Rüstungen der Walküren spiegelte. Polarlichter faszinieren seit Menschengedenken. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Obwohl wir erst seit einiger Zeit überhaupt verstehen, was „da oben“ passiert, wenn die grünen und roten Schleier den Nachthimmel zur Bühne machen.

Wenn Sonnenwinde die Erdatmosphäre verformen…

 

Polarlichter entstehen, wenn die Sonnenwinde elektrisch geladene Teilchen in das All hinaus schleudern. Diese Elektronen und Protonen durchdringen die die Erde umgebenden Magnetosphäre, stoßen auf die Atmosphäre und verformen sie dabei derart, dass Fluoreszenzlichter entstehen. Die zeigen sich – je nach Intensität der Plasmaentladungen – als meist grüne Farbflächen. Abgelenkt von den Magnetfeldern, die die Erde umgeben, prallen die Plasmateilchen vor allem an den Polregionen auf die Atmosphäre. Dabei ist die Intensität der Polarlichter von der Sonnenaktivität abhängig. Der so genannte Sonnenfleckenzyklus umfasst einen Zeitraum von 11 Jahren. Aktuell beginnt ein neuer Zyklus. Es kann also ein großartiges Schauspiel werden in diesem Jahr.

Die Magie dieser Himmelserscheinung lässt sich während einer Expeditionsreise besonders gut beobachten, denn auf See gibt es wenig „Lichtverschmutzung“. Wenn Sie Polarlichter einmal in Natura erleben wollen – hier geht es zu den Reisen mit unserer HANSEATIC spirit in den Hohen Norden. Im Video verrät Kapitän Axel Engeldrum weitere Details zu den Routen im Gespräch mit der Polar-Expertin Trixi Lange-Hitzbleck und Marina Hökenschniede aus unserem Expeditions-Team.


Winter-Abenteuer Lappland

Datum: 04.02.2022 bis 19.02.2022 | 15 Tage
Schiff : HANSEATIC spirit
Reisenummer: SPI2233
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Weihnachtsabenteuer Lappland mit Silvester in Stockholm

Datum: 20.12.2021 bis 05.01.2022 | 17 Tage
Schiff : HANSEATIC spirit
Reisenummer: SPI2230
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  • Wo kann man Polarlichter am besten sehen?
    Die von der Sonne ausgesandten Plasmaströme treffen an den Polkappen auf unsere Erde. Und auch wenn man in Jahren mit hoher Sonnenwindaktivität das grüne Leuchten sogar in Berlin oder München beobachten kann, bieten die Polregionen die besten Voraussetzungen für die Sichtung von Aurora borealis oder Aurora australis, Südlichtern.
  • Wann ist die beste Jahreszeit?
    Da Polarlichter ein Effekt der Sonnenaktivität sind, hat die Jahreszeit auf die Intensität keinen Einfluss. Allerdings sieht man das oft recht zarte Leuchten im Dunkeln am besten, deshalb eignet sich die Winterzeit besonders. 
  • Muss man lange wach bleiben oder früh aufstehen?
    Weder noch. Wenn die Sonnenwinde stark sind und der Himmel einigermaßen klar ist, kann man Polarlichter sofort nach Einbruch der Dunkelheit beobachten. Es gibt diverse Websites und Apps, die über die Chancen auf eine Sichtung und die Intensität informieren. Der Kp-Index von 0 bis 9 beziffert die Stärke der Teilchenstrahlung. Bei schwachem Polarlicht empfiehlt es sich, einen dunklen Ort aufzusuchen.
  • Haben Polarlichter eine bestimmte Form?
    Man unterscheidet: Vorhänge, Bögen, Bänder, Flächen und Corona. Dazu klassifiziert man die Bewegungsintensität, etwa gleichmäßiger Bogen oder pulsierendes Band. Die Angaben dienen der wissenschaftlichen Beschreibung. Faszinierend sind alle Erscheinungsformen.
  • Sind Polarlichter immer grün?
    Die Farbe hängt von den Atomen ab, die durch die Ionen angeregt werden. Sauerstoffatome leuchten in dünner Atmosphäre – etwa in 200 Kilometern Höhe – eher rötlich. Grünes Licht sehen wir, wenn die Teilchen in etwa 100 Kilometer aktiv sind. Violettes bis blaues Licht entsteht, wenn Stickstoff ionisiert wird. Allerdings braucht es dafür sehr starke magnetosphärische Störungen, weshalb diese Erscheinungen seltener sind.
  • Wie fotografiert man Polarlichter am besten?
    Wir haben den Naturfotografen Michael Poliza gefragt: „Am besten man hat jemanden, der auf Polarlicht-Wache ist, dann kann man schlafen bis der Weckruf kommt. Je nach Intensität der Polarlichter muss man lange Belichtungszeiten einstellen, ein Fotografieren ohne Stativ wird so gut wie nicht funktionieren. Und natürlich muss der Himmel wolkenfrei sein. Wenn man etwas Glück hat, kann es aber zu einem wirklich unvergesslichem Spektakel werden. Wenn die Lichter nicht nur grün, sondern violett und gelblich leuchten, raubt es einem fast den Verstand.“

Fotos: Archiv, Susanne Baade, Text: Dirk Lehmann

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