Expedition Indischer Ozean – Was die neuen Abenteuer unserer HANSEATIC nature verheißen!
Wenn unsere HANSEATIC nature aufbricht zu ihren Expeditionen in den Indischen Ozean, richtet sich der Bug nicht auf Eisschollen, sondern auf Strandparadiese wie Mauritius, Seychellen und Madagaskar. Auf dem Programm stehen tief gehende Erlebnisse in den Tropen. Wir sprechen mit General Expedition Manager Wilma Rehberg und dem Biologen Mario Aigner, warum diese Abenteuer so faszinieren?
Tropische Regionen werden oft vor allem ästhetisch wahrgenommen. Oder als Orte der Erholung. Wissenschaftlich wird der Indische Ozean häufig unterschätzt. Dabei bietet dieser eine außerordentliche Vielfalt: extrem junge, vulkanisch aktive Inseln neben uralten Bruchstücken des Superkontinents Gondwana, isolierte Ökosysteme mit einzigartiger endemischer Natur, Korallenriffe und Mangrovenwelten, Lemuren und Riesenschildkröten.
Ein Gespräch über die Faszination der Tropen
Das Expeditionsteam der HANSEATIC nature will diese Region nicht nur zeigen, sondern verständlich machen, den Gästen ein tieferes Eintauchen in diese Welt bieten – als einen einzigartigen Forschungs- und Erkenntnisraum. Wir sprechen mit General Expedition Manager Wilma Rehberg und mit dem Biologen im Expeditions-Team, Mario Aigner.


Liebe Wilma Rehberg, viele Menschen verbinden Expedition mit Eis und Polarregionen. Was unterscheidet eine Warmwasser-Expedition von einer Polar-Expedition?
Wilma Rehberg: Abgesehen von der Temperatur gibt es kaum Unterschiede. Sowohl Warmwasser- als auch Polar-Expeditionen entspringen demselben Entdeckergeist und dem Wunsch nach echter Pionierarbeit. Entscheidend ist immer das besondere Erlebnis – unabhängig davon, ob es im Eis oder unter tropischer Sonne stattfindet.
In warmen Regionen liegt die Herausforderung oft darin, die Besonderheit weniger offensichtlicher Entdeckungen sichtbar zu machen. Dafür braucht es ebenso tiefgehende Erfahrung, exzellente lokale Expertise und ein genaues Gespür für Orte und Momente. Doch auch in den kalten Regionen gilt: Nur mit fundiertem Wissen, Vorbereitung und starken Spezialisten entstehen Expeditionen, die wirklich außergewöhnlich sind.
Wie erleben Gäste die wissenschaftliche Perspektive während der Reise?
Das Besondere an unseren Reisen ist, dass wir alles, was wir gemeinsam erleben, an Bord vor- und auch nachbereiten. Den Gästen zeigen wir in unseren Pre-Caps, was wir am nächsten Tag vorhaben, worauf zu achten ist und was wir uns erhoffen. In Recaps wird zudem allabendlich ein kleines Thema, Erlebnis oder eine Frage, die am Tag aufgekommen ist, aufgegriffen und nochmal intensiver besprochen. An Seetagen halten unsere Experten interessante Vorträge zu ihren Fachgebieten – es ist quasi wie eine gelebte „Terra X“-Sendung an Bord. Unsere Experten sind zudem immer für unsere Gäste ansprechbar und haben darüber hinaus auch Sprechstunden in der Ocean Academy, bei denen sich die Gäste noch intensiver und eins zu eins austauschen können. Es geht nicht um die Quantität von Eindrücken, sondern um deren Tiefe. So entstehen Erlebnisse, die nachhaltig wirken.
Welche Rolle spielt verantwortungsvolle Expedition in diesen ökologisch sensiblen Regionen?
Wir haben jahrzehntelange Erfahrung im Bereisen von geschützten Gebieten. Wir möchten unsere Gäste zu Botschaftern machen, wie wichtig es ist, diesen fragilen, wunderbaren Planeten zu schützen. Wir wollen die Tiere beobachten und nicht mit ihnen interagieren. Bei Begegnungen mit Menschen vor Ort ist uns der Kulturaustausch sehr wichtig. Wir wollen ihnen auf Augenhöhe begegnen und sie respektieren, von ihnen lernen. Nur so kann ein Reisen in abgelegene Regionen nachhaltig stattfinden und auch in Zukunft funktionieren.
Worauf freuen Sie sich persönlich bei diesen Reisen am meisten?
Das Gefühl, an Orte zu kommen, die sonst nicht so leicht zu bereisen sind, Momente zu erleben, die wenige Menschen auf der Welt das Privileg haben zu erleben, das ist immer wieder aufs Neue überwältigend. Gerade auf Madagaskar faszinieren mich neben der einzigartigen Natur aber auch die Menschen. Die Herzlichkeit, die Freude, die Gastfreundschaft und vor allem der berührende Stolz, mit denen die Madegassen uns ihr Land zeigen, lassen mich nie kalt.
Wilma Rehberg, General Expedition Manager. Die Berlinerin studierte Orchesterschlagzeug an der Musikhochschule München, bevor sie verletzungsbedingt umsattelte: Master in Wirtschaftswissenschaften an der FU Berlin, danach viele Jahre als Marketingmanager bei Sony Music. Ein geplant einmaliger Abstecher als Entertainment Manager auf einem Kreuzfahrtschiff änderte alles. Nach fünf Jahren als Kreuzfahrtdirektorin auf größeren Schiffen bereist sie nun mit den Expeditionsschiffen von Hapag-Lloyd Cruises die entlegenen Winkel der Welt.




Mario Aigner, Biologe im Expeditionsteam. 1985 im österreichischen Vöcklabruck geboren, aufgewachsen im Salzkammergut. Nach einer Ausbildung zum chemischen Verfahrenstechniker und acht Jahren in der Industrie folgte ein Biologiestudium an der Universität Innsbruck mit Master in Ökologie und Biodiversität. Durch einen glücklichen Zufall gelangte er zu Hapag-Lloyd Cruises – und begeistert seitdem Gäste in außerordentlichen Reisezielen wie Madagaskar, der Antarktis, Svalbard, Alaska und Grönland.
Lieber Mario Aigner, viele Menschen verbinden den Indischen Ozean vor allem mit tropischen Stränden. Warum ist diese Region auch ein hochspannendes Expeditionsgebiet?
Mario Aigner: Der Indische Ozean ist weit mehr als eine Postkarten-Kulisse, er ist ein geologisches und biologisches Juwel. Wir finden hier extrem junge, vulkanisch aktive Eilande wie La Réunion. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Seychellen – uralte Bruchstücke des Superkontinents Gondwana. Und dann ist da Madagaskar: die viertgrößte Insel der Welt ist im Grunde ein eigener kleiner Kontinent. Allein dort gibt es über 1.000 verschiedene Orchideenarten – und etwa 85 Prozent davon kommen in natürlicher Umgebung nur auf Madagaskar vor.
Madagaskar gilt als eines der außergewöhnlichsten Naturgebiete der Welt. Was macht die Insel aus biologischer und geologischer Sicht so besonders?
Madagaskar ist kein gewöhnliches Reiseziel, es ist ein lebendiges Archiv der Naturgeschichte, ein Labor der Evolution. Hier hat sich eine vollkommen eigenständige Welt entwickelt. Das prominenteste Beispiel sind die Lemuren. Diese faszinierenden Halbaffen – von den bekannten Kattas und Bambuslemuren über Kronenmakis bis hin zu den eindrucksvollen Indris im dichten Regenwald – existieren in freier Wildbahn ausschließlich hier. Madagaskar ist ein wunderschönes, aber auch eines der ärmsten Länder der Welt. Auf diese soziale Realität bereiten wir unsere Gäste in unseren Briefings und Recaps an Bord intensiv vor.
Die Seychellen werden häufig als Luxusdestination wahrgenommen. Was macht sie aus Sicht einer Expedition besonders spannend?
Mit unserem Expeditionsschiff HANSEATIC nature blicken wir weit hinter diese Fassade. Wir besuchen zwar die berühmten Inner Islands mit ihren ikonischen Granitfels-Stränden, aber unser eigentliches Ziel sind die abgelegenen Outer Islands. Ein absoluter Höhepunkt ist die Inselgruppe um Aldabra. Um die Exklusivität zu verdeutlichen: Im gesamten Jahr 2025 erhielten gerade einmal etwa zehn Schiffe weltweit die Genehmigung, dort anzulanden. Aldabra ist ein unberührtes Naturjuwel, in dem die Aldabra-Riesenschildkröte in ihrem ursprünglichen Habitat beheimatet ist. Da die Tiere dort kaum menschliche Eingriffe kennen, sehen sie in uns keine Gefahr – vergleichbar mit den Pinguinen in der Antarktis.
Worauf freuen Sie sich persönlich bei diesen Reisen am meisten?
Ein absolutes persönliches Highlight erwartet uns im Nosy Hara Archipel im Norden Madagaskars: Dort hoffe ich sehr auf eine Sichtung des Madagaskar-Seeadlers. Er gehört zu den seltensten Greifvögeln der Welt. Vor einigen Jahren gab es nur noch etwa 12 bekannte Brutpaare, heute hat sich der Bestand glücklicherweise etwas erholt, aber jede Sichtung bleibt ein hochemotionaler Moment für jeden Biologen. Genauso freue ich mich auf die Begegnungen auf Nosy Be, Nosy Tanikely oder Nosy Nato, wo man Lemuren aus nächster Nähe beobachten kann.


Reise-Info: Warmwasser-Expeditionen im Indischen Ozean
Bereits mit den Vorgängerschiffen der aktuellen Expeditionsflotte haben wir umfangreiche Erfahrung in warmen Expeditionsregionen gesammelt. Zudem hat unsere HANSEATIC spirit auf drei Winter-Expeditionsreisen Madagaskar erkundet, in diesem Jahr wird es zwei weitere geben. Die daraus gewonnenen Erfahrungswerte bilden die Grundlage für den neuen Winter-Fokus 2027/28 – mit insgesamt zehn Reisen für unsere HANSEATIC nature von Oktober 2027 bis März 2028. Unsere neuen Warmwasser-Expeditionen sind aktuell bereits buchbar.
Reisebeispiele Saison 2027/28 mit der HANSEATIC nature
- Premiere: Warmer Winter auf tropischen Inseln – Expedition Seychellen. Von Mahé, Seychellen, nach Port Luis, Mauritius mit vielen Highlights wie Inner Islands, Saint-Francois-Atoll, Aldabra-Inseln, Farquhar-Atoll. 8. bis 20.Dezember 2027 | NAT2725 (Frühbucherermäßigung: bis 31. Januar 2027)
- Expedition Madagaskar – Eines der schönsten Geschenke der Evolution. Von Mahé, Seychellen, nach Port Luis, Mauritius, das Routing beinhaltet Madagaskars Ost- und Nordküste, Mayotte und La Réunion. 15. bis 30. Januar 2028 | NAT2802 (Frühbucherermäßigung: bis 28. Februar 2027)
Auftakt bereits 2026 mit der HANSEATIC spirit
Wer schon im kommenden Winter Expeditionsluft in warmen Regionen schnuppern möchte, findet im Spätherbst 2026 zwei Reisen als inhaltlichen Auftakt des neuen Winterfokus – und als Vertiefung unserer lokalen Expertise in der Region:
Expedition Madagaskar und Südafrika – Wildniswunder mal zwei. In zwei Reisen zu Madagaskars West-, Nord- und Ostküste:
Fotos: Archiv, Text: Redaktion


