Shopping in New York: Mit "Elle" in Soho und Little Italy

Datum: 06.02.2015
Tags: #shopping #design #elle

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Impressionen einer Stadt, die tatsächlich nie schläft (Klick auf ein Bild, die Fotos öffnen sich in einer Dia-Show)

Shopping in New York. Keine Stadt ist so dynamisch wie Manhattan. Auf der Suche nach einem professionellen Scout kontaktieren wir die „Elle“. Selbstverständlich hat die Redaktion ein Büro in der Stadt, die zu den wichtigsten Mode-Metropolen der Welt gehört. Die Korrespondenten der „Elle“ sind Fashion-Forscher, Style-Scouts, Couture-Korrespondenten – Profis wie Nadine Sieger. Sie lebt seit 13 Jahren in New York, wollte ursprünglich Architektur studieren, hat dann ein Volontariat gemacht und kam zum Mode-Journalismus. Und sie liebt was sie tut. In New York arbeitet Nadine für die Magazine „Elle“ und „Elle Decoration“, ein Traumberuf für viele Journalisten. Ihre Aufgabe (unter anderen): Trends zu beobachten und beschreiben.

Was ist der Style des jungen New York? „Craft“, sagt Nadine, „es ist der Szene-Begriff schlechthin. Handgemachtes, sorgfältig gemachtes, das oft irre teuer ist, manchmal seltsam retro. Aber eben echt, authentisch.“ In New York macht es sich in verschiedenen Bereichen bemerkbar – in der Gastronomie gibt es Bier aus Micro-Breweries, Kaffee aus lokalen Röstereien, handgeschöpfte Schokoladen. Das mag es auch in einigen europäischen Großstädten geben, doch ist es in einer Supermetropole wie New York mit ihren 300 Meter-plus Häusern und rund 10 Millionen Einwohner noch viel irritierender, dass hier junge Männer Holzfäller-Hemden und Vollbärte tragen, die Frauen weite Mäntel, dicke Shawls, derbe Stiefel über Wollstrümpfen, Wollmützen.

Sie verkaufen Kleidung aus Stoffen, die eco-friendly sind, selbst gemachten Schmuck, handgebundene Bücher, Möbel, die aussehen wie aus dem vorletzten Jahrhundert, dann aber nur mit den Traditionen spielen, sie neu interpretieren, wie die fast zwei Meter hohe Standuhr mit Pendelkasten, in der eine rote Quarzanzeige die Zeit darstellt, der Pendelkasten als Schirmständer. Oder was auch immer. Wo hat diese Szene ihre Heimat? „Viel kommt aus Williamsburg in Brooklyn“, sagt Nadine, „die Shops, in denen diese Produkte verkauft werden, findet man hier – in SoHo. Kommt mit, ich führe euch durch die wichtigsten Straßen.“

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1. Handcrafted ist der Trend 2. In Soho ist New York fast europäisch 3. Unsere Fashionguide Nadine Sieger von der „Elle“ ist selbstverständlich auch fashionable 4. In den USA ein großer Name, bei uns eher Insidern bekannt: das Label „Opening Ceremony“

Wir treffen uns im „Balthazar“ in der Spring Street. Das Restaurant ist das Zentrum französischer Lebensart in New York, ein großes Bistro mit großer Küche und noch größerem Selbstbewusstsein. Hier wollen täglich so viele essen, dass der einzelne manchmal weniger wichtig zu sein scheint. Aber das ist New York. Was die Küche verlässt, findet hingegen durchweg ungeteilte Zustimmung.

Nach einem kurzen Kennenlernen geht es hinaus in die Stadt. Wir folgen der Spring Street Richtung Mercer Street, es geht vorbei am grauen Cast-Iron-Haus des 1994 verstorbenen Künstlers Donald Judd, aufwändig saniert, ein Fanal der Genauigkeit. Und wir passieren die ersten Shops amerikanischer und internationaler Designer: „Kate Spade“ (Designer-Handtaschen), „Vince“ (Cashmere-Pullis, Lederjacken), „Joe’s Jeans“ (Designer-Denims), „Cremieux“ (Herrenmode) und „Madewell„, ein zweigeschossiger Laden, berstend voll, in dem nur Kleidung aus ökologisch einwandfreier Baumwolle verkauft wird. Danach betreten wir mit „Pearl River“ einen der Lieblingsshops von Nadine. Hier gibt es allerlei asiatische Produkte: Deko-Artikel, Nippes, überraschende Kleinigkeiten wie die Faltpappen, in denen scheinbar asiatisches Essen serviert wird, die Nadine aber nutzt, um Geschenke zu überreichen.

„Mein Lieblings-Laden ist The Apartment, geöffnet nur an zwei Wochentagen“

Vorbei an „Ted Baker“ (Fashion), „Alexander Wang“ (Fashion), „Zimmerman“ (Sport-Fashion) und „Nike Lab“ (over-the-top-Sportschuhe) drängt uns Nadine bei „Surface to Air“ in den Verkaufsraum. Ein Security-Mann, eine freundliche Verkäuferin („Hello, how are you?“) und ein Laden mit Mode im urban trash-Style. Schließlich „Opening Ceremony„, das 2002 gegründete Modelabel ist längst eine Institution.

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1. Schmuck, selbstverständlich handgemacht, 2. wird verkauft in Läden wie „Love Adorned“, in denen nur angeboten wird, was den Inhabern gefällt 3. Blue city 4. und eine Geschenkpackung, die erst auf den zweiten Blicke eine ist

Besonders spannend finden wir Geschäfte wie „Harney and Sons„, einen Tee-Laden, in dem Mischungen aus aller Welt angeboten werden, man kann sie an der Tea-Bar auch trinken; Nadines Lieblingssorte ist „Supreme Earl Grey“. Oder „Saturday“ ein Surf-Label mitten in der Großstadt, im Garten kann man draußen sitzen und Kaffee trinken. Oder die Third-Wave-Coffee-Shops „Happy Bones“ und „Counter Culture“ – hier bietet man moderne Filterkaffees an, besondere Röstungen, Cold Drips, Cuppings für Sorten aus aller Welt.

Braucht Nadine eine Snack-Pause beim Shopping in New York, sucht sie Lokale auf wie „The Butcher’s Daughter„, das entgegen seines Namens vegetarische Snacks anbietet, green Cocktails und Smoothies, der Slogan des Lokals: „We treat vegetables as butchers treat meat“. Ein anderes Lokal ist „Cocoron“ und hat „Super-Suppen“, „Lovely Day“ ist ein altes Diner, das tolles Thaifood anbietet, die beste Schokolade machen die „Mast Brothers“ aus Williamsburg, man kann sie hier in vielen Läden kaufen.

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1. Straßenszene mit Straßenfeger 2. und Buch mit Adler-Stütze 3. Läden wie „Creatures of Comfort“ bieten moderne Kleidung an 4. Im „McNally Jackson Store“ gibt es Vogelkäfige, die gar keine sein wollen

So langsam fangen wir an müde zu werden. Aber Nadine ist noch nicht fertig mit uns (und wir verstehen so allmählich auch, wie sich professionelles Shop-Scouting von dem unterscheidet, was wir für gewöhnlich als Shopping bezeichnen). Nadine zeigt uns noch den Fashion-Store „Creatures of Comfort„, empfiehlt uns zur Stärkung zwischendurch den Saftladen „Juice Press“ („haben wir jetzt aber keine Zeit für“) und beschleunigt dann für einen etwas längeren Sprint zu „Love Adorned„. Der Laden verfolge ein Konzept, das man auch in Deutschland immer häufiger antreffe: persönlich ausgesucht und zusammengestellt, quasi ein Mini-Kaufhaus des guten Geschmacks.

„Meinen absoluten Lieblingsladen können wir heute leider nicht besuchen. The Apartment hat nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet“, Nadine lächelt, Grübchen im Gesicht, „ein toller und außergewöhnlicher Laden, wie man ihn eben nur in NYC findet.“ Eine vollkommen eingerichtete Wohnung in einem lichtdurchfluteten Loft in SoHo, man kann alles kaufen – das Sofa im Wohnzimmer, die Fritz Wegner Stühle am Küchentisch, die Lasvit-Lampen an der Decke, das KPM Berlin Geschirr, die Reed Krakoff Heels im begehbaren Kleiderschrank, wie die Vince Kaschmirpullover, sogar die Olatz Handtücher und die weiße Mason Pearson Haarbürste im Bad. „Es würde euch gefallen.“

Schade. Und jetzt, fragen wir? Ach, antwortet Nadine, sie hätte noch viele weitere Ideen. Doch das reiche erstmal. Wir sollten uns einfach zwei, drei Tage Zeit nehmen, um uns durch diesen Stadtteil treiben zu lassen. Es gebe noch sehr viel zu entdecken, etwa die schönen Shops der Museen, des New Museums und des MoMA. Jetzt gehen wir erstmal zurück zum Balthazar. Sie würde allerdings gern durch Mulberry und Crosby Street gehen. Da soll es einige interessante neue Läden geben…
Wir danken: Nadine Sieger und der ELLE-Redaktion; Text: Dirk Lehmann, Fotos: Susanne Baade

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Die interaktive Karte zeigt einige der Shops zwischen Bowery und Broadway, Empfehlungen von Nadine Sieger


Hier finden Sie Informationen zur nächsten Reise mit der EUROPA 2 nach New York.

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