Bis zu 90 Prozent weniger CO2: HANSEATIC spirit läuft mit Biokraftstoff zur erfolgreichen Prüfung des Landstromanschlusses in Hamburg ein
Die HANSEATIC spirit hat zwei wichtige Etappen auf dem Kurs in Richtung einer emissionsärmeren Flotte zurückgelegt – mit Biofuel und Landstrom. Wir berichten vom Hamburg Cruise Center Altona.


Es scheint so einfach: Stecker rein, Schiffsmotor aus, alle Lichter bleiben an. Aber es ist kompliziert. Denn ein Kreuzfahrtschiff – selbst so ein modernes wie die Schiffe unserer neuen Expeditionsklasse – „ist keine Kaffeemaschine“ wie es mal ein Kapitän formulierte, sondern deutlich anspruchsvoller. Allein das Umschalten auf die Landverbindung ist ein komplexer Vorgang. Das beginnt schon damit, dass die deutlich höhere Spannung der Anlage auf den viel geringeren Bedarf eines unserer kleinen Expeditionsschiffen gedrosselt werden muss.
Schiffsbetrieb im Hamburger Hafen nahezu emissionsfrei
Landstrom ist die vereinfachte Bezeichnung für Strom, der an Land produziert und Schiffen zur Verfügung gestellt wird. In Hamburg wird der aus erneuerbaren Energien gewonnen. Aktuell verfügen die Häfen in Europa über rund 20 Landstromanlagen. Sie versorgen große wie kleine Schiffe. Unsere HANSEATIC spirit mit ihren 130 Metern Länge und Platz für maximal 230 Gäste benötigt am Cruise Center Altona eine recht geringe Spannung von nur 690 Volt. Dafür wurde in den Test- und Prüfungsphasen vorheriger Anläufe – auch der baugleichen Schwesterschiffe HANSEATIC nature und HANSEATIC inspiration – ein Profil ermittelt und angelegt.
Nach erfolgreicher Abnahme der HANSEATIC nature im März dieses Jahres hat nun auch das Schwesterschiff HANSEATIC spirit die Prüfung durch die Klassifikationsgesellschaft bestanden und kann weltweit Landstrom nutzen, wo immer dieser verfügbar ist. „Inzwischen klappt das einwandfrei“, sagt Kapitän Claas Fischer, der zusammen mit Chief Engineer Thomas Herwig und Jens Grunenberg, Fleet Director Marine Technical Operations, an der Pier steht und die Landstromanlage inspiziert. Von einer Lafette mit einem blauen Auslegerarm geht ein ganzes Bündel armdicker Kabel in den Schiffsrumpf. Am Hamburg Cruise Center Altona läuft der Betrieb unseres kleinen Expeditionsschiffs nahezu emissionsfrei.
„Das Thema Landstrom hat seit der Planungsphase national wie international an Bedeutung gewonnen. Ich bin stolz, dass unser Team diesen vorausschauenden Ansatz verfolgt hat. Unser Luxusschiff EUROPA 2 war bereits 2013 eines der ersten Schiffe mit Landstromanschluss“, sagt Isolde Susset, Managing Director von Hapag-Lloyd Cruises. Bis 2030 sollen die Kreuzfahrtreedereien der TUI Group ihre absoluten CO2-Emissionen um mehr als ein Viertel (27,5 Prozent) gegenüber 2019 senken. Diese ambitionierten Emissions-Reduktionsziele wurden bereits wissenschaftlich und unabhängig von der Science Based Targets Initiative überprüft. Die Nutzung von „grünem“ Landstrom aus erneuerbaren Energien in den Häfen ist ein wichtiger Teil dieser Umweltstrategie.
Biofuel – bis zu 90 Prozent weniger CO2
Ein weiterer relevanter Aspekt neben der Liegezeit im Hafen ist der Verbrauch eines Schiffes während der Fahrt. Bei Hapag-Lloyd Cruises fahren wir dafür nach dem so genannten Slow Steaming-Concept. Die Routenplanung unserer gesamten Flotte ist so ausgelegt, dass die Schiffe mit einer Geschwindigkeit fahren, die dem perfekten Wirkungsgrad ihrer Maschinen entspricht. Die neue Expeditionsklasse von Hapag-Lloyd Cruises nutzt seit 2020 vollständig Marine Gasöl 0,1 Prozent, einen besonders schwefelarmen Treibstoff. Bereits 2022 testete die HANSEATIC inspiration erfolgreich ein Gemisch aus Marine Gasöl und 30 Prozent zertifiziertem Biokraftstoff aus Speiseölresten, das gegenüber fossilem Kraftstoff eine CO2-Einsparung von bis zu 90 Prozent ermöglichte. Der 2024 in Amsterdam gebunkerte, vollständig eingesetzte Biokraftstoff der zweiten Generation reduziert den CO2-Ausstoß um mindestens 80 Prozent.
Die HANSEATIC spirit hat somit zwei wichtige Etappen auf dem Kurs in Richtung Klimaneutralität zurück gelegt. In den kommenden Wochen werden die entsprechenden Daten auch auf unsere HANSEATIC inspiration übertragen, um so die Abnahme aller Schiffe unserer neuen Expeditionsklasse – bestehend aus HANSEATIC nature, HANSEATIC inspiration und HANSEATIC spirit – weiter voranzutreiben.


Fotos: Susanne Baade, Privat, Text: Redaktion


