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04/06/2017 Urban · Travel

City-Guide: 10 Tipps für 2 perfekte Tage in… ATHEN

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Athen schaut auf eine große Vergangenheit – und in eine komplexe Zukunft. So findet die Documenta 14 nicht nur in Kassel statt, sondern auch in der griechischen Hauptstadt (7). Und selbst in den blitzsauberen Metrostationen werden wir viel moderne Kunst erleben. Zudem speisen wir in großartig gestalteten Restaurants traditionelle Gerichte mit einem modernen Twist, etwa im Ama Laxei (3), wir besuchen Stadtoasen wie den Nationalgarten (8) oder die bei den Athenern so beliebten Open-Air-Kinos (5). Eine historische Metropole, die auch heute noch rund um die Uhr begeistern kann

+++ÜBERNACHTEN+++

1. AUGEN AUF. Wenn ein griechischer Kunstmäzen zwei brasilianische, „award-winning“-Designer auf ein altes Gebäude ansetzt, mit dem Auftrag, daraus ein spannendes Hotel zu machen, dann darf man neugierig sein auf das – New Hotel. Die Brüder Humberto und Fernando Campana aus Sao Paolo haben das frühere Olympia Palast Hotel in ein Gesamtkunstwerk verwandelt. Kunstvoll dekonstruierte Möbelstücke, Messing-Waschtische in Form von Diamanten, eine schwarze Marmortreppe aus den 1940er Jahren. Panoramablick aus der „New Art Lounge“ in der siebten Etage, eine Bibliothek mit 2000 Kunstbänden, sowie ein moderner New Sense Fitness- und Wellnessbereich. Athens spannendstes Design-Hotel liegt nahe dem beliebten Syntágma-Platz und der Altstadt Pláka mit ihren engen Gassen.

2. AUGEN ZU. Himmlisch ausgeschlafen zu diversen Streifzügen in die Stadt aufbrechen – dafür ist das Design-Hotel Coco-Mat im Botschaftsviertel Kolonáki die beste Adresse. Denn das Haus gehört der Familie Efmorfidis, die die ökologischen, edlen Coco-Mat-Matratzen herstellen und an große Hotels in der ganzen Welt liefern. Das gleichnamige Hotel in Athen ist quasi ein Probeliege-Studio mit 42 Zimmern. Man betritt das Hotel durch einen Showroom. Die Zimmer empfangen mit pastellfarbenem Leinen, viel Holz und Marmor gestalteten. Besonders schön sind die Lofts – mit Akropolis-Blick. Gäste können sich Holz-Fahrräder ausleihen oder in den eleganten Boutiquen Kolonákis shoppen. +++

+++ESSEN+++

3. GROSSE PAUSE. Von der quirligen Kallidromiou Straße sind es nur wenige Stufen ins Ama Laxei stis Nefelis mit seinem Garten voller duftender Bougainvilleas und Zitronenbäume. Das neoklassizistische Gebäude nahe des Archäologischen Nationalmuseums im Szeneviertel Exárchia war früher eine Volksschule. Heute versteht es sich als moderne Taverne, sie bietet traditionelle griechische Küche mit einem modernen Twist – zum Beispiel die gebackenen Kichererbsen mit Wildkräutern und geräuchertem Fleisch oder Mini-Teigtaschen mit einer köstlichen Füllung aus kretischem Käse, Minze und Sesam. Tipp: Alles in die Tischmitte stellen und teilen. Das gilt natürlich nicht für das Dessert ekmek kataifi, Blätterteig mit Mastiha Creme und Sahne, davon gibt niemand gern etwas ab.

4. SCHICKE SAUSE. Eines der Gerichte, mit denen der Koch Anastasios Mantis in seinem Restaurant Hytra berühmt geworden ist, heißt Spanakorizo – ein vegetarischer Hochgenuss aus Reis, Spinat und Dill. Dafür gab Mantis seine Stelle als Souchef in einem belgischen Drei-Sterne-Restaurant auf, er wollte unbedingt mit Zutaten kochen, die in griechischer Erde gewachsen sind: wilde Minze, Fliskouni oder Zea, das vermutlich älteste Getreide der Welt. Mittlerweile wurde der Sohn eines Klempners für seine Kochkunst mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.+++

+++AUSGEHEN+++

5. FLIMMERN. Mit mehr als 90 Screens gehören Kinos unter freiem Himmel von April bis Oktober zu den Lieblings-Venues der Athener. Man sitzt in lauschigen Gärten oder auf schönen Plätzen, zum Beispiel im Thiseíon oder im Cine Dexaméni. Im Anschluss lässt man den Abend in einer der Rooftop-Bars ausklingen. Etwa in der glamourösen Galaxy Bar des Hilton. Alternativ einen freien Platz auf dem Dach des Hotels A for Athens ergattern und den unvergesslichen Blick auf die in dramatisches Flutlicht getauchte Akropolis genießen. Das Boutique-Hotel liegt am Monastiráki Platz mit Moschee und kleiner Kirche, wo sonntags der große Flohmarkt stattfindet.


6. BERAUSCHEN. Es hat schon Charme, wenn zwei Bar-Men ihr Lokal The Clumsies nennen. Die Ungeschickten – das sind Vassilis Kyritsis und Nikos Bakoulis, zwei Bartender, die zu den besten ihres Landes zählen. Sie servieren ihre tadellosen Drinks nahe der Varvakios Markthalle im Stadtviertel Monastiráki. Wir empfehlen etwa den Archaik – aus Tanqueray London Dry Gin, Cardhu Amber Rock Whisky, Campari, Martini Riserva Speciale Rubino Vermouth, Barley und Tonic. Zu der auch tagsüber geöffneten Cocktailbar gehört auch The Room, ein kleiner Privat-Club mit Bibliothek, Billard Tisch, Plattenspieler und Kamin. +++

+++ERLEBEN+++

7. INSPIRATION. Von Juni bis September rückt Athen einmal mehr in den Fokus – als, neben Kassel, zweiter Ausstellungsort für die Documenta 14. Die Idee stammt vom künstlerischen Leiter, dem polnische Kurator Adam Sczymczyk. Hauptspielstätte ist das puristische Nationale Museum für Zeitgenössische Kunst (EMST) auf einem ehemaligen Brauereigelände in der Nähe der Akropolis. Ein anderer kultureller Hotspot ist das neue SNFCC, das nach einem Reeder benannte Stavros Niarchos Foundation Cultural Center. Ein riesiger Bau aus Stahl und Beton von Stararchitekt Renzo Piano, der die Oper und die Nationalgalerie beherbergen wird, in dem schon jetzt viele Ausstellungen und Konzerte stattfinden. Von der südlichsten Ecke des Dachgartens kann man das Meer sehen!

8. KONTEMPLATION. Die urbane Textur und der Verkehr in der griechischen Hauptstadt haben gelegentlich einen Touch ins Mühselige. Dem entkommt, wer sich ganz entspannt mit der Seilbahn zum Stadtberg Lykavittos aufmacht – für einen unvergleichlichen Blick auf Athen und einen Spaziergang auf dem Agaven-gesäumten Weg zurück zum Kolonáki-Platz. Sehr erholsam kann auch eine Runde durch den 1839 von der ersten griechischen Königin Amalia angelegten Nationalgarten mit seinen 15.000 griechischen und exotischen Pflanzen sein. Im Sommer ist es hier sechs Grad kühler als in der Stadt. +++

+++CAFÉS+++

9. AUF ZUM STRAND. Etwa 70 Kilometer lang ist die attische Riviera vom Hafen in Piräus zum Poseidon-Tempel am Kap Sounion. Ein beliebter Treffpunkt am Meer ist das House Project Balux Café im eleganten Vorort Glyfada – Waffeln, Burger und Lounge Atmosphäre. Die Straßenbahn, die dort hinfährt, wird gerade bis Piräus verlängert, wo auch die Anleger für die Kreuzfahrtschiffe erneuert werden. Auf dem Weg nach Kap Sounion kommt man außerdem am See von Vouliagmeni vorbei – unterirdische Thermalquellen speisen das idyllische Gewässer. Ideal zum Baden zwischen Felswänden.

10. AUF EINEN KAFFEE. Über den Dächern der Pandrosou Straße sitzt man im traditionellen Café Orea Hellas in Monastiráki. Das vielleicht nicht so hip ist wie das Coffee Roaster Mekka Cafe Taf von Yiannis Taloumis in Exárchia, dafür aber sehr kultiviert. Und es biete etwas, was viele Athener vermissen: die vergangenen Zeiten, in denen man auf einen Frappucino entspannt im Café saß. Vom ersten Stock sogar mit Blick auf die Akropolis. Und das ist, was auch Varvara Christopoulou an ihrer Heimatstadt so liebt. Die Architektin hat dem E2MAG im Interview für die Reihe „Local Heroes“ noch weitere Tipps gegeben.+++

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Fotos: Archiv (2), The Cocomatathen Hotel, Ama Laxei stis Nefelis, GNTO/Y. Skoulas (2), Courtesy Vassilis Koutroumanos, Hilton Hotels & Resorts

Text: Lisa Schönemann

 


Athen erleben mit der EUROPA 2

Diese Reisen des legeren Luxusschiffes enden, bzw. starten im Über-Morgenland am Arabischen Golf. Eine gute Gelegenheit, ein paar Tage zu verlängern:

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