Das „Who is Who“ der Antarktis: Pinguine

Expedition Antarktis: Es ist eine eigene Jahreszeit, wenn die Schiffe von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten ihre Expeditionsreisen zum sechsten Kontinent aufnehmen. Der PASSAGEN BLOG begleitet MS BREMEN und MS HANSEATIC, berichtet über BegegnungenExpedition Antarktis: Im PASSAGEN BLOG berichten wir über Begegnungen. Eine Übersicht der Pinguine, denen man während einer Reise ins Ewige Eis begegnet

Datum: 03.01.2016
Tags: #expeditionen #mshanseatic #msbremen #pinguine
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Einer der schönsten Texte des Arztes, Zauberkünstlers, Autors und Comedians Dr. Eckart von Hirschhausen handelt vom Pinguin-Prinzip. Darin beschreibt Hirschhausen die Beobachtungen, die er während einer Expeditions-Kreuzfahrt in die Antarktis gemacht hat – wie sich die Pinguine ganz unbeholfen an Land bewegen mit ihren langen Körpern, den großen Füßen und den kurzen Beinen ohne Knie. Doch dann sah er die Tiere ins Wasser springen, wie sie mit verblüffender Behendigkeit und viel Freude dahin brausten. Elegant und effizient. Der Energieverbrauch eines Pinguins ist so gering, würde man ein entsprechend leistungsfähiges Auto bauen wollen, müsste es mit einem Liter Benzin etwa 2.000 Kilometer weit fahren können. Hirschhausen war fasziniert von dem Anblick, und er kam zum Schluss: Im Leben geht es vor allem darum, das geeignete Element zu finden.

Diesen Pinguinen begegnen Sie auf Ihren Expeditionsreisen mit BREMEN und HANSEATIC in die Antarktis.


Königspinguin. Der Schöne

  • Größe: 95cm
  • Gewicht:12-16 Kg
  • Ernährung: Tintenfische, Fische, Krill
  • Brut: 55 Tage, 1 Ei
  • Lebenserwartung: 15 Jahre

Der Königspinguin ist der zweitgrößte Vertreter seiner Art und unterscheidet sich zu dem noch größeren Kaiserpinguin durch einen farbigeren Kopf. Vom Nacken ab bis zum Schwanz ist das Gefieder silbrig grau-blau gefärbt. Diese Pinguine haben einen besonderen und sehr langen Brutzyklus und brüten erstmals im Alter von sechs Jahren: Die Aufzucht der Jungtiere dauert 12-13 Monate, und so brütet die eine Gruppe der Pinguine von Oktober-Dezember und die Spätbrüter von Januar-April. Damit es das Ei schön warm hat, fällt den sich beim Brüten abwechselnden Elterntieren ein Teil ihrer Beinfedern aus – und das Ei hat so direkt Kontakt zum warmen Körper. Jedes Elternpaar hat eine eigene Zeremonie, mit der es sich beim Abwechseln zwischen Brüten und Futtersuche im Meer immer wieder begrüßt. Für die Futtersuche überwinden die Pinguine weite Distanzen und kommen manchmal erst nach 60 Tagen wieder zurück zum Partner und dem Küken. Zu Sichten sind Königspinguine während einer Expeditionskreuzfahrt mit BREMEN und HANSEATIC auf den Falklandinseln und in Südgeorgien.


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Goldschopfpinguin. Der Streitvogel

  • Steckbrief:
  • Größe: 70cm
  • Gewicht: 3,6-6,4 Kilogramm
  • Ernährung: Krill, Tintenfische, Fische,
  • Brut: 35 Tage, 2 Eier,
  • Lebenserwartung: 12 Jahre

Dieser Pinguin verdankt seine mutige „Frisur“ einem kleinen Streifen über den Augen, an dem lange Prachtfedern festgewachsen sind. Bis zu zehn Zentimeter misst der Kopfschmuck, und da die Federn nicht steif sind, wirbeln sie bei jeder Kopfbewegung hin und her. Schopfpinguine können BREMEN- und HANSEATIC-Gäste beobachten auf den Falkland-Inseln, in Südgeorgien und auf den Shetland-Inseln. Sie brüten in großen Kolonien und bauen sich dafür Nester, die laustark vor anderen Pärchen verteidigt werden. Weil die Nester einander aber so nah liegen, kommt es ständig zu Streit mit anderen. Die Schopfpinguinweibchen legen zwei Eier, es überlebt meist nur ein Küken. Den ersten Monat wird das frisch Geschlüpfte von seinem Vater bewacht, während die Mutter Nahrung aus dem Meer heranbringt. Ist das Kleine alt genug, bildet es mit anderen Küken eine Kolonie, und die Eltern gehen gemeinsam auf Futtersuche. Die Zeit vor und nach der Brut verbringen die Pinguine ausschließlich im Meer. So kann es sein, dass ein Schopfpinguin bis zu sechs Monate lang nicht an Land kommt. In einigen Breitengraden sind sie Beutetiere für Seeleoparden, Australische Feldrobben oder Seelöwen.


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Eselspinguin. Der Schreihals

  • Größe: 78cm
  • Gewicht: 4.5-6.5 Kg
  • Ernährung: Krill, Krustentiere, Fische, Tintenfische
  • Brut: 34 Tage, 2 Eier
  • Lebenserwartung: 15 Jahre

Weil der Eselspinguin in Gefahrensituationen und in der Balz Schreie ausstößt, die denen von Eseln ähneln, wurde er so benannt. Diese Pinguine haben einen leuchtend orange-farbenden Schnabel und einen weißen Streifen im Gefieder, der über die Augen bis zum Kopf geht. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 36 Kilometern pro Stunde sind Eselspinguine unter Wasser die schnellsten ihrer Art, gelten ansonsten aber als scheueste Gattung. Richtig geschickt stellen sie sich beim Nestbau an und stapeln Steine bis zu 20 Zentimeter hoch, das Nest polstern sie mit Federn und Moos aus. Zwischen den Paaren gibt es oft Streit um die besten Steine, und Männchen versuchen ihre Weibchen mit ganz besonders schönen Steinen zu beeindrucken, die sie oft schlicht beim Nachbarn klauen. Einige Forscher unterscheiden zwei Unterarten des Eselspinguins, da diese sich an unterschiedlichen Orten aufhalten und unterschiedlich groß sind. Die größte Brutkolonie, die die Gäste von BREMEN und HANSEATIC häufig besichtigen, befindet sich auf den Falklandinseln.


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Adeliépinguin. Der Elegante

  • Größe: 70cm
  • Gewicht: 3,9-5,3 Kg
  • Ernährung: Krill, kleine Fische, Tintenfische
  • Brut: 30-40 Tage, 2 Eier,
  • Lebenserwartung: 16 Jahre

Von weitem erkennt man den Adeliépinguin an seinem langen Schwanz und von Nahem dann an dem charakteristischen schwarzen Kopfe, einem weißen Ring um die Augen, sowie dem klein wirkenden Schnabel, der bis zur Hälfte von Federn bedeckt ist. Diese Pinguine erleben die Gäste von BREMEN und HANSEATIC, wenn die Expeditionsschiffe vordringen in die Region zwischen Schelfeisgrenze im Süden und Packeisgrenze im Norden der Antarktis. Mit einer Population von ca. 10 Millionen Brutpaaren sind die Adéliepinguinen die am weitesten verbreitete und zahlenmäßig häufigste Pinguinart. Den französischen Namen erhielt diese Art von ihrem Entdecker Dumont d’Urville, der die Tiere nach seine Frau Adelié benannte. Adeliépinguine hausen in einer Art Nest, das sie aus kleinen Steinchen in einer schneefreien Mulde einrichten. Das Pärchen brütet zwei Eier aus und begibt sich dann zusammen auf Futtersuche, während die Jungtiere der Kolonie einen Kindergarten bilden. Typisch für diese Pinguinart ist der so genannte Futterwettlauf: Kommen die Eltern zurück aus dem Meer, laufen die Jungtiere ihnen bis zu 100 Meter entgegen. Am Ende gewinnt immer nur ein Junges und wird gefüttert und das andere geht leer aus.


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Felsenpinguin. Der Punker

  • Größe: 55cm
  • Gewicht: 2,3-4,5 Kg
  • Ernährung: Krill, Krustentiere, kleine Fische
  • Bestand (+Feinde):
  • Brut: 33 Tage, 2 Eier
  • Lebenserwartung: 10 Jahre

Die „kleinen Punker“ unter den Spheniscidae sind die Felsenpinguine. Punker? Die abstehenden, gelben Augenfedern geben den im Englischen „Rockhopper“ genannten Tieren ein eigenwilliges Aussehen. Mit einem Gewicht von 2,5 Kilogramm und einer Größe von maximal 60 Zentimetern zählen die Felsenpinguine zu den kleinsten dieser Vogelart. Ihre rosa-farbenen Füße hingegen gehören zu den größten. Damit bewegen sie sich recht geschickt in felsigem Terrain, indem sie von Stein zu Stein hüpfen und so verblüffende Höhenunterschiede bewältigen. Felsenpinguine brüten in gemischten Kolonien zwischen Albatrossen und Kormoranen. Um ihren Nachwuchs kümmern sich die Partner abwechselnd, man kann Weibchen und Männchen nur nach Genanalyse der Federn unterscheiden. Wie alle Pinguine sind die Rockhopper hervorragende Schwimmer. Sie tauchen mehrere Minuten in bis zu 100 Metern Wassertiefe. Auf der Reise in die Antarktis begegnen die Gäste von BREMEN und HANSEATIC den Tieren vor allem auf den Falkland Inseln.


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Zügelpinguin. Der „Bobby“

  • Größe: 68cm
  • Gewicht: 3,4-5Kg
  • Ernährung: Krill, kleine Fische,
  • Bestand (+Feinde):
  • Brut: 37 Tage, 2 Eier
  • Lebenserwartung: 13 Jahre

Auch diesem Pinguin gab sein Aussehen seinen Namen: Ein schwarzer Streifen entlang seines Kopfes sieht aus, als hätte der Pinguin Zügel umgebunden, im Englischen nennt man ihn in Anspielung an die Polizisten, deren Mützen von einem Kinnriemen gehalten werden, auch „Bobby“. Sein schneeweißes Gefieder am Bauch und das tiefschwarze Rückengefieder geben ihm ein elegantes Aussehen. Bis auf die olivgrünen oder braunen Augen und die rosigen Füßen gibt es keine bunten Farben am Körper des Tieres. Diese Pinguine brüten häufig in der eisfreien Zone, in der Nähe von Kolonien anderer, etwa Adeliépinguine, Eselspinguine oder auch Komorane, Gäste von BREMEN und HANSEATIC begegnen ihnen etwa bei Elephant Island. Zügelpinguinen bleiben ihren Partnern über Jahre hinweg treu und benutzen teilweise sogar das gleiche Nest noch einmal. Die Partner wechseln sich sowohl während der Brut als auch der Aufzucht des Jungtieres mit der Futtersuche ab. Die Zügelpinguine sind weit verbreitet und leben auf fast allen subantarktischen Inseln.


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Kaiserpinguin. Der Größte

  • Größe: 115cm
  • Gewicht: 25-38 Kilo
  • Ernährung: Tintenfische, Fische, Krill
  • Brut: 64-67 Tage, 1 Ei
  • Lebenserwartung: 20 Jahre

Der Kaiserpinguin ist der Pinguin der Superlative: Er ist der größte, schwerste und auch bekannteste, weil viele Berichte von dieser Pinguinart handeln. Er hat eine zarte gelb-orangene Färbung am Hals, kann bis zu 115 Zentimeter groß und bis zu 38 Kilogramm schwer werden. In bis zu 500 Metern Tiefe sucht der Kaiserpinguin nach Nahrung – Tintenfische, Fische, Krill. Mitten im Winter, bei bis zu minus 40 Grad Celsius und Windgeschwindigkeiten von 200 Kilometern pro Stunde legt das Weibchen auf dem Packeis ihr Ei und übergibt es dem Männchen. Das Weibchen macht sich dann auf den Weg zum Meer um sich eine Fettschicht anzufuttern, und das Männchen brütet zwei Monate das Ei aus, ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Während dieser Zeit bilden die Tiere der Kolonie einen Kreis und bewegen sich so, dass jeder Pinguin mal außen, mal windgeschützt steht. Ist das Küken geschlüpft, kommt die Mutter zurück, um das Kleine zu füttern. Jetzt schwimmt das Männchen zum Fressen – und von nun an kümmern sich Mutter und Vater abwechselnd um das Küken. Je näher BREMEN und HANSEATIC der antarktischen Halbinsel kommen, desto größer die eher seltene Chance, diese großartigen Tiere zu beobachten.


Text: Anissa Brinkhoff, Dirk Lehmann; Fotos: Archiv



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