Sicherheit an Bord

Die Sicherheit aller Passagiere und Crewmitglieder hat immer und seit jeher höchste Priorität an Bord unserer Schiffe. Alle Mitarbeiter an Bord und an Land sind dieser Sicherheitsphilosophie des Unternehmens zutiefst verpflichtet, die Auswahl unserer Führungsmannschaft an Bord erfolgt auf dieser Grundlage. Regelmäßige Überprüfungen und Kontrollen sowie fortlaufende Sicherheitsübungen sind für uns Teil des Alltags, denn jeder Mitarbeiter – an Bord genauso wie an Land – ist sich seiner großen Verantwortung bewusst. An Bord der Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises ist eine kompetente und qualifizierte Crew rund um die Uhr für das Wohlergehen und die Sicherheit aller Gäste im Einsatz.

An Bord der Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises wird grundsätzlich zu Beginn jeder Reise und vor Abfahrt des Schiffes aus dem Einstiegshafen die für alle Passagiere geforderte Sicherheitsübung durchgeführt. Hierbei wird unter anderem das wichtige Musterungsverfahren (Feststellen der Vollzähligkeit) geprobt. Passagiere, die durch einen Zwischeneinstieg einzeln oder in kleinen Gruppen an Bord kommen, werden umgehend individuell geschult. Die Bordsprache unserer gesamten Flotte ist deutsch, die Sicherheitsübungen werden in deutscher Sprache durchgeführt. Für nicht-deutschsprachige Gäste wird die Sicherheitsübung gesondert in englischer Sprache abgehalten. Im Rahmen der Sicherheitsübungen wird unter anderem das richtige Anlegen der Rettungswesten demonstriert, es werden Fluchtwege und die Wege zu den Rettungsbooten gezeigt sowie allgemeine Verhaltensrichtlinien in besonderen Situationen dargestellt.

Die Teilnahme der Passagiere an diesen Sicherheitsübungen ist verpflichtend. Dies gilt auch für Gäste, die mehrere Reisen hintereinander gebucht haben – wer beispielsweise eine Weltreise, bestehend aus insgesamt sieben Teilstücken macht, nimmt auch sieben Mal an der Sicherheitsübung teil (analog zu den Sicherheitseinweisungen in Flugzeugen).

Die Verantwortung für Gäste, Mannschaft und Schiff übernehmen bei Hapag-Lloyd Cruises nur Kapitäne, die von unserer Reederei ernannt wurden. Um Kapitän zu werden, durchläuft man einen langen Ausbildungsweg, auf dem viel theoretische und vor allem praktische Erfahrung gesammelt wird. Der Werdegang zum Kapitän beginnt in unserem Unternehmen gewohntermaßen mit der Fachausbildung zum Schiffsmechaniker. In der Ausbildung werden die Berufsanfänger im nautischen und technischen Ressort geschult, sie lernen so das Arbeiten und Leben auf See. Für unsere Kapitäne folgt anschließend ein Nautik-Studium (sechs Semester). Dort werden naturwissenschaftliche Grundlagen vermittelt und Navigationserfahrungen im Schiffsführungssimulator gesammelt. Außerdem wird das Wissen um Meteorologie, Seehandelsrecht und Schiffssicherheit erweitert und Kenntnisse im Notfallmanagement werden vertieft. Die Karriere auf dem Weg zum Kapitän beginnt nach dem Studium mit Bordeinsätzen als Nautischer Wachoffizier. Verantwortlich für verschiedene Arbeitsbereiche werden unsere Nautischen Wachoffiziere kontinuierlich fortgebildet. Ein geschulter Charakter, die Konstatierung besonderer Leistungen und Erfahrungszeit können zur Beförderung zum Ersten Offizier führen. Die Ersten Offiziere unserer Flotte sammeln weitere Erfahrungen bei der Navigation verschiedener Schiffe in unterschiedlichsten Fahrtgebieten sowie mit wechselnden Gästen und Kollegen. Die so gewonnene Reife und Souveränität im Umgang mit Mensch und Technik führt am Ende des langen Werdegangs zur Ernennung zum „Kapitän auf Großer Fahrt“ (höchstausgebildeter Nautiker). Nur äußerst erfahrene und mit diesen Gebieten bestens vertraute Kapitäne befahren polare Gebiete mit den Expeditionsschiffen von Hapag-Lloyd Cruises.

Neben den Patenten und Zertifikaten, über die unsere nautische und technische Besatzung verfügt, werden alle Mitarbeiter regelmäßig betreffend der Sicherheit der Gäste und Kollegen geschult. Intensive Sicherheitsübungen sind von den Besatzungsmitgliedern schon vor dem ersten Einsatz an Bord zu absolvieren, sodass das alltägliche Training an Bord der Auffrischung und Vertiefung dient. Besatzungsmitglieder, die ihren Dienst an Bord aufnehmen, werden mit ihren Aufgaben und Pflichten sowie sicherheitsrelevanten Handlungsweisen und Systemen der Flotte von Hapag-Lloyd Cruises vertraut gemacht. Diese übertreffen konstant internationale Anforderungen.

Passagiere können sich an Bord unserer Schiffe auf eine professionelle und gut organisierte Crew verlassen.

Die Anzahl der Rettungsmittel und die Gesamtzahl der Plätze in den Rettungsbooten übersteigt auf allen Schiffen von Hapag-Lloyd Cruises die maximal zulässige Anzahl der Passagiere an Bord. Jeder Passagier findet seine Rettungsweste in seiner Kabine, darüber hinaus befinden sich zusätzliche Rettungswesten an den Sammelplätzen. Rettungswesten für Kinder werden vor jeder Reise an die Eltern ausgegeben, zusätzliche Kinderwesten befinden sich ebenfalls an den Sammelplätzen. Im Ereignisfall stehen den Passagieren zahlreiche Hilfsteams mit entsprechend ausgebildeten Besatzungsmitgliedern zur Seite. Dies beinhaltet auch die umfassende Unterstützung und Betreuung hilfebedürftiger Gäste von entsprechend trainierten Besatzungsmitgliedern.

Die Schiffe der Hapag-Lloyd Cruises Flotte verfügen über Rettungsboote mit den folgenden Kapazitäten:

MS EUROPA:
Gesamtkapazität aller Rettungsmittel: 900 Personen
- 4 Rettungsboote (Kapazität: 150 Personen pro Boot)
- 12 Rettungsinseln (Kapazität: 25 Personen pro Insel)

MS EUROPA 2 (Indienststellung im Mai 2013):
Gesamtkapazität aller Rettungsmittel: 1.150 Personen
- 4 Rettungsboote (Kapazität: 150 Personen pro Boot)
- 2 Rettungsboote (Kapazität: 50 Personen pro Boot)
- 18 Rettungsinseln (Kapazität: 25 Personen pro Insel)

MS HANSEATIC:
Gesamtkapazität aller Rettungsmittel: 420 Personen
- 4 Rettungsboote (Kapazität: 80 Personen pro Boot)
- 4 Rettungsinseln (Kapazität: 25 Personen pro Insel)

MS BREMEN:
Gesamtkapazität aller Rettungsmittel: 360 Personen
- 2 Rettungsboote (Kapazität: 32 Personen pro Boot)
- 2 Rettungsboote (Kapazität: 73 Personen pro Boot)
- 6 Rettungsinseln (Kapazität: 25 Personen pro Insel)

Die Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises verfügen über eine hochmoderne Navigationsausrüstung. Damit überschreiten die Navigationsinstrumente grundsätzlich die nach den Vorschriften bestehenden Standards. Alle wichtigen Systeme sind redundant ausgelegt, sodass der Ausfall eines Systems keine Beeinträchtigung der sicheren Schiffsführung zur Folge haben kann.

Jede Route sowie jede noch so kleine Teilstrecke der Hapag-Lloyd Cruises Schiffe wird sehr sorgfältig, das heißt unter Einhaltung aller sicherheits- und umweltrelevanter Parameter, vorgeplant. Nach Freigabe durch den Kapitän haben diese Routen für alle nautischen Offiziere und das Brückenteam verbindlichen Charakter. Dementsprechend erfolgt die engmaschige Überprüfung der Schiffsbewegungen: Mit Überwachung der Einhaltung von Positionen, Kursen und Geschwindigkeiten entsprechend den Erfordernissen der sicheren Brückenführung und unter gehöriger Berücksichtigung der Umgebungsfaktoren (Verkehrsaufkommen, Wetter- und Seegangsverhältnisse etc.). Dabei hat die Sicherheit selbstverständlich höchste Priorität.

Passagierschiffe sind durch wasserdichte Trennwände in zahlreiche wasserdichte Sektionen unterteilt. Diese Trennwände reichen bis über die Wasserlinie, um das Schiff auch dann schwimmfähig zu erhalten, wenn es durch ein außergewöhnliches Ereignis zum Wassereinbruch kommt. Alle wasserdichten Türen in den Schotten sind an ein Überwachungssystem angeschlossen und können sowohl vor Ort als auch zentral von der Brücke aus betrieben werden. Die einwandfreie Funktion wird durch tägliche interne Überprüfungen und regelmäßig durch externe Institutionen getestet und sichergestellt. Die wasserdichten Schiebetüren werden entsprechend der gesetzlichen Regelungen gefahren, die Einhaltung der Maßgaben wird bei Hapag-Lloyd Cruises mit größter Sorgfalt überwacht.

Die international tätige Kreuzschifffahrt ist eine stark regulierte Branche. Alle Schiffe müssen in Übereinstimmung mit den strikten Vorgaben der zahlreichen internationalen Rechtsvorschriften gebaut und betrieben werden. Hinzu kommen die teilweise noch darüber hinausgehenden Vorschriften seitens des Flaggenstaates des Schiffes sowie die nationalen Anforderungen der auf den Reisen besuchten Hafenstaaten. Alle diese Vorgaben müssen, gemäß den Regularien des sogenannten ISM-Code (International Safety Management Code) und des ISPS-Code (International Ship & Port Facility Security Code), in einem umfassenden Sicherheitsmanagementsystem erfasst und ‚lebbar‘ gestaltet sein. Ziel ist es, einen sicheren und umweltschonenden Betrieb zu gewährleisten und für den Fall eines außergewöhnlichen Ereignisses mit einem optimalen Notfallmanagement vorbereitet zu sein. Dieses beinhaltet unter anderem sehr detaillierte und individuelle Abläufe, deren Durchführung in täglichen intensiven Sicherheitstrainings geübt und – soweit erforderlich – noch weiter optimiert wird.

Das Sicherheitsmanagement aller Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises wird durch den Germanischen Lloyd, die Deutsche Klassifikationsgesellschaft, regelmäßig verifiziert und geprüft. Darüber hinaus werden die Schiffe kontinuierlich bei unangekündigten Hafenstaatkontrollen hinsichtlich der Einhaltung aller internationaler Regeln und in allen Bereichen des Schiffes überprüft und kontrolliert. Dies beinhaltet meist auch die praktische Darstellung der Notfallabläufe in umfangreichen „Notfall-Drills“ mit Teilnahme der gesamten Besatzung.

Der Deutsche ReiseVerband (DRV) hat zur Sicherheit von Kreuzfahrtschiffen Fragen und Antworten zusammengestellt.

Sicherheit auf Kreuzfahrtschiffen - Häufig gestellte Fragen (429 KB)

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