HANSEATIC nature auf Mission: Warum wir mit Müllbeuteln nach Spitzbergen reisen

Mehr als 20 Tonnen Abfall sammeln die Teilnehmer der Aktion „Clean Up Svalbard“ in jedem Jahr. Mit dabei: freiwillige Gäste und Crew-Mitglieder der HANSEATIC nature. Ein Bericht aus Spitzbergen.

Datum: 07.08.2026
Tags: #hanseaticnature #expeditionspitzbergen

Der Wind trägt Salzgeruch und Kälte über den Strand von Isflakbukta. Zwischen Treibholz und Steinblöcken liegt etwas, das hier niemand erwartet: eine verwitterte Waschmittelflasche, Fetzen eines Fischernetzes, ein Stück Styropor, halb im Kies vergraben. Unsere Gäste und die Crew der HANSEATIC nature bücken sich, sammeln ein, füllen die Säcke. Ein ganz normaler Landgang wird zur Aufräumaktion.

Plastik, das Tausende Seemeilen zurücklegt

Spitzbergen liegt weit im Norden, fernab jeder größeren Besiedlung. Trotzdem landet hier Jahr für Jahr Müll an, den Meeresströmungen über Tausende Seemeilen herantragen. Leere Kanister, Reste alter Netze, Kunststoffteile, die längst nicht mehr erkennen lassen, wozu sie einmal gehörten. Für Meeresbewohner und Seevögel wird das schnell gefährlich. Sie verfangen sich in Netzen und Leinen oder verwechseln kleine Plastikstücke mit Nahrung. Jedes Teil, das wir gemeinsam von der Küste holen, nimmt diese Gefahr ein Stück weiter aus dem Ökosystem.

Hinter der Aktion steht ein Programm mit Geschichte. Vor knapp zwanzig Jahren entwickelte der Gouverneur von Spitzbergen die Idee, mit Einheimischen und Gästen immer wieder Müll einzusammeln. Daraus entwickelte sich „Clean Up Svalbard“, inzwischen die am längsten laufende Umweltinitiative der AECO (Arctic Expedition Cruise Operators). Seit vielen Jahren beteiligen sich auch unsere Schiffe daran. 


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Die Zahlen zeigen, wie viel dabei zusammenkommt. In den vergangenen Jahren wurden jeden Sommer rund 20 Tonnen Abfall von den Stränden Spitzbergens entfernt. Untersuchungen ergaben, dass 60 bis 80 Prozent davon aus der Fischereiindustrie stammen. Der Gouverneur von Spitzbergen organisiert solche Aufräumfahrten auch für die lokale Bevölkerung.

Verantwortung, die an Land geht

Wer in Spitzbergen an Land geht, weiß: Bequem ist das Gelände selten. Steinblöcke, Schwemmholzhaufen und Moospolster machen jeden Schritt zur kleinen Herausforderung, und genau dort verfängt sich der Müll. Unsere Gäste lassen sich davon nicht abhalten. Mit den wiederverwertbaren Sammelsäcken, die das Expeditionsteam an Land bringt, ziehen sie los, bücken sich, tragen zusammen, was das Meer hier abgeladen hat. Was am Strand beginnt, endet an Bord: Die gefüllten Säcke werden zur HANSEATIC nature gebracht und später in Longyearbyen fachgerecht entsorgt.

Am Ende eines solchen Landgangs gibt es nicht nur volle Säcke, sondern dazu ein gutes Gefühl an Bord. Es sind auch Momente wie diese, für die unsere Reisen stehen: Nähe zur Natur, die sich nicht auf Beobachten beschränkt, sondern zum Handeln wird. Für uns ist das ein selbstverständlicher Teil jeder Fahrt in die Arktis. Und unser Anspruch, die Orte, die wir bereisen, ein Stück sauberer zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben.

Fotos: Archiv, Text: Redaktion

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