Expedition Antarktis: MS HANSEATIC an der Base Orcadas

Expedition Antarktis: Pinguine und Wale, Eisberge und eine unfassbare Weite – von November bis Februar kreuzen MS BREMEN und MS HANSEATIC im Südpolarmeer. Im PASSAGEN BLOG begleiten wir die beiden Expeditionsschiffe von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten auf ihren Reisen bis an den Rand des mystischen sechsten Kontinents

Datum: 15.01.2015
Tags: #eisbrecher #mshanseatic #expeditionen #baseorcadas #forschungsstation

Expedition Antarktis Titel2

An Bord der kleinen Schiffe mit der höchsten Eisklasse, MS BREMEN und MS HANSEATIC, geht es im Südhalbkugelsommer von November bis Februar zu den besonderen Orten einer Reise in die Antarktis: Falkland Inseln, Südgeorgien und Süd-Orkney-Inseln, Süd-Shetland-Inseln, Antarktische Halbinsel und Weddellmeer, Südpolarkreis und Kap Hoorn. Reiseziele, die nachhaltig beeindrucken. Im PASSAGEN BLOG berichten Lektoren und Kapitäne, Fotografen und Gäste über ihre Erlebnisse im Ewigen Eis. Die HANSEATIC erreicht die Base Orcadas der Süd-Orkney-Inseln

 

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Die HANSEATIC bricht sich den Weg durchs Eis und erreicht die feuerrot lackierten Wohncontainer der Station Orcadas. Bis zu 18 Wissenschaftler leben und arbeiten hier – das ganze Jahr über (ein Klick ins Bild, dann öffnen sich alle Fotos in einer Dia-Show)

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Ein Bericht von Dr. Arne Kertelhein

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+++Süd-Orkney-Inseln+++

Expedition Antarktis. In aller Frühe erreichen wir die einsam gelegene Gruppe der Süd-Orkney-Inseln und passieren die Washington Strait zwischen Powell und Laurie Island, um dann von Süden kommend in die Scotia Bay einzulaufen. An ihrem nördlichen Ende liegt die argentinische Station Orcadas, welche wir heute Vormittag besuchen wollen. Zu beiden Seiten des Schiffes zeigt sich eine typisch antarktische Landschaft: Steil ragen die schwarzen Bergflanken empor, helle Schneefelder strukturieren ihre Konturen, und viele Eisberge sprenkeln das graue Meer. Der Himmel ist ebenfalls grau. Ab und an aber zaubert die Sonne helle Flecken auf die Wasseroberfläche und die Berghänge.

Am Ende der Washington Strait müssen wir uns den Weg durch ein Labyrinth aus Eisbergtrümmern und Meereisschollen bahnen, dann liegt die Scotia Bay offen vor uns. Aber je näher wir der Station kommen, desto deutlicher zeichnet sich ein schmaler Streifen Eis ab, der sich schließlich als das letzte Festeis entpuppt, welches noch in der Bucht verblieben und bis jetzt weder getaut noch aufgerissen ist.

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Besuch aus Deutschland und die große Runde der HANSEATIC ins Ewige Eis

Auf dem Eis tummeln sich etwa 300 Pelzrobben, allesamt Männchen. Nach der Paarungszeit haben sie Südgeorgien verlassen und legen nun hier eine Verschnaufpause ein. Leider blockiert das Eis unseren Weg zum Ankerplatz und eine Zodiacfahrt von hier aus würde recht lange dauern. So inspiziert unser Kapitän das Eisfeld aus der Nähe und nimmt in weitem Bogen Anlauf. Fast geräuschlos schneidet die Hanseatic in die ca. 20 bis 30 Zentimeter dicke Eisfläche ein und dringt unermüdlich weiter vor.

Die Robben schauen etwas verdutzt als wir nun wie ein Eisbrecher mit langsamer Fahrt mitten durch das Eis hindurchgehen. Alle Gäste stehen an Deck und beobachten das seltene Schauspiel der Eisfahrt, welches nur beim perfekten Zusammenspiel von ruhigen Wetterbedingungen und geringer Eisdicke möglich ist. So gelangen wir doch noch zu unserem Ankerplatz und können bald die Boote zu Wasser lassen.

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In einem weiten Bogen nimmt das Schiff Anlauf, um sich einen Weg durch das Eis zu bahnen

Der Expeditionsleiter bespricht sich mit dem Chef der Station. Ab 10:00 Uhr geht es dann an Land, wo wir in kleinen Gruppen unter der Leitung der Stationsärztin und einer Mitarbeiterin über das Gelände geführt werden. Vor mehr als 100 Jahren wurde die Station im Verlauf einer schottischen Expedition gegründet und ist damit die am längsten ununterbrochen besetzte Station in der Antarktis. Bei unserer Tour besichtigen wir sowohl die Ruinen des Ormond House – der ersten, noch sehr primitiven Unterkunft –, als auch spätere Bauten aus den 1940er und -50er Jahren. Eines dient als Museum.

Heute lebt man in metallenen Containermodulen, welche mit ihren stabilisierenden Verstrebungen äußerlich an eine Raumstation aus frühen Science-Fiction-Filmen erinnern. Wir sind herzlich willkommen auch das Innere der Basis zu besuchen und werden ausgesprochen freundlich mit Kaffee und Keksen bewirtet.

Über den Winter waren nur 19 Argentinier hier stationiert, am nächsten Samstag soll die Ablösung eintreffen. Und man merkt, was die Einsamkeit mit einem macht: Alle freuen sich, endlich mal wieder neue Gesichter zu sehen und erzählen uns auch einiges über die hier durchgeführten Forschungen zu Seismik, Magnetismus und Pinguinzahlen…

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Wie ein Eisbrecher zieht die HANSEATIC ihre Rinne durch die gefrorene See


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