Datum: 28.10.2017
Tags: #postformatimage #msbremen

25 Robben und 3 Ranger

von Birgit Siegel (Foto und Text)


Bilder des Tages: 25 Robben und 3 Ranger – MS BREMEN besucht Deserta Grande. Diesmal verlässt die BREMEN Funchal mit einem ungewöhnlichen Ziel: Anstatt eine weitere, von Menschen besiedelte Insel im Atlantik anzusteuern, geht es auf die größte der drei Felseninseln vor Madeira: Deserta Grande.

Madeira-Besucher haben die Inselchen von Funchal aus vielleicht schon in der Ferne gesehen. Aber dort gewesen sind die wenigsten. Knapp zwölf Kilometer lang und zwei Kilometer breit ist die wuchtige Vulkaninsel. Unbewohnt? Nicht ganz. Der Mensch hat in der Vergangenheit einen kurzen Besiedlungsversuch gestartet. Aber die Insel war doch zu wasserarm und zu karg, um die Siedler zu ernähren. Lediglich zu Zeiten des Walfangs benutzte man die Insel als Ausguckposten.

Es gibt jedoch andere Bewohner, die hier ideale Lebensbedingungen vorfinden. Hier tummeln sich nicht nur eine endemische Wolfsspinnenart, sondern auch ca. 25 der seltenen Mittelmeer-Mönchsrobben. Davon gibt es weltweit nur noch etwa 600. Die anderen nennen die Küstenzone zwischen Griechenland und der Türkei ihr Zuhause, und eine weitere Population existiert zwischen Marokko und Mauretanien.

Man arbeitet eng zusammen, um die Tiere in allen drei Regionen vor dem Aussterben zu bewahren. Dank eines LIFE-Projekts nimmt der Bestand langsam wieder zu. Auf der Insel sind ständig Ranger und Wissenschaftler, und sie kennen jede einzelne Robbe und deren Gesundheitszustand. Mit Unterwasserkameras will man genau untersuchen, wo sich die Tiere am liebsten aufhalten und dort Aktivitäten wie Fischerei und Bootsausflüge reglementieren.

Man muss eine spezielle Genehmigung beantragen, um die Ranger zu besuchen und einen kleinen Spaziergang auf der Insel zu unternehmen. Bevor wir mit der BREMEN auf Porto Santo zusteuern, lassen wir uns bei ruhiger See die Gelegenheit nicht entgehen. Steil ragt die Felsinsel aus dem Wasser, aber an einer Stelle gibt es eine schmale Schotterebene, an der wir an Land gehen können. In einer kleinen Hütte wohnen drei Ranger, die uns freundlich in Empfang nehmen. Ganz offensichtlich freuen sie sich über unseren Besuch. Das Leben kann hier doch recht einsam sein.

In kleinen Gruppen unternehmen wir einen Rundgang und erfahren dabei Wissenswertes über die Naturschutzprojekte auf der Insel. Sogar ein Robbenhospital gibt es hier. Zum Glück erfreuen sich aber gerade alle Robben bester Gesundheit. So guter Gesundheit, dass wir kein einziges Tier zu sehen bekommen. Im Nachmittagslicht fahren wir dann wieder zu unserem Schiff zurück, die rötlichen Felsen ragen aus dem kristallklaren Wasser. Und so mancher fragt sich wohl, wie es wäre als Ranger auf diesem abgelegenen Fleck – mitten im Meer.


Deserta Grande 3
Deserta Grande 1


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