Emotionen und Drinks auf Eis

"Wir sind noch nicht in der Antarktis. Deshalb darf ich das jetzt tun", sagt Zodiac-Fahrer
Torsten Prietz. Er langt mit beiden Händen ins Wasser, hievt einen dicken Eisklotz ins Schlauchboot, wirft das Eis in eine große Stahlschüssel und dreht am Gasgriff. Das stabile Gummiboot braust durch die von Eisbrocken und kleineren Eisbergen gesprenkelte Bucht Südgeorgiens. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, bei Temperaturen um 2 Grad kommen fast Sommergefühle auf. Und die Handvoll Passagiere, die als letzte den Landgang beendet haben, genießen einen exklusiven Slalom.

Die Expeditionsschiffe von Hapag-Lloyd Cruises verfügen über besondere Eigenschaften: Sie sind klein, wendig, haben einen sehr geringen Tiefgang und die höchste Eisklasse für Passagierschiffe. Von November bis Februar - also im Südhalbkugelsommer - unternehmen die BREMEN und die HANSEATIC diverse Reisen in die Antarktis. Sie führen zu den Falkland-Inseln, wo man die ersten Königspinguin-Kolonien zu sehen bekommt. Nach Südgeorgien, wo Seeelefanten dösen und auf der Salisbury Plain wo mehr als 50.000 Pinguine zusammen stehen. Und schließlich schnurrt das Schiff durch die Inselwelt der Antarktischen Halbinsel. Momente, die unter die Kategorie "once in a lifetime" fallen. So kostbar sind auch die Erinnerungen daran.

Die Tradition der Expedition reicht zurück bis in den Anbeginn der Kreuzfahrt-Historie. Albert Ballin, der Erfinder dieser Reiseform, nannte die erste nur zum Vergnügen durchgeführte Seereise zwar eine "Lustfahrt", die Teilnehmer hingegen bezeichnete er als "kühne Reisende". Und betrachtet man die Dauer der Fahrt, so hatte die tatsächlich eher Expeditionscharakter - 58 Tage waren die 241 Passagiere unterwegs. Und selbst wenn Expeditionskreuzfahrten heute nur selten noch von solch epischer Dauer sind, nach wie vor haben diese Reisen epische Kraft.

Schon damals reisten Experten an Bord der Schiffe mit, um die interessierten Gäste mit Hintergrundinfos zu versorgen. Es waren ehemalige Kapitäne, Abenteurer, Forscher, Wissenschaftler, Buchautoren – sie präsentierten an Bord ihr Wissen. So wie heute die Lektoren der BREMEN und der HANSEATIC die Reiseziele der Schiffe auf besondere Weise erlebbar machen. So erfahren die Gäste durch Vorträge, welche Vögel die Schiffe mit spielerischer Neugier begleiten, Lektoren referieren die traurige Geschichte des Walfangs. Und Forscher, etwa Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts, illustrieren das Leben in einer Antarktis-Station wie Neumayer III, die im Februar 2009 ihren Dienst aufnahm und als die modernste in der Antarktis gilt.

Während einer dieser Vorträge erfahren die Gäste auch vieles über die Umweltauflagen für den Besuch der Antarktis. Etwa dass die Schiffe nur schwefelarme Dieselkraftstoffe fahren dürfen. Dass alles, was in diese Region gebracht wird, auch wieder mit zurück genommen werden muss. Dass keine fremden Keime und Saaten eingeschleppt werden dürfen. Deshalb gibt es sogar eine Stiefelwaschmaschine an Bord. Und, zu guterletzt, dass nichts, aber auch absolut gar nichts aus der Antarktis mitgenommen werden darf, kein Steinchen als Souvenir, nicht einmal Eis. Es ist wichtig, dass diese Vorschriften eingehalten werden. Hapag-Lloyd Cruises hat sich zur Aufgabe gemacht, zu schützen, was fasziniert.

Am Abend versammeln sich die Gäste auf dem Pooldeck der BREMEN. Der Kapitän gibt in einem kurzen Precap einen Ausblick auf den weiteren Verlauf der Reise: Elephant Island, Deception Island, Paradise Bay, Lemaire-Kanal. Und beschließt seine Rede mit einem Toast: Auf eine schöne Reise! Alle erheben die Gläser. Sie sind gefüllt mit Gin Tonic, Sekt, Saft, Schorle oder Wasser. On the rocks, auf  südgeorgischem Gletscher-Eis. Es zischt und knistert, der darin eingeschlossene Sauerstoff entweicht. Es ist der Sound der Geschichte. Denn der Gletscher von dem der Eisbrocken wahrscheinlich stammt, so einer der Lektoren, dürfte einige hundert Jahre alt sein. Ein besonderer Drink in einem Moment, an den man sich noch hundert Jahre erinnern möchte.


Unser Antrieb für die Zukunft

Hapag-Lloyd Cruises hat die Expeditionsschiffe MS HANSEATIC und MS BREMEN mit einigen E-Zodiacs ausgestattet. Die robusten Schlauchboote der neuesten Generation werden angetrieben von modernen Elektro-Außenbordern. Der "Deep Blue" genannte Antrieb liefert eine Leistung von umgerechnet 80-PS-Motors. Ohne Abgase, fast ohne Geräusche, bei starker Beschleunigung ist nur ein leises Summen zu hören. Damit gewinnen vor allem Tierbesichtigungen eine neue Qualität. Die Ausstattung der Expeditions-Zodiacs mit Elektro-Motoren ist eine weitere Investition in die Zukunft unserer Umwelt.


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