Abenteuer Alaska: Mit der HANSEATIC in die Inside Passage

Zwischen Goldrausch und Glücksgefühlen: Die HANSEATIC auf großer Fahrt im Hohen Norden Amerikas – wo sich Braunbär und Orca gute Nacht sagen

Datum: 05.08.2014
Tags: #expeditionen #bären #mshanseatic #wale #eis #vulkane

Der Lockruf der Wildnis

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Vom sommerlichen Nome nach Vancouver: eine Expeditionsreise mit der HANSEATIC durch die Inside Passage

Ein Bericht mit Beiträgen von Gudrun Bucher und Ulrike Schleifenbaum

27. Juni 2014 +++ Nome, Alaska

Unsere Ankunft per Flugzeug in Nome erfolgt planmäßig. Der 3.500 Einwohner zählende Ort empfängt uns sonnig, aber kühl und windig. Wir steigen in orangefarbene Schulbusse und erhalten einen ersten Eindruck: Welcome in Alaska. Ein kurzer Stopp, um einen Blick auf eine Gruppe von Moschusochsen zu werfen, ist schon der erste Lockruf der Wildnis. In Nome haben sich für den Sommer ca. 60 Moschusochsen niedergelassen, vermutlich, weil sie sich in der Ortschaft vor Bären sicher wähnen.

Nach diesem ersten kurzen Kontakt mit der Wildnis finden wir uns in der ehemaligen katholischen Kirche St. Joe’s ein, die vor einigen Jahren in ein Gemeindezentrum umgewandelt wurde. Dort erwartet uns ein Lunch, bevor wir wieder in die Schulbusse steigen und zur MS HANSEATIC gefahren werden, die für die nächsten 16 Tage unser Zuhause sein wird. (Lektorin Dr. Gudrun Bucher)

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Die selbstverwaltete Kirche

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29. Juni 2014 +++ St. Paul, Pribilof Inseln

Um 7 Uhr früh erreichen wir die Insel St. Paul. Zwar herrschen nicht die versprochenen 19° C und Sonnenschein, aber es ist weder nebelig, noch gibt es Nieselregen, was das typische Pribilof-Wetter wäre. Also: „Glück gehabt“. Die Ausbootung sollte eigentlich per Tender erfolgen, war aber aufgrund der hohen Dünung nicht möglich, so dass wir kurzerhand umdisponieren und die Zodiacs verwenden müssen. Der Einstieg gestaltet sich sportlich, aber wir sehen, was mit den Zodiacs alles möglich ist.

An Land angekommen haben wir die Möglichkeit mit einem Shuttle-Bus direkt zur Seebären-Kolonie zu fahren, zu Fuß dorthin zu gehen, oder uns zunächst den Ort anzusehen. Da Sonntag ist, hat die Kirche von 10:00 bis 10:45 aufgrund eines Gottesdienstes geschlossen. St. Paul hat zur Zeit keinen ständigen Priester, die sonntäglichen Gottesdienste werden von Laien abgehalten und bestehen im Wesentlichen aus der Lesung von Bibeltexten und Gesang des Chors bestehen.

Verblüffend ist die Innenausstattung der Kirche. Im Laufe des 19. Jahrhunderts hatte die Gemeinde mehrere wertvolle Ikonen als Geschenk aus Moskau oder sogar vom Berg Athos bekommen. Die Kirche St. Peter und Paul wurde im Jahr 1907 geweiht und ist bereits das vierte Kirchengebäude, das seit der Ansiedlung der Aleuten an dieser Stelle gebaut wurde. Im Jahr 2001 fand eine aufwendige Sanierung statt, die Kuppel wurde aber erst vor wenigen Jahren hinzugefügt, stammt aber von dem Vorgängerbau aus dem Jahr 1875.

Das kleine Museum befindet sich direkt in dem Gebäude neben der Kirche, bei dem es sich um das Wohnhaus der jeweiligen Verwalters der Insel handelte. Elizabeth Beaman war die erste amerikanische Frau, die den Winter 1879-1880 auf St. Paul verbrachte und in diesem Haus wohnte. Sie war in Begleitung ihres Mannes gekommen, der seinen Dienst auf der Insel absolvieren musste. Ihr zauberhaftes Tagebuch liegt seit 1987 in Buchform vor und trägt den Titel „Libby“.

An der Pelzrobbenkolonie gibt es Sichtblenden, zu denen wir in kleinen Gruppen gehen und Ausschau nach den mächtigen Seebärenmännchen halten können, die mit großer Aggressivität ihr Territorium und ihren Harem verteidigen. Die viel kleineren Weibchen kommen trächtig an dem Strand an und bringen sofort ihr einziges Junges zur Welt. Kurz nach der Geburt werden sie von den Männchen erneut begattet. Weit abgeschlagen liegen die „Junggesellen“, die es nicht geschafft haben, ein Territorium am Strand zu verteidigen.

Die Wartezeit bis man zu den Sichtblenden gehen kann, vertreibt man sich am besten mit Vogelbeobachtungen. In den Felsen brüten Zwergalken, Rotschnabelalken, Hornlunde, Gelbschopflunde, Dickschnabel-lummen, Kormorane und Dreizehenmöwen. Man wundert sich, dass die Vögel mit den extrem schmalen Felssimsen auskommen. Reges An- und Abfliegen und emsige Aktivität herrscht an diesem Morgen im Vogelfelsen. (Lektorin Dr. Gudrun Bucher)


Die Adler von Dutch Harbour

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30. Juni 2014Ort +++ Dutch Harbor, Unalaska, Aleuten

Während des Frühstücks erreichen wir den Hafen Dutch Harbor auf der kleinen Insel Amaknak. Zwei Pendelbusse stehen zur Verfügung und bringen uns zu den Sehenswürdigkeiten des Vormittags. Die russisch-orthodoxe Auferstehungskirche auf der Insel Unalaska gehört dazu. Zwar ist die Kirche geschlossen, interessant ist sie aber, weil mehrere Weißkopfseeadler hier ihre Nester haben. Überhaupt sind die Weißkopfseeadler die Attraktion des Vormittags. Einige Fischer werfen Überreste ihres Lachsfangs ans Meeresufer, was noch mehr der ansehnlichen amerikanischen Wappentiere anzieht. Die Jungvögel tragen noch nicht den charakteristischen gelben Schnabel und weißen Kopf, sondern haben einen dunklen Schnabel und ein braun-geflecktes Gefieder.

Kurz nach 13 Uhr verlässt die HANSEATIC Dutch Harbor, um sich auf den Weg nach Unga, einer der Shumagin Inseln zu machen. 257 Seemeilen sind bis dorthin zurückzulegen.

Die geplante Tagesrückschau beginnt etwas später als vorgesehen, denn das Wetter ist schön, und wir können einen klaren Blick auf die Vulkane der Insel Unimak werfen – auf Pogromni, Shishaldin, Isanotski und Roundtop. Im Recap erfahren wir, dass der Name Dutch Harbor darauf zurückgeht, dass Russen glaubten, vor ihnen sei ein holländisches Schiff in den Hafen eingefahren, was sich aber als falsch erwies. Der Name Unalaska ist aleutisch (es existieren auch andere Schreibweisen, darunter Ounaliashka) und bedeutet in der Nähe des „Großen Landes“. (Lektorin Dr. Gudrun Bucher)


Der morbide Charme der Shumangin Inseln

1. Juli 2014 +++ Unga Insel, Alaska

Kurz vor 8 Uhr nähert sich die HANSEATIC der Insel Unga. Diese gehört zur Gruppe der Shumagin Inseln und war bis 1967 bewohnt. An einem Strand mit gerundeten Kieseln gehen wir an Land und haben den gesamten Vormittag über Zeit, uns in der verlassenen Siedlung umzusehen. Die halb verfallenen Holzhäuser haben einerseits etwas Bedrückendes, verleihen dem Ort aber auch einen morbiden Charme.

Auf dem Weg zurück zur HANSEATIC machen die Zodiacs noch einen Schlenker zu den Vogelfelsen, auf denen rege Betriebsamkeit herrscht. Dreizehenmöwen sitzen auf ihren gut gepolsterten Nestern, Trottellummen auf den schmalen Felsbändern und Gelbschopflunde „lungern“ vor ihren Höhlen im Gras herum. Hin und wieder ist auch ein Kormoran zu sehen. Die HANSEATIC nimmt während des Mittagessens Kurs auf unser nächstes Ziel. Gegen 13:40 Uhr kommen wir an den sogenannten Hay Stacks vorbei. Dies sind kleine bizarr geformte Inselchen, die ca. 15 Seemeilen östlich von Unga liegen. Gebildet wurden die Hay Stacks aus Lavaströmen und Gängen mit gut ausgebildeten Basaltsäulen. Die Erosionskräfte des Meeres haben diesen ihre ungewöhnliche Form gegeben. Durch das Fernglas sind auf einem der Inselchen Stellersche Seelöwen auszumachen. (Lektorin Dr. Gudrun Bucher) 


Ein rauchender Vulkan

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2. Juli 2014 +++ Amalik und Kukak Bucht, Alaska

Ein Geschenk sei es, in dieser Region sonnige Tage mit blauem Himmel zu erleben, sagt unser Alaska-Lotse. Es gebe lediglich fünf davon im Jahr. Wir können uns also glücklich schätzen. Der heutige Tag beginnt mit einem zauberhaften Blick auf den Vulkan Trident, der aufgrund von Fumarolentätigkeit eine hohe Dampfwolke ausstößt.

Wie geplant, beginnen wir gegen 10 Uhr mit der zweistündigen Zodiactour durch den Geographic Harbor auf der Suche nach Bären, die im Gezeitenbereich Muscheln fressen. Und es dauert nicht allzu lange, bis wir die ersten Bären sichten. An den Hängen der umgebenden Berge sieht es so aus, als läge dort schmutzig grau-beiger Schnee. Es handelt sich dabei aber um Ablagerungen eines der gewaltigsten Vulkanausbrüche in historischer Zeit. Die Eruption des Katmai auf der Alaska-Halbinsel fand im Juni des Jahres 1912 statt.

Kaiserwetter für eine Zodiactour, relativ warm, windstill, und die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel, so wird die Tour zum Genuss. Einige sehr magere Bären sind im Gezeitenbereich auszumachen, nach der Winterruhe sind sie her gekommen, um sich den Bauch mit Muscheln und Gras zu füllen, bis die Lachse in die Flüsse kommen und eine üppigere Mahlzeit abgeben. Einige Weißkopfseeadler sitzen in den Bäumen. (Lektorin Dr. Gudrun Bucher)


Orcas, Eis und Sonnenschein

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3. Juli 2014 +++ auf See vor dem Chenega-Gletscher

Was für ein Tag – schon während des Frühstücks die erste Sensation, Schwertwale. Und wieder haben wir unglaublich gutes Wetter, nicht nur dass die Sonne scheint, es ist auch warm und weitestgehend windstill.

 Gegen 14:30 Uhr nähern wir uns der Bainbridge Passage im Chugach National Forest. Der Wald besteht hauptsächlich aus Sitkafichten, von denen viele durch den Befall der Siktafichtenlaus abgestorben sind. Die eigentliche Einfahrt in die Passage erfolgt gegen 15:00 Uhr. Auf dem Bainbridge Gletscher ist Asche zu sehen, die von einem Ausbruch des Mt. Redoubt vor vier Jahren stammt. Der Name Bainbridge geht auf einen Teilnehmer an der Expedition von George Vancouver (1791-1795) zurück.

Die Passage ist ungefähr 20 Kilometer lang, an der schmalsten Stelle nur 270 Meter breit und die Wassertiefe beträgt ca. 50 Meter. Da es so unglaublich schön draußen ist, und es viel zu sehen gibt, wird der für 17 Uhr geplante Vortrag von Knut v. Hofmann über den Alaska Goldrausch kurzerhand auf den nächsten Tag verschoben. Immer wieder kann man Seeotter im Wasser beobachten.

Gegen 18 Uhr fahren wir bis auf 900 Meter an den Tiger Gletscher heran. Die Front des Tiger Gletschers ist ca. 750 Meter breit. Nachdem wir uns eine Weile vor dem Gletscher aufgehalten haben, setzen wir unsere Fahrt durch die bewaldete Landschaft fort bis wir gegen 19 Uhr den Chenega Gletscher erreichen, wo wir die Zodiacs zu Wasser lassen. Dort erwartet uns eine Zodiactour, die uns noch näher an das tauende und deshalb knisternde Gletschereis heranführt. Links vom Hauptgletscher erreicht noch ein kleinerer Eisstrom das Meer, er trägt den Namen Tiger Tale (Tigerschwanz) und kommt aus demselben Eisfeld wie der Tiger Gletscher, den wir am Nachmittag gesehen haben.

Die Beringmöwen schreien, sitzen auf Eisschollen oder auf ihren Nestern in der Felswand an der linken Seite des Chenega Gletschers, Seehunde schauen immer wieder neugierig aus dem Wasser und tauchen genau dann ab, wenn man sie im Sucher der Kamera gefunden hat und abdrücken möchte.

Die ganze Szenerie ist noch dazu in abendliches, schräg durch die Eisbrocken schimmerndes Licht getaucht – manchmal muss man sich zwicken, um sicher zu sein, dass dies kein Traum ist. (Lektorin Dr. Gudrun Bucher)


David und Goliath in Seward

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4. Juli 2014 +++ Seward, Alaska

Frühes Aufstehen steht für diejenigen auf dem Programm, die am Bootsausflug teilnehmen. Gegen 5:30 Uhr erreichen wir die kleine Stadt Seward in der Resurrection Bucht. Direkt gegenüber der HANSEATIC liegt die RADIANCE OF THE SEA, die ungefähr dreimal so lang und doppelt so hoch wie die HANSEATIC ist. 3.000 Passagiere fasst dieses schwimmende Hochhaus.

Wir haben verschiedene Ausflüge zur Wahl. Schon um 7:15 Uhr beginnt der Ausflug „Bootstour in den Kenai-Nationalpark“. Das Boot fährt durch die Kenai Fjorde zu den Chiswell Inseln und dem Holgate Gletscher. Höhepunkt des Vormittags ist ein Buckelwal, der mehrfach hintereinander aus dem Wasser springt. Er wiederholt seine akrobatische Kunst so oft, bis jeder ein Foto davon geschossen hat.

Ein anderer Ausflug führt zu Seavey’s Iditarod Racing Team. Dort erfährt man, wie die Hunde für das berühmte Hundeschlittenrennen trainiert und ausstaffiert werden, kann Welpen streicheln und eine Tour auf einem Schlitten mit Rädern unternehmen. 16 Hunde werden vor den „Schlitten“ gespannt und haben an dem warmen Tag arg zu kämpfen, das 250 kg schwere Gefährt plus sechs bis acht Personen Besatzung zu ziehen. (Lektorin Dr. Gudrun Bucher)


Goliath als Zwerg

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5. Juli 2014 +++ Hubbard Gletscher in der Yakutat Bucht, Alaska

Um 16 Uhr nehmen wir einen neuen Lotsen auf und fahren weiter Richtung Hubbard Gletscher, der bei dem klaren Himmel bereits seit einiger Zeit zu erkennen ist. Ungefähr sieben Kilometer von der Gletscherfront entfernt vereinigt sich der von Nordwesten kommende Valerie Gletscher mit dem Hubbard Gletscher, bleibt aber auf der linken Seite der Gletscherfront durch eine Mittel-moräne vom Hubbard Gletscher getrennt. Aus der Ferne sieht man die Radiance of the Sea, die am Vortag in Seward gegenüber von uns an der Pier lag. Die Größe dieses Schiffes (300 Meter lang, 60 Meter hoch) verdeutlicht uns die Dimensionen des Hubbard Gletschers, denn das gestern noch riesige Schiff wirkt vor der Gletscherwand geradezu winzig.

Die sichtbare Front des Hubbard Gletschers ist etwa acht Kilometer breit, dazu kommen noch ca. drei Kilometer, die von der eigentlichen Front abgeknickt sind und z.T. durch das Land verdeckt werden, so dass die gesamte Gletscherfront ungefähr elf Kilometer lang ist. Der Gletscher liegt auf dem Untergrund auf und ist an der Front noch etwa 200 m dick, davon befinden sich ca. 80 m unter Wasser und ca. 120 m über Wasser.

Auf der linken Seite der Gletscherfront sind die vereinigten Gletscher Haenke und Turner zu sehen. Beide weisen mehrere Mittelmoränen auf und sind durch eine Ablationsmoräne auf der Oberseite des Gletschers gekennzeichnet. Diese Moränen sind für das schmutzig-dunkle Aussehen der beiden Gletscher verantwortlich.

Die HANSEATIC tastet sich bis auf etwa 900 m an die Front des Hubbard Gletschers heran. Bei herrlichem Sonnenschein kalbt der Gletscher häufig, jedes Mal begleitet von einem lauten Knall. Wir halten uns eine gute halbe Stunde vor dem Gletscher auf und lassen die Natur auf uns wirken. Viele versuchen die Kamera rechtzeitig auf eine der Stellen zu richten, an denen etwas abbricht. Leider ist es, wenn man den Rums hört, meist schon zu spät.

Bevor wir drehen und den Gletscher verlassen, teilt uns Kapitän Carsten Gerke mit, dass für den kommenden Vormittag ein zusätzlicher Stopp anvisiert wird. Ziel dieses „Surprise Call“ ist die winzige Fischersiedlung Elfin Cove, ganz im Norden der Chichagof Insel. Auch die Ausfahrt aus der Yakutat Bucht bei weiterhin bestem Wetter ist grandios und am besten vom Deck hinter dem Bistro Lemaire zu genießen. Man findet an diesem herrlichen Tag kaum Zeit zum Abendessen. Die untergehende Sonne taucht die Gebirgsketten in rosa bzw. orangefarbenes Licht. Gegen 22:00 Uhr wird der 4.700 Meter hohe Mount Fairwether förmlich angestrahlt. Zum Glück sind wir inzwischen so weit südlich, dass es nachts wieder dunkel wird, und man beruhigt ein paar Stunden schlafen kann, ohne das Gefühl haben zu müssen, etwas zu verpassen… (Lektorin Dr. Gudrun Bucher)


Hohe Walbeteiligung in Alaska

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6. Juli 2014 +++ Elfin Cove, Alaska

Unser heutiger Stop war eine Überraschung: mit Zeit im Fahrplan entschied der Kapitän Elfin Cove anzulaufen, unweit der Glacier Bay. Diese kleine Gemeinde, die im Winter nur 12 Bewohner hat, lebt ausschließlich vom Fischfang. Im Sommer kommen viele Sportfischer und genießen die reichen Fanggründe von Lachs und Heilbutt.

Von unserer Ankerposition aus sieht man lediglich 2 kleine Hütten und eine Einfahrt in die versteckte, idyllische Bucht. Wir legen mit demTender an der schwimmenden Pier an und sind schon mitten im Geschehen, allerdings ist heute Sonntag und – Sommer oder nicht- heute läßt man es hier langsam angehen. Auf Bohlenwegen geht man entlang der kleinen Häuser, bleibt alle paar Meter stehen und sieht viel ungewöhnliches, neben maritimen: Gartenzwerge, alte Schuhe als Blumenvasen, liebevoll angelegte Blumenbeete und Töpfe. Dazwischen wachsen Blaubeeren und Lachsbeeren. Wir schlendern entlang des Bohlenweges, vorbei am kleinen Museum mit viel liebevoll gesammelten Memorabilien. Wer möchte geht bis ans Ende der Bucht, der Bohlenweg wird zu einem Holzpfad durch einen wie verwunschen wirkenden Wald, mit altem Baumbestand. Wer Glück hat kann noch die letzten Kolibris entdecken, sie fliegen jetzt langsam in höhere Lagen.

Wir werden freundlich empfangen, jeder ist bereit für ein kurzes Gespräch, obwohl wir die Besucherzahl des Ortes kurzfristig fast verdreifachen. Und doch wird uns auch bewußt, wie hart das Leben hier ist und wie abhängig die Bewohner hier von der Natur sind. Der nächste Ort Pelican ist unwesentlich größer, aber 18 Meilen entfernt. Die Bewohner dort haben den Vorteil, dass es eine Fähre gibt, von Elfin Cove muß man fliegen oder lange mit dem Boot fahren, was sich nicht jeder leisten kann.

Gegen Mittag fahren die letzten Tender zurück, wir gehen Anker auf und fahren durch die Inian passage nach Point Adpolphus, wo wir den ganzen Nachmittag Wale anschauen konnten und es genossen ihnen beim Fressen zuzusehen. Die Back wurde geöffnet und viele Passagiere genossen die  „hohe Walbeteiligung“ der Tiere und die Nachmittagssonne. (Cruisedirector Ulrike Schleifenbaum)


Der Hammer in Haines

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7. Juli 2014 +++ Haines, Alaska

Früh am Morgen erreichen wir Haines, ein kleines Städtchen am Ende des Lynn Canals gelegen, der der längste Fjord in Nordamerika ist. Obwohl Haines der einzige Ort in Südostalaska ist, von dem aus man eine Landverbindung sowohl nach Fairbanks als auch zu den „Lower 48“ hat, wirkt das 2.500 Einwohner zählende Städtchen eher verschlafen. Auch Haines verdankt seine Existenz letztlich dem Goldrausch, die sogenannten „Stampeders“, die sich auf den Chilkoot Trail begeben wollten, konnten sich dort mit Fisch in Dosen versorgen. Denn nur wer nachweisen konnte, dass er ausreichend Lebensmittel bei sich hatte, erhielt die Erlaubnis sich auf den steilen Pfad zu begeben.

Die Pier in Haines ist so hoch, dass die HANSEATIC geradezu dahinter zu verschwinden scheint. Viele Gäste verlassen die HANSEATIC bereits vor 7:00 Uhr am Morgen, um die Fähre nach Skagway zu nehmen und von dort aus die berühmte Zugfahrt zum White Pass zu unternehmen. Anschließend ist noch Zeit genug, Skagway zu erkunden und sich dabei gedanklich in die Zeit des Goldrausches zu versetzen.

Andere Ausflüge erkunden die Umgebung von Haines, per Bus, oder als Raftingtour, zu Fuß oder per Kajak. So nimmt jeder seine eigenen Eindrücke von diesem Tag mit. Direkt in Haines kann man bummeln gehen oder eines der drei Museen besuchen: Die American Bald Eagle Foundation mit dem angeschlossenen Naturkundemuseum, das außergewöhnliche Hammermuseum, in dem die unterschiedlichsten Hämmer präsentiert werden und das tatsächlich „ein Hammer“ ist sowie das Sheldon Museum, das die Privatsammlung eines Alaska-Enthusiasten beherbergt. (Lektor Dr. Gudrun Bucher)

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