Ein Gast und seine Geschichte: Gerry the Tramp

von Gabriele Engler


Schon die Buchungsanfrage war ungewöhnlich: Gerhard Schäfer brauchte eine Kabine für die Transatlantik-Reise der BREMEN von Puerto Limon in Costa Rica nach Porto in Portugal. Er brauchte eine Kabine für sich und sein Fahrrad! Das macht neugierig. Der PASSAGEN BLOG hat Kontakt aufgenommen mit dem ungewöhnlichen Gast – ob wir ihm ein paar Fragen stellen dürfen. Gerhard Schäfer stimmt zu. Und wir lernen Gerry the Tramp kennen.

Denn als Gerry the Tramp radelt Herr Schäfer seit mehr als zwei Jahren durch die Welt. Im Mai 2013 ist er im bayerischen Haag an der Amper aufgebrochen. Anders als viele Fernradler, die mit teuren, nahezu unverwüstlichen Top-Rädern auf Weltreise gehen, sitzt Gerry the Tramp auf einem modifizierten, eher günstigen Mountainbike, für das er sich den Luxus einer gefederten Sattelstütze gegönnt hat. Fast 60 Kilogramm Gepäck hängen an dem Rad, das er mit einem Krückstock stabilisiert. Die Ausstattung für ein Leben unterwegs – Zelt, Isomatte, Schlafsack, Kochbesteck, Kleidung…

Seine Route führte ihn von Deutschland über Österreich, Ungarn, die Ukraine nach Wladiwostok. Von Sibirien setzt er im Mai 2014 über nach Alaska. Er radelt durch British Columbia und kommt in Kalifornien nach Los Angeles, was sich als besondere Herausforderung erweist. Immer weiter nach Süden führt seine Reise: Mexiko, Guatemala, El Salvador, Nicaragua. Immer heißer wird es. Und in Costa Rica, zwei Jahre und 28.400 Kilometer nach seinem Start in Bayern, verlässt ihn die Lust. Gerry the Tramp möchte nach Hause. Wieder Gerhard Schäfer sein.

Auf die Frage, warum er auf der BREMEN den Atlantik überquere, statt mit einem Flugzeug zu fliegen, antwortet Gerry the Tramp: “Fliegen ist zu schnell. Und außerdem: Vier Räder bewegen deinen Körper, zwei Räder bewegen deine Seele.” An Bord hat er einen Vortrag gehalten – über seine Abenteuer auf den Straßen der Welt. Ein Mann mit Bart und Hut. Sicherlich jemand, der auffällt. Aber auch jemand, der Respekt verdient dafür, dass er konsequent seinen eigenen Weg geht. Wie soll es eigentlich ab Porto weiter gehen? Gerry the Tramp wird nach Hause über Barcelona nach Hause reisen. Wieder allein? Er hofft, dass ihn einige seiner Freunde, bzw. Leser seines Blogs Gerry The Tramp, begleiten mögen – auf den letzten 2.500 Kilometern nach Freising. Viel Glück.



Falls Sie mehr lesen wollen über die epischen Radreisen des Gerhard Schäfer, alias Gerry the Tramp, hier die URL seines Blogs: https://gerrythetramp.wordpress.com

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